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Wenn Hund und Katze lästig werden

14.07.2021 • 19:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Marion Gögele mit einem der Hunde, die ein neues Zuhause suchen.                <span class="copyright">Hartinger</span>
Marion Gögele mit einem der Hunde, die ein neues Zuhause suchen. Hartinger

Mit Beginn der Urlaubszeit kommen wieder mehr Tiere ins Tierheim.

Ab Beginn der Urlaubszeit bekommen Mitarbeiter in Tierheimen seit Jahren regelmäßig mehr zu tun. Man will in die Ferien, weiß nicht, wohin mit dem Haustier und gibt es ab – ein für Tierschutzheime schon bekanntes Phänomen. In diesem Jahr könnte da allerdings noch ein weiterer Faktor mitspielen, der die Zahl der abgegebenen Tiere noch einmal erhöht – und das ist indirekt die Corona-Pandemie.

Anfangsphase

„Wir merken langsam, dass die Abgabe vor allem von Katzen anzieht“, sagt Marion Gögele vom Tierschutzheim Vorarlberg in Dornbirn. Derzeit befinde man sich aber noch in der Anfangsphase. Das habe vermutlich auch damit zu tun, dass in Hinblick auf Reisen einiges noch unsicher sei, sagt sie. „Man merkt aber schon, dass die Urlaubszeit beginnt.“

Auch diese Katze wohnt derzeit im Tierheim.     <span class="copyright">Hartinger</span>
Auch diese Katze wohnt derzeit im Tierheim. Hartinger

Allergien

Als Gründe dafür, dass das Tier abgegeben wird, würden häufig Allergien genannt, aber auch eine veränderte Wohnsituation oder dass die Katze oder der Hund plötzlich Schwierigkeiten machen würde, berichtet die Tierschutzheim-Mitarbeiterin von ihren Erfahrungen. Verifizieren lasse sich das natürlich nicht.
Neben den urlaubsbedingten Abgaben könnten heuer auch einige Tiere darunter sein, die während der Corona-Lockdowns angeschafft wurden. Die Menschen waren vielfach zu Hause, hatten Zeit und waren vielleicht einsam.

... und noch eine Tierheim-Katze.      <span class="copyright">Hartinger</span>
... und noch eine Tierheim-Katze. Hartinger

Hier waren es vor allem Hundewelpen, die dadurch zu neuen Besitzern kamen, meint Gögele. „Allerdings haben sich viele nicht überlegt, wie sie den Hund auslasten können“, so die Tierheim-Mitarbeiterin – zumal auch die Hundeschulen vielfach geschlossen hatten. Mittlerweile sind diese „Lockdown-Hunde“ in der Pubertät und für ihre Besitzer teilweise nicht mehr händelbar. „Die Leute kommen mit den Hunden nicht mehr zurecht, weil diese nicht so funktionieren, wie man sich das vorgestellt hat.“

Das Kaninchen Nana ist zwei Jahre alt.      <span class="copyright">Hartinger</span>
Das Kaninchen Nana ist zwei Jahre alt. Hartinger

Geschlossen

Das Vorarlberger Tierschutzheim hat im Gegensatz zu einigen anderen derartigen Einrichtungen in Österreich während der Lockdowns geschlossen gehabt und keine Tiere vermittelt. Ganz bewusst aus dem Grund, weil befürchtet wurde, dass es dabei zu unüberlegten Anschaffungen kommen kann, erzählt Gögele. Von anderen Tierheimen weiß sie, dass diese mittlerweile wieder ihre eigenen Tiere zurückbekommen, weil die Leute keine Zeit mehr haben und der Aufwand doch zu groß ist, sich um Hund oder Katze zu kümmern.

“Es wird noch stärker werden”

Obwohl sich derzeit die Anzahl der Tiere, die in Dornbirn abgegeben werden, in Grenzen hält, geht Gögele davon aus, dass sich das auf jeden Fall noch stärker entwickeln wird. Daher appelliert sie an Menschen, die sich ein Tier anschaffen wollen, sich das vorher genau zu überlegen: „Gerade bei Hunden ist es wichtig, sie von vornherein richtig zu erziehen, sonst ist man gleich mal überfordert.“

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