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Schlafende Jugendliche missbraucht: Haft

19.07.2021 • 19:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozess am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">Klaus</span><span class="copyright">Hartinger</span>
Prozess am Landesgericht Feldkirch. KlausHartinger

Zwei Jahre Gefängnis für einschlägig Vorbestraften (36).

Drei Sexualstraftaten hat der im Bezirk Dornbirn lebende Syrer nach Ansicht der Richter heuer am 26. Jänner in seiner Wohnung an einer Besucherin begangen. Demnach hat der 36-Jährige die 16-Jährige missbraucht, während sie schlief. Durch den Übergriff wachte sie auf. Zudem hat der ledige Mann nach den gerichtlichen Feststellungen der Jugendlichen vergeblich Geld für eine sexuelle Handlung angeboten. Und er hat laut Urteil vor der Minderjährigen masturbiert.

Schuldspruch

Das trug dem Angeklagten am Montag im Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen des Verbrechens des sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person, des Vergehens des versuchten sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen und des Vergehens der sexuellen Belästigung ein.
Dafür wurde der mit einer einschlägigen Vorstrafe belastete 36-Jährige zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Der Strafrahmen betrug ein bis zehn Jahre Gefängnis. Als Teilschmerzengeld hat der Schichtarbeiter dem mutmaßlichen Opfer, das anwaltlich von Andrea Höfle-Stenech vertreten wird, 3000 Euro zu bezahlen. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Thomas Wallnöfer ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte meldete sofort Nichtigkeitsbeschwerde beim Obersten Gerichtshof in Wien und Strafberufung beim Oberlandesgericht Innsbruck an. Nun wird zuerst der OGH den Schuldspruch beurteilen. Staatsanwalt Manfred Melchhammer verzichtete auf Rechtsmittel.

Freispruch beantragt

Die Richter hielten die belastenden Angaben des mutmaßlichen Opfers für glaubwürdig. Unglaubwürdig war für den Schöffensenat hingegen die Aussage des Angeklagten, der sagte, er sei nicht schuldig. Verteidiger Andreas Fussenegger beantragte einen Freispruch. Sein Mandant bestritt die Tatvorwürfe und gab zu Protokoll, es sei zwischen ihm und der 16-Jährigen überhaupt nichts geschehen.
Staatsanwalt Melchhammer sagte in seinem Anklagevortrag, die 16-Jährige habe keinen Schlafplatz gehabt und daher zusammen mit einem Bekannten die Wohnung des Angeklagten aufgesucht, um dort zu übernachten. Das habe der Angeklagte ausgenützt.

Freispruch beantragt

Einschlägig verurteilt. Erschwerend wertete das Gericht, dass der Angeklagte ein Verbrechen und zwei Vergehen verübt hat. Als Erschwerungsgrund wurde auch die einschlägige Vorstrafe des Angeklagten angeführt. 2019 ist der Asylwerber bereits einmal wegen sexueller Belästigung verurteilt worden. Tatort war damals ein Zugwaggon.