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Prozess: Überfall in Wohnung auf Greis

20.07.2021 • 20:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Prozess wird im Schwurgerichtssaal stattfinden.  <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Prozess wird im Schwurgerichtssaal stattfinden. Hartinger

Drei Deutsche sollen in Dornbirn einen Überfall begangen haben.

Opfer einer sogenannten Home Invasion wurden am 19. Juni 2020 in einem Haus in Dornbirn ein dementer 90-Jähriger, seine Cousine und seine rumänische Pflegerin. Die drei angeklagten Deutschen drangen nach Darstellung der Staatsanwaltschaft in die Wohnung ein, fesselten die beiden Frauen an Stühle und versuchten mit einem Winkelschleifer erfolglos, den Tresor des pensionierten Rechtsanwalts im Schlafzimmer aufzuschneiden und daraus Geld zu stehlen. Der 90-Jährige sei wegen seiner Demenz unbehelligt geblieben.

Den drei Untersuchungshäftlingen im Alter von 21 und 22 Jahren wird in der Anklageschrift versuchter schwerer Raub im Rahmen einer kriminellen Vereinigung, Sachbeschädigung mit dem Beschädigen eines Schnurlostelefons und dauernde Sachentziehung mit der Wegnahme des Schlüsselbunds des 90-Jährigen vorgeworfen. Der Strafrahmen beträgt bis zu 15 Jahre Gefängnis. Für die Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. Der 22-jährige Erstangeklagte und sein Cousin, der 21-jährige Zweitangeklagte, sollen geständig sein.

Prozess Ende Juli

Der Schöffenprozess unter dem Vorsitz von Richter Richard Gschwenter findet am 26. Juli im Schwurgerichtssaal des Landesgerichts statt. Die Hauptverhandlung wurde von 9.30 bis 17 Uhr anberaumt.

Als Tatverdächtige ausgeforscht werden konnten in Deutschland die drei Angeklagten, weil zwei von ihnen schon im April 2019 im Haus des 90-jährigen Dornbirners anwesend waren und von der Polizei kontrolliert wurden. Sie gaben sich als Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes aus und versuchten bereits damals erfolglos, mit einem Winkelschleifer den Tresor zu öffnen. Der an Altersdemenz erkrankte Ex-Anwalt hatte den Tresorschlüssel unauffindbar verlegt. Daraufhin suchten Familienangehörige im Internet nach einem Schlüsseldienst. Sie stießen dabei auf den Schlüsseldienst der Angeklagten, die sich gegen Bezahlung in der Google-Suche vorreihen lassen hatten.

Schwerer Schock

Die gefesselte rumänische Pflegerin erlitt, so die Anklageschrift, durch den Überfall einen schweren Schock und musste Psychotherapie in Anspruch nehmen. Die ebenfalls gefesselte Cousine des Ex-Anwalts stand nach der Tat unter Schock.

Gegen den 22-jährigen Erstangeklagten wird auch in Deutschland wegen einer Home Invasion ermittelt. Demnach soll der wegen Diebstahls Vorbestrafte in Kiel am 18. August 2019 einen 78-Jährigen in dessen Wohnung gefesselt und ihm 32.000 Euro geraubt haben.