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Peter Kaiser spielte den Friedensengel

21.07.2021 • 12:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Rendi-Wagner und Kaiser haben das Ruder fest in der Hand
Rendi-Wagner und Kaiser haben das Ruder fest in der Hand Markus Traussnig

Pamela Rendi-Wagner und ihr Kontrahent Hans Peter Doskozil haben sich versöhnt.

Sichtlich gut gelaunt gingen SPÖ-Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner und Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser am frühen Dienstagnachmittag am Klagenfurter Friedelstrand an Bord des Wörthersee Schiffes “Thalia”. Am Oberdeck ließen sie vor einer Armada an Kameras eine kleine Bombe platzen: In der Bundes-SPÖ ist wieder Frieden eingekehrt. Kaiser war es gelungen, Rendi-Wagner und deren burgenländischen Kontrahenten Hans Peter Doskozil an einen Tisch zu setzen und Versöhnung zu feiern.

Das Treffen war so geheim, dass es von dem Friedensschluss im Hotel Gasthof „Stoff“ in Wolfsberg nicht einmal Fotos gibt. Auch über den eigentlichen Verlauf waren keine Details zu erfahren. Aus der Entourage der beiden Spitzenpolitiker war jedoch zu erfahren, dass das Gespräch, das um 9 Uhr morgens begonnen hatte, sehr „amikal“ verlaufen sei.

Doskozil ist offensichtlich gewillt, den „Wolfsberger Pakt“ einzuhalten. In einem Interview mit der Gratiszeitung „Heute“ betonte er: „Krieg kann niemals das Ziel sein. Es muss immer eine Gesprächsbasis geben.“ Schon bald werde er wieder das persönliche Gespräch mit Rendi-Wagner suchen, um dabei „einen gemeinsamen Nenner zu finden“.

Rendi-Wagner lobt Kärnten

Rendi-Wagners Besuch in Kärnten war der Erste einer bevorstehenden Bundesländer-Tournee, die sie demnächst nach Tirol und in die Steiermark führen wird. Auch eine Visite des Burgenlandes werde „bald stattfinden“.

Neben dem aktuellen Friedensschluss drohten die inhaltlichen Themen unterzugehen. Rendi-Wagner hob dennoch die Vorbildfunktion Kärntens im Pflegebereich hervor. Während der Pandemie sei mehr als deutlich geworden, was die Bundesländer zu leisten imstande sind: „Wir sehen, wie Kärnten und andere Bundesländer die Gesundheitsversorgung auf höchstem Niveau sicherstellen, wo eigentlich die Bundesregierung handeln sollte.“

Rendi-Wagner: „Der Pflegenotstand muss endlich wirksam bekämpft werden.“ Wo Türkis-Grün säumig ist, spiele das Land Kärnten die Pionierrolle, um die Pflege in Zukunft sicherzustellen: „Mit der Pflege-Nahversorgung ist Kärnten Vorreiter und damit Vorbild für ganz Österreich.“

Landeshauptmann Kaiser wusste zu berichten, dass diese Pflege-Nahversorgung bereits in 60 Kärntner Gemeinden etabliert werden konnte. Dort werden Ansprechpartner eingesetzt, an die sich pflegende Angehörige mit einschlägigen Fragen wenden können. Ziel sei es, die Patienten möglichst lange zu Hause zu pflegen.