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Banker blicken optimistisch nach vorne

23.07.2021 • 19:54 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Martin Jäger (Sprecher Vorarlberger Sparkassen), Bernd Spalt (CEO Erste Group Bank AG), Harald Giesinger (Dornbirner Sparkasse Bank AG/v.l.n.r.). <span class="copyright">Sparkasse</span>
Martin Jäger (Sprecher Vorarlberger Sparkassen), Bernd Spalt (CEO Erste Group Bank AG), Harald Giesinger (Dornbirner Sparkasse Bank AG/v.l.n.r.). Sparkasse

Verantwortliche der Sparkassen und Erste Group sehen Aufschwung.

Zuversichtlich gestimmt hat sich der gebürtige Vorarl­berger und Vorstandsvorsitzende der Erste Group, Bernd Spalt, bei einem Heimatbesuch gezeigt. In einem Pressegespräch äußerte er sich am Freitag auf Einladung der Verantwortlichen der Vorarlberger Sparkassen über die während der Pandemie gesammelten Erfahrungen und die Zukunftsaussichten. Corona und die unabschätzbare Lage hätten im vergangenen Jahr zu „maximaler Verunsicherung“ geführt, meinte Spalt. In dieser Situation hätten allen Banken eine wichtige Rolle eingenommen. Denn die Geldinstitute hätten in der Krise dafür gesorgt, dass die Liquidität erhalten bleibt: „Das hat super funktioniert.“ Mittlerweile sei trotz steigender Infektionszahlen in manchen Ländern wieder vermehrt ­Zuversicht spürbar. Dies bestätigte auch Martin Jäger, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen. Es sei wieder Optimismus spürbar, und die Wirtschaft befinde sich im Aufschwung. Mit einem Neukreditvolumen von rund 250 Millionen Euro seien in der heurigen ersten Jahreshälfte bereits mehr Kredite vergeben worden als im gesamten vergangenen Jahr, berichtete Jäger.

Das Pressegespräch wurde in der Dornbirner Stadtbibliothek durchgeführt. <span class="copyright">Hartinger</span>
Das Pressegespräch wurde in der Dornbirner Stadtbibliothek durchgeführt. Hartinger

Für Spalt sind die schon jetzt relativ hohen Durchimpfungsraten die Basis für einen nachhaltigen Wiederaufbau. Dabei spiele Zuversicht eine wichtige Rolle. Und diese strahlte der Erste-Group-CEO im Pressegespräch aus. Die Corona-Pandemie habe zu einer Wirtschafts-, Gesundheits- und auch einer gesellschaftlichen Krise geführt. Allerdings biete sich nun auch die Chance für einen ökologischen Neuanfang.

Führungsrolle übernehmen

Der 750 Milliarden Euro schwere Wiederaufbauplan der Europäischen Union müsse zur Förderung nachhaltiger Projekte und neuer Technologien genutzt werden. Für Europa biete sich darauf aufbauend die Möglichkeit, im weltweiten Wettbewerb schneller und besser zu sein als andere.

Negativzinsen

In der Pandemie hätten die Menschen auch mehr Geld auf ihrem Sparkonto oder Sparbuch angehäuft, berichtete Spalt. Durch die Negativzinsen verringerten sich die Mittel so jedoch, anstatt sich zu vermehren. Es gehe daher auch darum, die Menschen zu Investitionen in Wertpapiere zu animieren. So könnten diese am Wachstum teilhaben.

Stadtbibliothek Dornbirn

Das Pressegespräch ging am Freitag in der Dornbirner Stadtbibliothek über die Bühne. Der Ort war nicht zufällig gewählt. Denn die Bibliothek wurde mit Mitteln der Dornbirner Sparkasse realisiert. Für Harald Giesinger, Vorstandsvorsitzender der Dornbirner Sparkasse, spiegelt dies auch den Gründungsauftrag der Sparkassen zur Förderung des regionalen Wohlstandes wider. An Bedeutung gewinnt zudem nachhaltiges Wirtschaften. So werden bei der Erste Group und damit auch bei den Sparkassen künftig die ESG-Kriterien stärker berücksichtigt. ESG steht für „Environmental Social Governance“ also „ Umwelt, Soziales, verantwortungsvolle Unternehmensführung“.

Hier sieht der Banken-CEO auch die heimische Politik gefordert. Diese müsse Rahmenbedingungen schaffen, damit Sparer heimischen kleinen und mittleren Unternehmen über Fondstrukturen Eigenkapital zur Verfügung stellen können. So könnten beide Seiten davon profitieren. Denn die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank werde wohl noch länger andauern, ist Spalt überzeugt.

In der Pandemie habe sich auch gezeigt, dass die Digitalisierung künftig eine wichtige Rolle spielen werde. Zugleich werde der persönliche Kontakt auch weiterhin in vielen Bereichen bestehen bleiben. „Geldgeschäfte basieren auf Vertrauen, und das entsteht durch den persönlichen Kontakt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende.

Persönlicher Kontakt

Er verdeutlichte dies mit den Erfahrungen aus dem eigenen Unternehmen. Auch bei der Erste Group sei während der Pandemie auf vorwiegend Home­office umgestellt worden. Es habe sich gezeigt, dass „Regeltätigkeiten“ gut von zuhause aus erledigt werden könnten. Bei Arbeiten, bei denen die Beschäftigten kreativ tätig sind, oder wenn neue Mitarbeiter eingeschult werden müssen, sei der persönliche Kontakt jedoch unverzichtbar, meinte Spalt. Das Geschäft hänge immer noch vom Menschen ab.

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