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Drei Generationen unter einem Dach

25.07.2021 • 14:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Aus dem ehemaligen Einfamilienhaus wurde ein Mehrfamilienhaus mit zwei voneinander getrennten Wohneinheiten.<span class="copyright">Thomas Walter</span>
Aus dem ehemaligen Einfamilienhaus wurde ein Mehrfamilienhaus mit zwei voneinander getrennten Wohneinheiten.Thomas Walter

Familie Morscher entschied sich für Zubau beim Elternhaus des Bauherrn.

Knapper werdendes Bauland, steigende Grundstückspreise, Nachhaltigkeit und Ökologie sind nur einige der vielen Faktoren, die für eine Nachverdichtung sprechen. Auch für Andy Morscher und seine Familie lagen die Vorteile eines Zubaus als Alternative zum Bauen auf der grünen Wiese klar auf der Hand. „Da wir hier ein großes Grundstück haben, haben wir uns für einen Zubau entschieden“, erklärt der Bauherr. Aus dem ehemaligen Einfamilienhaus wurde innerhalb kurzer Zeit ein Mehrfamilien­haus mit zwei voneinander getrennten Wohneinheiten: Das junge Paar wohnt nun mit seinen kleinen Sohn Gabriel im ersten Stock des Neu- und Altbaus, während die Mutter des Bauherren im Erdgeschoss des Altbaus lebt. „Der Zubau war früher ein Stallgebäude, getrennt vom Stammhaus. Alles wurde miteinander verbunden und ein Mehrgenerationenhaus geschaffen“, erklärt Andy Morscher.

„Da wir hier ein großes Grundstück haben, haben wir uns für einen Zubau entschieden.“

Andy Morscher, Bauherr
Privat
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Vorteile des Holzbaus

Beim Bau des Mehrfamilienhauses erwies sich Holz als perfekter Baustoff. Für Familie Morscher waren zwei Gründe für die Auswahl von Holz ausschlaggebend: „Zum einen, weil Holz ein natürliches Material ist. Zum anderen, weil es im Vergleich zu anderen Baustoffen schnell geht.“ Auf Wunsch der Hausbesitzer sollte das Eigenheim in nur vier Monaten errichtet werden.
Kein leichtes Unterfangen für den ausführenden Holzbaubetrieb, die Tischlerei und Zimmerei Alfred Feuer­stein aus Bludenz. Doch trotz dieser knappen Vorgabe konnte der Zeitplan eingehalten werden. „Die Ausführung mit vorgefertigten Holzelementen bietet gegenüber anderen Baumaterialien deutliche Vorteile. Sie ist planbar, kalkulierbar und in wenigen Tagen aufgerichtet“, so Manuel Feuerstein vom gleichnamigen Holzbaubetrieb.
Die Wände wurden als Rahmenkonstruktion mit außenliegender Holzweichfaserplatte hergestellt, die Tragekonstruktion mit Holzfaser gedämmt. Dadurch ergab sich ein homogener Wandaufbau, der ausschließlich aus Holz in unterschiedlichen Rohdichten besteht. „Die vorhandene Raumqualität ist unschlagbar“, freut sich der Holzbaumeister.

„Die Ausführung mit vorgefertigten Holzelementen bietet gegenüber anderen Baumaterialien deutliche Vorteile. Sie ist planbar, kalkulierbar und in wenigen Tagen aufgerichtet.“

Manuel Feuerstein, Tischlerei & Zimmerei Alfred Feuerstein

Planung

Mit der Planung des Zu- und Umbaus wurde der Schlinser Architekt Wolfgang Mähr beauftragt, der Vater eines guten Freundes der Familie. Vor über zehn Jahren hatte dieser bereits einen Entwurf für das Grundstück gemacht, der bisher noch nicht realisiert wurde. „Da er alle Unterlagen schon hatte, hat er den Großteil der Planung übernommen“, berichtet Andy Morscher. Die Konzeption der beiden Wohneinheiten war aufgrund mehrerer Gegebenheiten nicht ganz einfach. Vor allem die Nähe zur Straße stellte eine Herausforderung dar.
Trotzdem ist es dem Architekten gelungen, qualitativen Wohnraum zu schaffen, der die Bedürfnisse von allen drei Generationen erfüllt. Das Haus ist so aufgeteilt, dass jede Partei ihren Rückzugsbereich hat, es aber auch Platz für geselliges Beisammensein bietet. Durch den Neubau ist der Garten von der Straße abgeschirmt. Dadurch ist ein neuer, ruhiger Innenhof entstanden, der generationsübergreifend genutzt wird.

Thomas Walter
Thomas Walter

Lieblingsplätze

Mit einer Nutzfläche von 162 Quadratmetern bietet das Haus genügend Raum für die ganze Familie. „Eigentlich halten wir uns überall gerne auf, weil wir mit Platz gesegnet sind“, sagen die Bewohner. Wenn sie nach ihrem Lieblingsplatz im Haus gefragt werden, müssen sie trotzdem nicht lange überlegen: Im Sommer genießen sie die tolle Aussicht am liebs­ten vom Balkon aus, im Winter ist es die Bank beim Holzofen im Wohn-Essbereich. In der kalten Jahreszeit wird hier fast jeden Tag ein Feuer gemacht. Dadurch werden nicht nur Heizkosten gespart, der Ofen verbreitet auch eine wohlige Wärme und steigert die Gemütlichkeit im Eigenheim von Familie Morscher.

Projektdaten

Fertigstellung: 2019

Nutzfläche: 162 Quadratmeter

Bauweise: Holzrahmenbauweise

Fassadenmaterial: vorvergraute Lärchenfassade

Planung: Wolfgang Mähr Bau ­Design – Planungbüro

Ausführung: Tischlerei & Zimmerei Alfred Feuerstein