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Sprachrohr für die jungen Menschen sein

25.07.2021 • 10:00 Uhr / 8 Minuten Lesezeit
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JVP-Landesobmann Raphael Wichtl wurde jüngst beim Landestag wiedergewählt.

Seit 2016 ist Raphael ­Wichtl Landesobmann der JVP Vorarlberg. Kürzlich wurde er beim Landestag wiedergewählt. Der Rückblick auf die vergangenen Jahre fällt für den 28-Jährigen positiv aus. Es sei gelungen, sehr viel in der Partei zu bewegen. Ziel der JVP-Verantwortlichen ist es, nicht nur Forderungen aufzustellen, sondern auch mit am Verhandlungstisch zu sitzen und mit zu entscheiden, um die Lebenssituation der jungen Menschen im Land zu verbessern.

Ehrenamt

Für bessere Rahmenbedingungen und mehr Wertschätzung machen sich die JVP-Mitglieder in Sachen Ehrenamt stark. So soll beispielsweise das Anerkennungssystem für Jugendliche „aha+“ weiter ausgebaut werden. Ebenso sollen vom Land Kampagnen zum Thema Ehrenamt unterstützt werden – etwa in Form einer Vereinsmesse.

Wichtl weiß, wovon er spricht. Schließlich ist er einer von zwei JVP-Abgeordneten im Landtag. „Dazu stellen wir in Vorarlberg auch noch zwei JVP-Bürgermeister“, fügt der Bregenzer hinzu. Nicht zuletzt gebe es auch im Nationalrat und Europaparlament Mandatare der JVP.

Umwelt & Nachhaltigkeit

Der nächsten Generation einen Planeten zu hinterlassen, der immer noch lebenswert ist. Das ist der Anspruch in der JPV. Der Parteinachwuchst der Volkspartei bekennt sich in den Leitideen daher klar zum Energiesparen. Ebenso soll das Bewusstsein für das Thema Energie gesteigert werden. Auch das Grün soll im Land nicht zu kurz kommen. Die JVP-Verantwortlichen sprechen sich dementsprechend für Dach- und Fassadenbegrünungen in Städten aus und forden den Erhalt von Grünflächen. Es brauche bei der Bodenversiegelung ein Gleichgewicht zwischen Landwirtschaft und Wirtschaft.

Zur Umweltpolitik gehört für die JVP-Landtagsabgeordnete Christina Metzler auch die Frage der Mobilität. Hier macht sich sich gemeinsam mit ihren Kollegen für „Smart Mobility“ stark. Über eine digitale Plattform sollen in Vorarlberg Car-Sharing, öffentliche Verkehrsmittel oder Leihräder einfach genutzt werden können. Auch die Abrechnung soll über die Plattform laufen.

Anliegen der Jugend

Der Landesobmann hat auch Beispiele parat, was in den vergangenen Jahren erreicht worden ist. So sei mit dem durchgehenden Nachtzug eine langjährige Forderung der Jugendorgansiation umgesetzt worden. Und erst in der jüngsten Landtagssitzung wurde ein Konjukturpaket für die Jugend beschlossen. „Dieses ist ein großer Erfolg, an dem wir auch mitgearbeitet haben“, meint Wichtl. Zudem ist er überzeugt davon, dass die Anliegen der jungen Menschen ernst genommen werden.

Bildung

Reformen im Bildungsbereich fordern die Mitglieder der Nachwuchsorganisation der Volkspartei. Schulen und Hochschulen müssten zukunftsfit gemacht werden. Dazu gehöre die Überarbeitung des Fächerkanons, um diesen zeitgemäßer zu gestalten. Finanzen oder Kunst und Kultur müssten ebenso Raum bekommen wie die Medien- oder die politische Bildung.

Nicht vergessen dürfe man aber auch die duale Ausbildung. Hier machen sich die JVP-Vertreter für die Beibehaltung und Ausweitung des Lehrlingsbonuses stark. Dieser war eingeführt worden, damit Unternehmen auch in der Pandemie dazu ermuntert werden, neue Auszubildende einzustellen. Dazu sollen gemäß der präsentierten Leitideen auch stetig neue Lehrberufe geschaffen werden.

JVP-Obmann Raphael Wichtl hält es für wichtig, „dass möglichst jeder junge Mensch in Vorarlberg eine Ausbildung absolvieren kann, bei welcher er seine persönlichen Talente entfalten kann“.

Allerdings gilt es, dies den Jugendlichen auch zu vermitteln. Wie wichtig dies ist, weiß der JVP-Landesobmann aus eigener Erfahrung: „Ich war mit 15 Jahren durchaus politisch interessiert, aber ich habe immer das Gefühl gehabt, dass die Meinung eines 15-jährigen Schülers einen Politiker nicht interessiert.“ Ein guter Freund hat ihn dann einmal zu einer Veranstaltung der JVP mitgenommen, wo auch der damalige Landesobmann Thomas Winsauer zu Gast war, der bereits Abgeordneter im Landtag war und immer noch ist. Er fragte Wichtl, wie es ihm gehe und welche Anliegen er habe, und man kam ins Gespräch.

Junges Wohnen

In Sachen Wohnen sehen die JVP-Vertreter die Politik gefordert. Gerade für junge Menschen müsse dieses leistbar sein. Umso wichtiger sei es, dass Maßnahmen getroffen würden, um den Druck am Wohnungsmarkt zu lindern.

So plädieren die Mitglieder der Nachwuchsorganisation etwa für Erleichterungen bei der Errichtung eines Eigenheims für junge Familien. Zudem solle jede zehnte Wohnung im gemeinnützigen Wohnbau für Menschen unter 26 Jahren reserviert sein. In Sachen alternative Wohnformen können sich die JVP-Verantwortlichen auch die Schaffung einer Vermittlungsstelle zwischen Alt und Jung vorstellen, um auf diese Weise Generationen-Wohngemeinschaften zu fördern.

„Ich bin mit dem guten Gefühl heimgegangen, dass es hier eine Organisation gibt, bei der ich als junger Mensch wahrgenommen werde, und meine Meinung etwas gilt“, erzählt der 28-Jährige. Dies sei der Zugang der JVP. Man will ein Sprachrohr für die jungen Menschen sein und es soll eine Plattform geboten werden, um mit Politikern an einem Tisch zu sitzen und die eigene Zukunft proaktiv mitzugestalten.

Standort & Innovation

Ein vielfältiger Bereich ist aus Sicht der JVP das Thema Standort und Innovation. In ihren Leitideen sprechen die Verantwortlichen beispielsweise die Digitalisierung an. Sie machen sich dafür stark, den Glasfaseranschluss zur Basisinfrastruktur zu machen. Ebenso sollen vermehrt digitale Möglichkeiten genutzt werden – zum Beispiel bei Amtswegen oder auch bei Wahlen. In Sachen Standort ist für die JVP aber auch die S 18 als Verbindung in die Schweiz wichtig.

Nicht zuletzt soll die Region ohne Kirchturmdenken weiterentwickelt werden. Dazu gehörten etwa interkommunale Gewerbegebiete.

Leitidee

In diesem Sinne wurde auch das Programm für die kommenden Jahre erarbeitet, das beim Landestag präsentiert wurde. Die Leitideen wurden in einem großen Beteiligungsprozess formuliert. „Jeder JVPler und jede JVPlerin hatte die Möglichkeit, in unterschiedlichen Arbeitsgruppen zu den Überthemen mitzuarbeiten. Jeder konnte so seine Ideen einbringen, sodass wir jetzt ein Programm für die nächsten Jahre haben, das aus der Feder von vielen JVPlerinnen und JVPlern stammt“, ist Wichtl überzeugt.

Europa

Ein klares Bekenntnis zur EU gibt es von den Mitgliedern der JVP in den Leitideen. Zugleich weisen sie jedoch auch darauf hin, dass sich die Gemeinschaft weiterentwickeln muss. Nicht zuletzt die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass die EU handlungsfähiger und entscheidungsfreudiger werden müsse.

Die Jungpolitikerinnen und -politiker machen sich dafür stark, dass Schulfahrten nach Brüssel oder Straßburg obligatorisch sein sollen und finanziell gefördert werden. Zudem solle Vorarlberg eine ständige Vertretung in Brüssel aufbauen. Derzeit werde zudem an der Schaffung einer Jungen Internationalen Bodenseekonferenz gearbeitet, um die Jugendlichen grenzüberschreitend zu vernetzen.