Allgemein

Leitplanken für die Riedlandschaft

29.07.2021 • 20:24 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bei den Riedflächen kommt es immer wieder zu Nutzungskonflikten. Dem soll mit dem LEK entgegengewirkt werden. <span class="copyright">Hartinger</span>
Bei den Riedflächen kommt es immer wieder zu Nutzungskonflikten. Dem soll mit dem LEK entgegengewirkt werden. Hartinger

Hohenems, Lustenau und Dornbirn erarbeiten gemeinsames Landschaftsentwicklungskonzept .

Die Riedgebiete als ganzes zu betrachten und „Leitplanken“ für die Nutzung zu setzen, um Konflikte zu verhindern. Das ist das Ziel der Verantwortlichen der Städte Hohenems und Dornbirn sowie der Marktgemeinde Lustenau. Zu diesem Zweck wird nun gemeinsam ein landschaftliches Entwicklungskonzept (LEK) erstellt. Seit einer Woche läuft mittlerweile eine Ausschreibung für die externe Begleitung des Projekts. Im ersten Quartal 2022 soll mit der Arbeit begonnen werden. Die Erstellung soll etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Verschiedene Interessen

Die Riedflächen in den Kommunen würden für unterschiedlichste Zwecke genutzt, erläutert der Hohenemser Umweltstadtrat Gerhard Stoppel (ÖVP) die Hintergründe des gemeinsamen Vorhabens. Vom Forst über die Jagd bis hin zur Naherholung – viele Interessen müssen im Ried unter einen Hut gebracht werden. Dazu stellen sich Fragen in Zusammenhang mit Natura-2000-Gebieten, Riedhütten oder auch illegalen Deponieflächen. Es gehe einerseits um eine Bestandsaufnahme und andererseits darum, aufzuzeigen wie eine mittelfristige Entwicklung aussehen könnte. Das Konzept soll gemeinsam mit Interessensvertretern und der Bevölkerung erarbeitet werden.

Wege zum Ziel aufzeigen

Genau zu diesem Zweck wurde nun die externe Projektbegleitung ausgeschrieben. Bis September werden die eingegangenen Angebote gesichtet. Dann werde man eine Wahl treffen, sagt Stoppel. Von den Beratern erwarte man sich, dass diese Wege aufzeigen, wie man am Besten zum Ziel – dem LEK – kommt und wie die verschiedenen Gruppen am besten eingebunden werden können.

Der Hohenemser Umweltstadtrat Gerhard Stoppel freut sich auf die Erarbeitung des Konzepts. <span class="copyright">VP Hohenems</span>
Der Hohenemser Umweltstadtrat Gerhard Stoppel freut sich auf die Erarbeitung des Konzepts. VP Hohenems

Es sei von Anfang an der Wunsch gewesen, die Riedflächen überörtlich zu betrachten. In Lustenau gibt es bereits ein Konzept für das Ried. Dieses soll nun in das neue LEK miteinbezogen werden. Auch die Verantwortlichen in Dornbirn seien sofort mit im Boot gewesen, als man bei ihnen wegen der Erstellung eines gemeinsamen Konzepts angefragt habe, erzählt der Hohenemser Umweltstadtrat. Eine Absage habe es leider aus Lauterach gegeben. Dort sei man derzeit leider mit anderen Projekten beschäftigt. „Wir werden die Lauteracher Riedflächen aber auch bei unseren Planungen mitdenken“, betont Stoppel.

Nicht das erste landschaftliche Entwicklungskonzept

Für die Hohenemser ist das LEK zum Ried nicht die erste Erfahrung in diesem Bereich. Bereits im Dezember 2019 wurde ein derartiger Plan für das Gebiet Schuttannen beschlossen. „Dort ging es zwar um andere Interessen, aber der Prozess an sich ist durchaus vergleichbar“, bringt es der Umweltstadtrat auf den Punkt. Auch in Schuttannen spielen die Jagd und der Forst eine Rolle. Genauso gibt es dort aber auch Ferien- und Vereinshäuser, Gastronomiebetriebe oder auch Wintersport. Das LEK dient als Orientierung für die künftige Entwicklung aber bringt keine Verpflichtungen für die Betroffenen mit sich. Vielmehr soll dadurch der Austausch aller Beteiligten gefördert werden. Ebenso seien die Leitlinien nicht starr. So habe sich etwa in Schuttannen gezeigt, dass sich immer wieder neue Möglichkeiten ergäben – wie etwa ein neuer Wanderweg.

Konflikten vorbeugen

Im Ried geht es dagegen beispielsweise darum, wie Konflikte zwischen Hundebesitzern, die mit ihrem Vierbeiner spazieren gehen, und anderen Ried-Nutzern verhindert werden können. Thema werden auch die Riedhütten sein, die die Gemeinden schon seit Jahren beschäftigen. Diesbezüglich gebe es bereits Konzepte, die auch abgearbeitet würden, aber gerade durch die Corona-Pandemie stünden zum Beispiel Schrebergärten hoch im Kurs, erläutert Stoppel. Auch dieser Frage könnte in dem Konzept Rechnung getragen werden: „Vielleicht findet sich ja bei der Erarbeitung des Konzepts ein möglicher Standort für Schrebergärten.“ Zugleich räumt der Umweltstadtrat ein, dass die Kommunen im Ried großteils nicht Grundbesitzer sind. Darum werde auch auf die breite Zusammenarbeit mit den Betroffenen gesetzt.

Vielfach geäußerter Wunsch

Für den Hohenemser Umweltstadtrat ist die Ausarbeitung des LEK Ried das Highlight der Legislaturperiode: „Ich freue mich schon wahnsinnig darauf.“ Denn mit den Leitlinien für den Umgang mit den Riedflächen werde auch einer Forderung Rechnung getragen, die von vielen Seiten geäußert worden sei. Das LEK entspreche auch dem Willen aller Fraktionen in der Stadtvertretung. Umso erfreulicher sei es, dass der Prozess nun gestartet werden könne.