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Reiseverkehr erreicht am Wochenende seinen Höhepunkt

29.07.2021 • 10:26 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Blechkolonne rollt in Richtung Süden
Die Blechkolonne rollt in Richtung Süden (c) Fotolia

Wahrscheinlich Stau durch Ferienbeginn, Blockabfertigung und Grand Prix.

In Bayern, dem bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands, beginnen am Freitag die Ferien. Das alleine wird schon für Verkehrsüberlastungen am Wochenende und erhöhte Staubildung sorgen – vor allem in Tirol, Salzburg und Kärnten.

Dazu kommen Fahrverbote in Tirol, um dem massiven Ausweichverkehr bei Stau auf der Fernpass Straße (B179) entgegenzuwirken, wie der ÖAMTC erklärt. Ab 31. Juli gelten an Wochenenden Fahrverbote auf der Reuttener Straße (L69) und der Pinswanger Straße (L288) im Bezirk Reutte. Der Ziel-, Quell- und Anrainerverkehr ist davon ausgenommen.

Rückreise und Formel 1

In den vergangenen Wochen nahm der Reiseverkehr sukzessive zu. Nach den letztwöchigen Erfahrungen sind auch auf der Fernpassstrecke (B179) und auf der Pyhrnstrecke (A8/A9) von Suben über Wels und Graz Richtung Spielfeld Verzögerungen programmiert. „Auf Letzterer waren zweistündige Wartezeiten bei der Einreise bei Suben und Blockabfertigung vor dem Bosrucktunnel auf der A9 gang und gäbe. Auf der Fernpassstrecke ist mit Blockabfertigungen vor dem Grenztunnel Füssen und dem Lermoosertunnel zu rechnen,“ so der ÖAMTC.

Kroatien-Reisende müssen demzufolge an den slowenisch-kroatischen Grenzen in beiden Richtungen Wartezeiten von zwei Stunden und mehr einplanen (vor allem bei Gruskovje/Macelj).

In Ungarn findet am Wochenende ein Formel-1-Rennen statt, Staus beim Grenzübergang Nickelsdorf (A4) sind vor allem am Sonntagabend bei der Rückreise der Grand-Prix-Besucher zu erwarten.

Extreme Steigerung beim Schwerverkehr

Im 1. Halbjahr heuer sind auf den meisten Autobahnen und Schnellstraßen wieder mehr Lkw unterwegs gewesen als vor der Coronakrise, so der VCÖ mit Verweis auf die 283 Asfinag-Zählstellen. Bundesweit waren um 2,2 Prozent mehr Schwerfahrzeuge unterwegs als im 1. Halbjahr 2019. Gegenüber dem Vorjahr gab es ein Plus von 12,7 Prozent. Der Autobahnabschnitt mit der höchsten Lkw-Belastung war die A1 bei Traun (2,8 Mio. Laster).

„Der Lkw-Verkehr nimmt damit deutlich mehr zu als die Wirtschaft wächst“, so VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Zweitstärkster Brummer-Hotspot nach der A1 bei Traun war die A2 Südautobahn bei Biedermannsdorf mit mehr als 2,4 Millionen Lkw. „Auch auf der A8 Innkreisautobahn ist die Belastung durch den Lkw-Verkehr stark gestiegen: Bei Krenglbach rollten im 1. Halbjahr fast 2,2 Millionen Lkw über die Autobahn, um fünf Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten des Jahres 2019″, rechnete heute der Verkehrsclub vor. Bei der S1 (Tunnel Vösendorf) betrug das Plus gegenüber dem Vorkrisenhalbjahr gar 11 Prozent. Weniger Lkw als im 1. Halbjahr 2019 waren unter anderem auf der A12 Inntalautobahn und der A13 Brennerautobahn unterwegs.

Der VCÖ sieht dringenden Handlungsbedarf. „Wie die Daten des Umweltbundesamts zeigen, können in Österreich mit der Verlagerung von Lkw-Sattelzügen auf die Schiene die CO2-Emissionen des Transports um 95 Prozent reduziert werden“, so Schwendinger. Dass es auch anders gehe sehe man am Salzburger Eisenwerk Sulzau-Werfen, wo seit heuer rund 20.000 Tonnen Eisenschrott pro Jahr wieder mit der Bahn statt mit dem Lkw transportiert werden.