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Direkt vom See auf den Teller

31.07.2021 • 20:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Fischrestaurant bietet Fisch an, den Berufsfischer Franz Blum im Morgengrauen am Bodensee fängt.<span class="copyright">Stiplovsek</span>
Das Fischrestaurant bietet Fisch an, den Berufsfischer Franz Blum im Morgengrauen am Bodensee fängt.Stiplovsek

Im Fränzle’s wird auf der Terrasse mit Seeblick selbst gefangener Fisch serviert.

Ein bisschen wie im Urlaub ist es im Fränzle’s in Fußach: Die Sonne scheint und Gäste genießen nach einer Rennradtour einen Fischteller und dazu kühlen Radler. Nicht ohne Grund ist die Feriensiedlung mit Kanälen auch unter dem Namen „Klein Venedig“ bekannt. Das Lokal befindet sich auf einer Bootsgarage. Die dunk­len Holzbänke auf der Terrasse wurden an den Stil der Hohentwiel angelehnt. „Wie wenn man auf einem Schiff sitzt“, sagt Betreiberin Julia Hollenstein.

Die Terrasse hat auch bei schlechtem Wetter offen - außer in sehr seltenen Ausnahmefällen, wie extremer Hagel. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Die Terrasse hat auch bei schlechtem Wetter offen - außer in sehr seltenen Ausnahmefällen, wie extremer Hagel. Stiplovsek

Was einst nur Bootsgarage und Netzlager war, ist heute ein Restaurant. Begonnen hat es mit einer kleinen Sitzmöglichkeit, die sich später zum heutigen Res­taurant entwickelte. Dort wird der Fisch serviert, den Inhaber Franz Blum fängt. „Der Fisch schwimmt am Morgen im See und ist mittags auf dem Teller“, sagt seine Lebensgefährtin Hollenstein, die im Fränzle’s kocht. Der Familienbetrieb lebt von der Leidenschaft, die durch die Eltern der beiden geprägt wurde. Bei Franz Blum sind es die Erlebnisse mit seinem Vater auf dem See, der auch Berufsfischer war. „Ich habe bald gemerkt, dass ich ohne See nicht mehr kann“, sagt Franz Blum. Und bei Julia Hollenstein waren es die gemeinsamen Koch­sessions mit ihrer Mutter.

Julia Hollenstein verbindet das Kochen mit Kindheitserinnerungen mit ihrer Mutter. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Julia Hollenstein verbindet das Kochen mit Kindheitserinnerungen mit ihrer Mutter. Stiplovsek

Dritte Generation

Die Familientradition wird auch im Namen des Fränzle’s wiedergegeben: angelehnt an den Namen Franz, den auch Vater und Opa trugen. Auch das Patent, das Voraussetzung fürs Fischen ist, hat Blum von seinem Vater bekommen und will es auch später seinem Sohn – auch ein Franz – weitergeben. Der Zehnjährige hilft gemeinsam mit seiner sechs-jährigen Schwester Ida schon bei der Verarbeitung der Fische mit – beim Ausnehmen zum Beispiel. So sähen die Kinder die Arbeit, die hinter dem Fisch auf dem Teller stecke und würden es mehr schätzen, sagt Hollenstein.

Im Restaurant gibt es auch einen Fischverkauf. Im Winter, wenn das Restaurant geschlossen hat, kann der Fisch auch ab Hof auf Vorbestellung gekauft werden. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Im Restaurant gibt es auch einen Fischverkauf. Im Winter, wenn das Restaurant geschlossen hat, kann der Fisch auch ab Hof auf Vorbestellung gekauft werden. Stiplovsek

Fischer ohne Netz

Die Speisekarte im Fränzle’s kann variieren, denn der Fang ist vom Wetter und Temperaturen abhängig. Deswegen gibt es eine Tafel, auf der die Gerichte täglich aufgelistet werden. Morgens um halb fünf Uhr holt Blum die Netze vom Vorabend ein. Dann muss er den See nur mit anderen Fischern und singenden Vögeln teilen. „Dabei entfliehe ich dem Alltag“, sagt er. Denn am See habe er meistens keinen Handyempfang.

Kontakt und Öffnungszeiten

Öffnungszeiten: derzeit Mittwoch bis Montag 10–22 Uhr, Dienstag Ruhetag

Saison: Mai bis Oktober

Adresse: Schanz 40a, 6972 Fußach

Reservierung: +43 664 911 04 62 und info@fraenzles.at

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