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Weiter Streit um Bau im Bludenzer Villenviertel

31.07.2021 • 06:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Bludenzer Rathaus soll das Projekt bald genehmigt werden. <span class="copyright">Hartinger</span>
Im Bludenzer Rathaus soll das Projekt bald genehmigt werden. Hartinger

Gunther Zierl sieht Verletzung des Baugesetzes und ortet politische Einflussnahme.

Der Plan von Jäger Bau, im Villenviertel drei Wohnblöcke zu errichten, schlägt weiterhin Wellen. Der Ziviltechniker Gunther Zierl, der für das Team Mario Leiter als Ersatzmann in der Stadtvertretung sitzt, rechnet mit der baldigen Genehmigung des Projekts durch Bürgermeister Simon Tschann (ÖVP). Zierl kritisiert nach wie vor die Massivität der geplanten Wohnblocks. Der Abstand zur Straße sei gering. Entgegen seiner ursprünglichen Annahme stünden „der Genehmigung des Bauvorhabens sehr wohl gesetzliche Regelungen im Wege“, so Zierl. Nach dem Baugesetz seien Bauvorhaben in Größe, Form, Farbe und Baustoffen so zu gestalten, dass sie sich in die Umgebung, in der sie optisch in Erscheinung treten, einfügten. „Was für das gegenständliche Bauvorhaben wahrlich nicht zutrifft“, fügt er hinzu. Einwände könnten von Anrainern, denen Parteienstellung zukommt, erhoben werden. Er gehe davon aus, dass das Gutachten der Stadtplanung auf diesen Sachverhalt Bezug nehme. Dieses liege ihm aber nicht vor.

Andere bekamen Auflagen

Bei anderen Projekten in der Gegend habe man den Bauträgern höhere Auflagen gemacht. Kein Neubauprojekt komme an die geplante Verbauung in der Fohrenburgstraße heran. Zwar seien auch zwei anderen Unternehmen höhere Baunutzungszahlen bewilligt worden, allerdings hätten diese entweder historische Bausubstanz erhalten müssen oder sich zur Errichtung eines Kinderspielplatzes verpflichtet. Die drei Blocks auf dem 2323 Quadratmeter großen Grundstück, von dem laut Zierl noch 200 Quadratmeter für den Gehsteig wegfallen werden, sollen je 169 Quadratmeter Grundfläche aufweisen und zwölf Meter hoch werden. Die Stadt habe aufgrund der Größe des Vorhabens ein Verkehrsgutachten für das gesamte Viertel beauftragt. Zierl hegt den Verdacht, dass beim Bauprojekt „partikulare Interessen im Vordergrund stehen und deshalb auf den Genehmigungsprozess durch politisch gut vernetzte Personen Einfluss genommen wird“.