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Hilfsbereite Pensionistin um Erspartes betrogen

02.08.2021 • 20:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozess am Landesgericht
Prozess am Landesgericht

57-Jähriger bezahlte Frau (77) Darlehen von 6000 Euro nicht zurück.

Eine hilfsbereite Pensio­nistin aus dem Bezirk Bregenz hat der mit ihr freundschaftlich verbundene Angeklagte nach Ansicht des Richters um einen Teil ihrer Ersparnisse betrogen. Der 57-Jährige hat der 77-Jährigen ein Darlehen von 6000 Euro nicht zurückbezahlt. Dafür wurde der Unbescholtene mit dem geringfügigen Einkommen am Landesgericht Feldkirch wegen schweren Betrugs zu einer teilbedingten Geldstrafe von 1280 Euro (320 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt.

Vorgetäuscht

Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 320 Euro (80 Tagessätze). 960 Euro (240 Tagessätze) wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte und die Staatsanwältin nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht fünf Monaten Haft. Der Angeklagte habe der Darlehensgeberin vorgetäuscht, dass er das geliehene Geld zurückzahlen kann, sagte Richter Andreas Böhler in seiner Urteilsbegründung. Dabei habe er bereits hohe Schulden gehabt. Er hätte der Kreditgeberin sagen müssen, das er nicht zahlungsfähig ist.

Anzeige im Dezember 2019

Am 24. Jänner 2019 hatte die Rentnerin dem Angeklagten 6000 Euro geliehen. Schriftlich vereinbart wurde, dass er ihr das Geld schon bis 15. Februar zurückzahlt. Der Angeklagte sagte vor Gericht, er habe der Frau bis dato noch keinen Cent zurückgegeben. Im Dezember 2019 erstattete die Geldverleiherin Anzeige, nachdem sie bis dahin hingehalten wurde. Zunächst hatte sie ihm kein Geld leihen wollen. Dann gab sie seinem Flehen nach und behob den Betrag bei ihrer Hausbank. Obwohl es sich dabei für sie um viel Geld gehandelt habe, gab sie bei der polizeilichen Einvernahme an.

Provision für Immo-Tipp.

Der Angeklagte sagte, er habe keine Betrugsabsicht gehabt. Seine Hoffnungen auf Einnahmen aus drei Quellen, die ihm die Darlehensrückzahlung ermöglicht hätten, hätten sich bislang leider nicht erfüllt.
So warte er auf die Rückzahlung eines Privatdarlehens über 450.000 Euro und auf eine Provision als Tippgeber für ein 50 Millionen Euro teures Immobilienprojekt. Zudem würden ihm pro Woche 12.500 Euro aus einem Joint-Venture-Vertrag zustehen, den er wegen einer Vereinbarung über Stillschweigen dem Gericht leider nicht vorlegen dürfe. Beteiligt daran seien die Vereinten Nationen. Und dabei gehe es auch um die US-Präsidentschaftswahlen.

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