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Im Dienste der guten Geschichte

03.08.2021 • 19:50 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Er hat schon ein Goldenes Einhorn, heuer bestimmt er mit, wer eines bekommt: Felix Kalaivanan. <span class="copyright">Ines Dostal</span>
Er hat schon ein Goldenes Einhorn, heuer bestimmt er mit, wer eines bekommt: Felix Kalaivanan. Ines Dostal

Bei der Alpinale war Felix Kalaivanan schon viele Male zu Gast.

Immer wieder führen die Wege von Felix Kalaivanan zum Alpinale Kurzfilmfestival. Dieses Jahr kehrt der junge Vorarlberger Drehbuchautor und Filmregisseur als Jurymitglied nach Bludenz zurück, nachdem er selbst im Jahr 2018 das Goldene Einhorn in der Kategorie „v-shorts“ gewann. Schon vor rund sieben Jahren war er schon einmal Teil der Alpinale-Jury. Doch die erste Verbindung mit dem Festival liegt noch weiter zurück, wie Kalaivanan im Gespräch erzählt.

Die Alpinale startet am 10. August. <span class="copyright">Alpinale/Anna Salcher</span>
Die Alpinale startet am 10. August. Alpinale/Anna Salcher

Vor über zehn Jahren machte Kalaivanan bei einem Alpinale-Workshop erste praktische Erfahrungen mit dem Medium Film. Dabei wurde ihm eine Kamera „in die Hand gedrückt“, was einen entscheidenden Schritt auf seinem Weg in Richtung Filmakademie Wien darstellte, so der 28-Jährige, der neben seinen Aufenthalten in Vorarlberg noch heute in der Bundeshauptstadt lebt und arbeitet. Kalaivanan schreibt heute Drehbücher, aber auch Theaterstücke und weitere Texte, er ist als Regisseur und Editor tätig. Das Wiedersehen mit Kollegen und Freunden bei der Alpinale sei jedes Mal wie „Weihnachten mitten im Sommer“, meint er. Im Lauf der Jahre seien viele Verbindungen zu anderen Filmschaffenden, auch von außerhalb Österreichs, entstanden. Und als Geschenk gebe es noch Überraschungen in Kurzfilmform obendrauf. Die Jury sieht die Filme erst während des Festivals gemeinsam mit dem Publikum.

Potential

Heuer ist die Alpinale-Jury erstmals in zwei Gruppen geteilt: Die Experten Gerlando Infuso, Denis Mujovic und Lotte Kircher sind für die Kategorien Kurzspielfilm und Animation zuständig, während sich Thomas Taborsky, Anna Starzinger und Kalaivanan um die Kategorien Horror, Virtual Realitiy (VR) und die besten Vorarlberger Filmproduktionen kümmern. Was die 2019 in die Alpinale eingeführten Virtual-Reality-Filme betrifft, so sei es schade, dass heuer aufgrund der Pandemie nur die Jurymitglieder die VR-Brille aufsetzen könnten, meint der in Götzis aufgewachsene Kalaivanan. Er habe selbst schon einige VR-Versuche gewagt, gerade im Animationsfilm sehe er für diese Technik ein großes Potential.

Raffinesse

Den Horrorkurzfilm betrachtet der Filmemacher als eine unterschätzte Sparte. „In diesem Genre ist eine große handwerkliche Raffinesse gefragt“, sagt Kalaivanan. Vieles hätten die Horror-Fans schon gesehen, schließlich sei dies eines der ältesten Genres – damit sei auch die Kreativität der Filmemacher gefragt, um eine spannende Geschichte mit den richtigen handwerklichen Tricks zu transportieren.

Zur Person/Die Alpinale

Felix Kalaivanan wurde 1993 in Feldkirch geboren. Studium an der Filmakademie Wien (Drehbuch und Dramaturgie, sowie Schnitt). 2018 erhielt er unter anderem den Anerkennungspreis beim Kulturpreis Vorarlberg. Die Alpinale wird von Dienstag, den 10. bis zum 14. August veranstaltet. Infos und Tickets: www.alpinale.at.

Den Horrorkurzfilm betrachtet der Filmemacher als eine unterschätzte Sparte. „In diesem Genre ist eine große handwerkliche Raffinesse gefragt“, sagt Kalaivanan. Vieles hätten die Horror-Fans schon gesehen, schließlich sei dies eines der ältesten Genres – damit sei auch die Kreativität der Filmemacher gefragt, um eine spannende Geschichte mit den richtigen handwerklichen Tricks zu transportieren.

Wichtige Funktion

Vor drei Jahren heimste Kalaivanan mit seinem Streifen „Metastaaten“ ein Goldenes Einhorn ein: eine große Anerkennung, wie er sagt. Es sei wichtig als junger Filmemacher wahrgenommen zu werden, doch die Alpinale erfülle hierzulande noch eine weitere bedeutende Funktion: Das Festival ist die meiste Zeit die einzige Möglichkeit im Ländle, Kurzfilme zu sehen – jedenfalls in diesem Umfang. So bekomme man als Filmemacher mit, was international gerade geschehe, meint Kalaivanan. Das Genre Kurzfilm spielt auch in seinem Schaffen eine wesentliche Rolle, so arbeite er gerade an einer Kurzfilm-Serie. Die Sparte sei jedenfalls eine gute Möglichkeit als Nachwuchsfilmer, sich in dem Medium zu erproben.

Felix Kalaivanan gewann den Preis mit seinem Film "Metastaaten". <span class="copyright">Kalaivanan</span>
Felix Kalaivanan gewann den Preis mit seinem Film "Metastaaten". Kalaivanan

Nach welchen Kriterien bewertet Kalaivanan nun die Filme – auch jene seiner 18 Kollegen, die für die „v-shorts“ nominiert sind? Wichtig ist für den Drehbuchautor, dass die Technik im Dienst einer guten Geschichte steht. „Ein preisverdächtiger Kurzfilm muss ehrlich und präzise mit seinen Figuren und seiner ihm eigenen Erzählstrategie umgehen“, so Kalaivanan. Und weiter: ein guter Kurzfilm „ragt aus der tagtäglichen Flutwelle an Bewegtbildern hervor, regt Diskussionen an und bleibt lange im Gedächtnis“.