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Probleme mit Flügen an erster Stelle

05.08.2021 • 19:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Viele Vorarlberger fliegen heuer wieder in den Urlaub.                  <span class="copyright">APA/DPA</span>
Viele Vorarlberger fliegen heuer wieder in den Urlaub. APA/DPA

Bei der AK gibt es mehr Anfragen zu Reiseproblemen als vor Corona.

“Die größten Probleme gibt es nach wie vor mit den Flügen“, erzählt Lisa Natter. Natter arbeitet beim Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Vorarlberg in Feldkirch und ist unter anderem auch im Bereich Reisen tätig. Bei ihr landen Konsumenten, bei denen im Urlaub Schwierigkeiten aufgetreten sind und die daraufhin Rat und Hilfe suchen.

Flüge würden abgesagt oder verschoben und sehr häufig werde es da mit der Rückerstattung schwierig, berichtet die Konsumentenschützerin von ihren Erfahrungen. Am häufigsten gebe es dabei Probleme, wenn über Vermittlungsplattformen gebucht worden sei. „Es kann aber auch passieren, dass bei Pauschalreisen nicht alles wie geplant abläuft“, sagt sie.

Ständige Änderungen

Schwierig mache den heurigen Urlaub aber auch der Umstand, dass sich Einreisebestimmungen in die verschiedenen Länder aufgrund der Corona-Pandemie ständig ändern würden, sodass kaum sichere Vorhersagen möglich sind. Vom Flug in die Ferne lassen sich die Leute dennoch nicht abhalten. „Die Leute wollen trotzdem in den Urlaub.“

Für einen Großteil der Flüge bzw. unter bestimmten Bedingungen gelte die EU-Fluggastrechteverordnung, erklärt die Konsumentenschützerin. Da habe man Anspruch auf eine Rückerstattung, wenn der Flug annulliert wird. „Aber die Durchsetzung ist oft schwierig“, weiß Natter. Häufig passiere es, dass die Verantwortung von einem zum anderen geschoben werde: von der Vermittlungsplattform auf die Fluggesellschaft und umgekehrt. Dazwischen steht dann der Konsument, der wenig machen kann. „Bis es wirklich zu einer Rückerstattung kommt, kann es dauern. Das ist oft ein langwieriger Prozess“, berichtet die AK-Expertin.

Lisa Natter vom Konsumentenschutz der AK Vorarlberg.               <span class="copyright">AK Vorarlberg</span>
Lisa Natter vom Konsumentenschutz der AK Vorarlberg. AK Vorarlberg

Probleme bei den Flügen kommen in diesem Sommer Corona-bedingt natürlich häufiger vor als in den Jahren vor der Pandemie, stellt die Konsumentenschützerin fest. Deshalb rate man den Leuten auch, so gut wie möglich präventiv zu agieren und sich auf eventuelle Änderungen einzustellen. „Wenn man dann in der Situation steckt und es nicht klappt, wird es schwierig.“
In Hinblick auf Kos­tenpflicht bei Stornierungen und anderen Corona-bedingten Schwierigkeiten fehle derzeit noch in vielen Bereichen die Rechtsprechung, erklärt Natter, sodass vieles noch nicht geklärt sei.

“Bis es wirklich zu einer Rückerstattung kommt, kann es oft dauern”

Lisa Natter, AK-Konsumentenschutz

Derzeit rufen bei Natter vier bis fünf Menschen täglich an, die Probleme bei ihrem Urlaub hatten. Sie ist aber nicht die einzige, die sich bei den AK-Konsumentenschützern um Reiseprobleme kümmert, sodass die Zahl insgesamt um einiges größer ist. Derzeit gebe es aber mehr Anfragen zum Thema Reisen als in den Zeiten vor Corona, so Natters Eindruck.

Einen wirklich großen Andrang gab es beim ersten Lockdown im Vorjahr, erzählt sie. Damals waren die Ereignisse unvorhersehbar und viele Menschen wurden im Urlaub davon überrascht. „Damals hatte ich an die zehn Anrufe täglich“, erinnert sich die Konsumentenschützerin.

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