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Kaffeehaus-Zukunft entscheidet sich bald

09.08.2021 • 21:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Dezember 2019 wurden im Café Feurstein die letzten Gäse bedient.<span class="copyright">Hartinger </span>
Im Dezember 2019 wurden im Café Feurstein die letzten Gäse bedient.Hartinger

Noch ist offen, was im Café Feurstein in Feldkirch passieren wird.

Ehemalige Stammgäste und Kaffeehausliebhaber fiebern der Entscheidung, wie es mit dem Café Feurstein in Feldkirch weitergeht, seit vielen Monaten entgegen. So wie es aussieht, könnte im Herbst festgelegt werden, wer das seit Ende Dezember leerstehende Traditionskaffee übernehmen wird. Wie berichtet hatte die Stadt das Lokal zur Pacht ausgeschrieben. Interessierte Gastronomen wurden ersucht, ein Betriebs-, Sanierungs- und Finanzierungskonzept zu übermitteln. Zehn Interessenten meldeten sich, zwei Bewerber kamen in die engere Auswahl.

Zwei Bewerber-Duos

Laut Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Benedikt König (ÖVP) handelt es sich bei den Bewerbern um jeweils zwei Personen, deren Konzepte von der Vermögensabteilung evaluiert wurden. Das eine Bewerber-Duo plant auf Basis der bisherigen Konzession einen Kaffeehausbetrieb, das andere Projekt sieht ein Res­taurant vor, was eine neue Konzession erfordern würde. „Daraus ergaben sich Rückfragen an die Bewerber, die die weiteren Entscheidungen bestimmen werden“, erklärt König auf Anfrage. Nicht zuletzt hänge die Dimension allfälliger Umbauten beziehungsweise Investitionen von der Art des zukünftigen Betriebes ab, was wiederum unmittelbare Auswirkung auf die Anforderungen der Bezirkshauptmannschaft für die Erteilung der Bewilligung habe. „In puncto Tragung der Investitionskosten unterscheiden sich die beiden Modelle grundlegend“, lässt der Wirtschaftsreferent der Stadt wissen.

Café oder Restaurant?

Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Benedikt König. <span class="copyright">ÖVP Feldkirch</span>
Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Benedikt König. ÖVP Feldkirch

Hinter der – wohl auch für die Stadt – kostspieligeren Restaurant-Variante steht Hinter der – wohl auch für die Stadt – kostspieligeren Restaurant-Variante steht laut NEUE-Informationen ein Bewerberpaar aus der Schweiz. Bei den anderen Bewerbern handelt es sich um den Immobilienunternehmer Hanno Breitfuss und Hecht-Wirtin Waltraud Waldner. Ersterer würde die stark sanierungsbedürftige Immobilie herrichten und an Waldner untervermieten. Laut König wird das Stadtratsgremium über den Zuschlag entscheiden, sobald alle Informationen vorliegen und Gespräche mit den Bewerbern geführt wurden. Mit einer Entscheidung vor September sei allerdings nicht zu rechnen, stellt der Stadtrat klar. Die Nachnutzung des seit 1949 bestehenden Kaffeehauses hatte in den vergangenen eineinhalb Jahren immer wieder für Kontroversen gesorgt. So wehrt sich die Stadtverwaltung etwa vehement gegen das Vorhaben des Bundesdenkmalamts (BDA), das seit 1949 bestehende Kaffeehaus samt Mobiliar dauerhaft unter Schutz zu stellen. Das Verfahren ist noch anhängig, ein Bescheid des BDA noch nicht ergangen.

„In puncto Tragung der Investitionskos­ten unterscheiden sich die beiden Modelle grundlegend.“

Benedikt König
Wirtschaftsstadtrat (ÖVP)

Kein Präjudiz

Dass die Ausschreibung beziehungsweise Verpachtung des Lokals eine präjudizielle Wirkung haben könnte, schloss die Rechtsabteilung des BDA bereits im Frühjahr aus. Das bedeutet, dass der Umstand, dass das Lokal nun wieder als Kaffeehaus vermietet wird, für die Beurteilung des Falles nicht bedeutsam ist.

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