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Klimaveränderungen: Rauch schlägt Alarm

13.08.2021 • 19:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Stiplovsek

Landesrat Rauch kritisiert Klimawandel-Leugner und präsentiert den Aktionsplan.

Die Klimaveränderung ist da. Es ist unbestritten und kann auch nicht mehr rückgängig gemacht werden“, begann Landesrat Johannes Rauch seine Ansprache im Rahmen einer Pressekonferenz am gestrigen Freitag.
Der Grünen-Politiker nahm kein Blatt vor den Mund und kritisierte nicht nur „Beschwichtigungshofräte und weltfremde Funktionäre aus den Lobby-Organisationen“, sondern auch direkt Kanzler Sebastian Kurz. Dieser hatte unlängst noch gegenüber den VN betont: „Ich bin überhaupt nicht der Meinung, dass unser Weg zurück in die Steinzeit sein sollte. Ich halte weder von der ständigen Politik des erhobenen Zeigefingers etwas noch von Fantasien, dass man irgendwie leben könnte wie im vergangenen Jahrhundert.“
Es ginge nicht darum, Angst zu verbreiten oder Verzicht zu predigen. „Es geht darum, den Realitäten ins Auge zu schauen. Es geht um Sicherheit und wenn wir diese wollen, dann ist es Zeit zu handeln“, sagte Rauch. Er könne eben diese Beschwichtigungshofräte aus Politik und Wirtschaft nicht mehr hören und schon gar nicht mehr ernst nehmen. „Wer heute in der Politik tätig ist, hat eine historische Verantwortung. Für die Kinder und Enkelkinder“, erklärte der Landesrat.

Johannes Rauch und Markus Niedermair vom Fachbereich Energie und Klimaschutz im Amt der Vorarlberger Landesregierung.<span class="copyright"> Rauch</span>
Johannes Rauch und Markus Niedermair vom Fachbereich Energie und Klimaschutz im Amt der Vorarlberger Landesregierung. Rauch

Wer sich schon nicht von ökologischen Argumenten überzeugen ließe, der solle zumindest auf die Ökonomen hören. „Wir beklagen die Schäden und fördern die Ursachen. Allein in Österreich hatten wir 250 Millionen Euro Schäden durch Trockenheit, Hagel oder Starkregen. Die Zusammenhänge zwischen Extremwetterereignissen und Klimaveränderungen sind mittlerweile evident und uns läuft die Zeit davon.“

Aktionsplan 2021/22

Aus diesem Grund hat die Vorarlberger Landesregierung eine Klimawandel-Anpassungsstrategie und einen Aktionsplan 2021/22 mit zehn Punkten vorgestellt. Ziel ist es, die Treibhaus-Emissionen des Bundeslandes bis 2030 zu halbieren. So gibt es mittlerweile mit Vorderwald-Egg, den Plan-B-Gemeinden, der Regio im Walgau, dem Großen Walsertal und Vorderland-Feldkirch fünf Klimawandelanpassungs-Modell­regionen. In diesen Regionen werden Anpassungskonzepte an den Klimawandel entwickelt und diese in die Umsetzung geführt, beispielsweise Sicherheitstipps gegen Hitzestress oder Baumpflanzungen. Weitere Punkte sind Luftreinhaltung zur Minimierung von Sommersmog, Beratungen für klimafitte Privatgebäude, erhöhte Förderungen für klimafitte Gemeindebauten und Gestaltung klimafitter Wälder. Ebenfalls in der Strategie enthalten ist die Forcierung der bodennahen Ausbringung von flüssigen Wirtschaftsdüngern sowie ein Aktionsplan für den Moorschutz in Vorarlberg, grüne Infrastruktur für ein angenehmes Mikroklima, zweite Standbeine für die Trinkwasserversorgung in 59 Prozent der Gemeinden und räumliche Entwicklungspläne berücksichtigende Klimawandelanpassung.