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Menschen helfen, gehört zu werden

13.08.2021 • 20:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Roland Paulitsch</span>
Roland Paulitsch

Manuel Ganahl macht sich für Menschen stark, die keine große Lobby haben.

Seit 1. Juni ist Manuel Ganahl Rechtsschutzsekretär beim ÖGB Vorarlberg. Damit gibt es bei der Gewerkschaft im Ländle erstmals eine eigene Anlaufstelle, an die sich Mitglieder, Betriebsräte und Fachgewerkschafter in Rechtsfragen wenden können, um kos­tenlose Beratung zu erhalten. In den ers­ten Wochen hat sich der 33-Jährige vor allem mit Anfragen zur Corona-Pandemie befasst. Doch auch in anderen Themenbereichen wie dem Kündigungsschutz, Arbeitszeitfragen oder offenen Ansprüchen aus dem Arbeitsverhältnis steht der Jurist mit Rat und Tat zur Seite.

Rückkehr ins Ländle

Doch nicht nur beruflich hat die Pandemie im Leben von Ganahl jüngst eine wichtige Rolle gespielt. Auch auf sein Privatleben hat sich Corona ausgewirkt. Denn die Pandemie hat dafür gesorgt, dass er gemeinsam mit seiner Frau – ebenfalls eine gebürtige Vorarl­bergerin – und der Tochter aus Wien wieder zurück ins Ländle gezogen und beim ÖGB gelandet ist. „Wir hatten immer vor, irgendwann wieder nach Vorarl­berg zurückzukommen. Corona hat uns dann den Anstoß dazu gegeben“, erzählt Ganahl. Während der Lockdowns gab es in der sonst sehr lebendigen Bundeshauptstadt nicht viel zu unternehmen, schließlich waren selbst die Parks geschlossen. Die Entscheidung, wieder nach Vorarlberg zurückzuziehen, fiel da nicht schwer. Und so lebt der 33-Jährige mit seiner Familie, die mittlerweile Zuwachs bekommen hat, nun wieder in Vandans, wo er auch aufgewachsen ist.

Seit 1. Juni ist Manuel Ganahl beim ÖGB Vorarlberg als Rechtsschutzsekretär tätig.  <span class="copyright">Roland Paulitsch </span>
Seit 1. Juni ist Manuel Ganahl beim ÖGB Vorarlberg als Rechtsschutzsekretär tätig. Roland Paulitsch

Nach seiner Rückkehr ins Ländle hat er erst einmal die Gerichtspraxis nachgeholt – unter anderem am Arbeits- und Sozialgericht. Als dann die Stelle als Rechtsschutzsekretär beim ÖGB ausgeschrieben war, hat er sich dafür beworben und wurde genommen. An seiner neuen Arbeit gefällt ihm, dass er Menschen dabei unterstützen kann, gehört zu werden, auch wenn sie keine große Lobby haben. Das Engagement in diesem Bereich ist für Ganahl nichts Neues.

Sozialarbeit als “Familientradition”

Geprägt wurde er dabei wohl durch seine Familie, in der allesamt ausgebildete Sozialarbeiter sind. Das Interesse für Politik und soziale Fragen wurde dem 33-Jährigen quasi in die Wiege gelegt. Als Jurist schert er zwar beruflich aus der „Familientradition“ aus, aber er sieht durchaus Ähnlichkeiten zwischen den Jobs. Etwa wenn es darum geht, anderen zu helfen, gehört zu werden. Dies hat er auch schon in Wien während und nach seiner Studienzeit getan. Bei der Arbeiterkammer war Ganahl im Bereich Lehrlings- und Jugendschutz tätig. Nachdem er das Politik- und das Jus-Studium abgeschlossen hatte, war er Rechtsberater und -vertreter beim Flüchtlingsdienst der Diakonie und sammelte dort reichlich Verhandlungserfahrung vor dem Bundesverwaltungsgericht. So wie er sich schon in seinem bisherigen Berufsleben für andere eingesetzt hat, wird er das jetzt auch als Jurist beim ÖGB Vorarlberg tun.

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