Allgemein

Streifzug durch eine längst vergessene Arbeitswelt

14.08.2021 • 11:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Urlaub mit Kindern in Vorarlberg. Wir präsentieren Familien-Ausflugtipps.<span class="copyright">Kleinundoho</span>
Urlaub mit Kindern in Vorarlberg. Wir präsentieren Familien-Ausflugtipps.Kleinundoho

Der Triftweg in Rankweil vermittelt Spielfreude und Wissen.

Über 23 Kilometer lang schlängelt sich die Frutz durch Vorarlberg. Auf ihrem Weg zur Mündung in den Rhein bei Koblach durchfließt sie auch Rankweil. Dort wurde ihr Wasser schon früh als Energiequelle benutzt. Wasserräder und in späterer Zeit Turbinen sorgten dafür, dass das umliegende Gewerbe seine Maschinen betreiben konnte. Die Kraft des Wassers wurde aber auch für den Holztransport benutzt. Diesen bezeichnet man als Trift (abgeleitet vom Wort „treiben“ im Sinne von „treiben lassen“) oder Flözerei (Flösserei).
In der Triftanlage beim Gewerbepark in Rankweil wurde noch bis in die 1950er-Jahre geflöztes Holz eingesammelt. Es wurde in schlecht erschlossenen Waldgebieten im Laternsertal geschlagen und so auf einfachem Weg ins Tal befördert. Dort wurde es zu Bau- oder Heizmaterial verarbeitet.
Heute ist die Anlage denkmalgeschützt und eine der letzten ihrer Art in Österreich. Ihre Geschichte erzählt sie auf einem spannenden Erlebnisweg für die ganze Familie. Dieser wurde von der Marktgemeinde Rankweil und dem Verein KulturGut Trift initiiert und 2019 eröffnet.

<br><span class="copyright">Kleinundoho</span>

Kleinundoho

Wer sich auf den rund zwei Kilometer langen Rundweg begeben will, hat zwei Startpunkte zur Auswahl. Sie befinden sich genau in der Hälfte der jeweils anderen Runde. Wer mit dem Auto anreist, wählt am besten den Einstiegspunkt hinter dem Gewerbepark Rankweil. Dort gibt es genügend Parkmöglichkeiten.
Von dort ausgehend gibt gleich zu Beginn eine große Tafel einen kurzen Überblick über die verschiedenen Stationen. Auf ihr findet man ebenfalls einen QR-Code, mit dem man sich eine interaktive Landkarte aufs Handy laden kann. Neben der Wegbeschreibung bietet sie zusätzliche Informationen. Aber auch ohne die digitale Hilfe ist der Weg leicht nachvollziehbar und nicht zu verfehlen. Bereits nach einigen Metern wartet die erste Station. Mit einer Kinderseilbahn rutscht man rasant eine kurze Strecke des Weges. Hier kommen die Kleinen bereits auf ihre Kosten.

Viele Informationen

Weiter geht es den Weg entlang, der auch mit Kinderwagen oder Laufrad gut befahrbar ist. Rechts rauscht die Frutz vorbei. Links befindet sich der schmale Triftkanal. Auf diesem wurde das Holz früher in geregelte Bahnen geleitet und zum Auffangbecken geführt, welches zu einem späteren Zeitpunkt noch passiert wird.

Einen spannenden Einblick bietet die sehr gute erhaltende Flötzerei. <br><span class="copyright">Kleinundoho</span>
Einen spannenden Einblick bietet die sehr gute erhaltende Flötzerei.
Kleinundoho

Immer wieder warten kleine Informationstafeln, die den Besucher in die Geschichte von Trift und Flözerei einführen. Es wird erklärt, wie diese schwere Arbeit verrichtet wurde. Und welche Anlagen und Werkzeuge den Flözern dabei geholfen haben. Geschichten, die nicht nur für die Erwachsenen spannend sind. So erfährt man, wie das Holz später verarbeitet wurde und auch naturkundlich Interessierte können sicherlich einige neue Erkenntnisse über die Frutz erfahren. Neben lehrreichen Informationen bietet der Erlebnisweg Trift aber auch jede Menge Spiel und Spaß.

Hängebrücke

Eine willkommene Abwechslung für Kinder, sind die Spielgeräte, die über den ganzen Weg verteilt sind. So finden sich neben der eingangs erwähnten Seilbahn auch Holzstege, Balancierstämme und als besonderes Highlight eine Hängebrücke auf dem Rundweg. Diese Spielplätze bieten sich als ideale Picknick-Orte an. Nach der Hälfte des Spazierganges wird der schmale Muntliger Steg überquert. Unter ihm befindet sich der Rechen, mit dem früher die Baumstämme aufgefangen wurden. Der Triftkanal fließt hier etwas breiter in seichte Becken, an denen sich die Kinder bei schönem Wetter austoben können. Aber auch bei kühleren Temperaturen und sogar Regen lässt es sich hier gut Zeit verbringen.

Die wachelnde Hängebrücke gehört zu den Attratkionen für die Kinder <br><span class="copyright">Kleinundoho</span>
Die wachelnde Hängebrücke gehört zu den Attratkionen für die Kinder
Kleinundoho

Tipp: Unbedingt Wechselkleidung einpacken, denn es ist sehr wahrscheinlich, dass die Kinder bei der ein oder anderen Station nass werden.
Zurück geht es auf der anderen Seite des Triftkanals zum ­Startpunkt. Noch einmal bleibt Zeit, um sich mit der Kinderseilbahn übers Wasser zu schwingen oder die Hängebrücke zu bezwingen, wodurch der kleine, aber feine Spaziergang abgerundet wird.

Die Autorinnen

Mit kleinundoho.com haben Katharina Rauch und Rahel Liebetrau eine Plattform für Familien geschaffen, die ihre Leidenschaft für das Schöne, Besondere und Kinderfreundliche teilen. Auf ihrem Blog und Instagram-Account finden die Follower alles rund um die Themen Familienalltag, Bastel- und Spielideen, Rezepte, Reisen und Interior. Einen besonderen Fokus legen sie dabei auf familientaugliche Ausflugs-, Freizeit- und Locationtipps in Vorarlberg und Umgebung.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.