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46-Jähriger trat und würgte seine Ex-Frau

16.08.2021 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Klaus Hartinger

Er erhielt eine bedingte Haft- und unbedingte Geldstrafe.

Bei seiner Einvernahme durch die Polizei bestritt der 46-Jährige noch alle Vorwürfe. Am Montag bekannte er sich am Landesgericht Feldkirch aber „hundertprozentig schuldig“. Der Iraner, der als Bauarbeiter arbeitet, spricht auch nach sieben Jahren in Österreich nur „a bissele“ Deutsch, wie er angibt.

Im heurigen April soll er seine Ex-Frau im Streit getreten und gewürgt haben. Außerdem wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, sie genötigt zu haben, indem er sie an den Haaren zu Boden riss, um sie davon abzuhalten, die Polizei zu rufen. Letztlich verständigten die Nachbarn die Exekutive. Gegenüber den Beamten verhielt sich der Mann alles andere als kooperativ. Er versuchte sich der Festnahme zu entziehen in dem er sich aus dem Griff der Polizisten wand und nach diesen trat. Neben Körperverletzung und Nötigung war er daher auch wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt angeklagt.

Alkohol ist keine Ausrede

Dass der Angeklagte sich auf seine Trunkenheit hinausreden wollte, ließ ihm Richter Martin Mitteregger nicht durchgehen. Er sei stark alkoholisiert gewesen und habe sich nicht mehr unter Kontrolle gehabt, wandte der Angeklagte ein. Der Arbeiter hatte zum Tatzeitpunkt 0,4 Promille. Das sei nicht besonders viel, so der Richter.

Es müsse ihm klar sein, „dass Gewalt gegen Frauen nicht zu tolerieren ist.“ Die als Zeugen geladenen Polizisten konnten wegen des Geständnisses ohne Einvernahme wieder gehen. Der Inhalt des Ermittlungsaktes belastete den Angeklagten schwer. Der minderjährige Sohn des Paares hatte geschildert, wie der Vater die Mutter gewürgt hatte. Außerdem hatte man die Würgemale und Hämatome der Frau im Krankenhaus dokumentiert. Sein Geständnis bewahrte den bisher Unbescholtenen aber vor einer härteren Strafe. Der Schuldspruch lautet auf Körperverletzung, Nötigung und versuchtem Widerstand gegen die Staatsgewalt.

Die drei Monate Haft, die er dafür erhält, werden ihm für eine dreijährige Probezeit nachgesehen. Mit der Geldstrafe von 1680 Euro (240 Tagsätze zu je sieben Euro) kann er sich aber erst anfreunden, nachdem ihm eine gestaffelte Ratenzahlung angeboten wird. Sowohl er als auch die Staatsanwaltschaft verzichten auf Rechtsmittel. Da der Mann unvertreten war, bleiben ihm noch drei Tage Bedenkzeit.

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