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Familienvater wegen Kinderpornos verurteilt

16.08.2021 • 19:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

50-Jähriger kam mit Haftstrafe auf Bewährung und Geldstrafe davon.

Den Mund-Nasen-Schutz wollte der Angeklagte während der Verhandlung nicht abnehmen, auch wenn dies bei Einhaltung der 3-G-Regeln mittlerweile möglich wäre. Die Staatsanwaltschaft legt ihm die pornographische Darstellung von Minderjährigen zur Last. Der Strafrahmen liegt bei bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe. Der verheiratete 50-jährige Vater zweier minderjähriger Kinder ist seit drei Jahren im Krankenstand und hat mehrere Operationen hinter sich. Momentan lebt er vom Krankengeld. Daneben belasten ihn etwa 30.000 Euro Schulden. Die Sache tue im leid, gibt der Mann, auf dessen Handy und Laptop das einschlägige Material sichergestellt wurde, vor Gericht an.

Geständiger Täter

Er bekennt sich schuldig und ist auch damit einverstanden, die beiden Datenträger nicht mehr zurückzubekommen. Der bisher unbescholtene Unterländer sitzt mit einem Pullover, dessen Kapuze er tief ins Gesicht gezogen hat, vor Richter Martin Mitteregger. „Ihnen muss klar sein, dass Kinderpornographie keine Bagatelle ist.“ erklärt dieser. Auch wenn der Angeklagte sich die Bilder nur angesehen habe, habe es im Hintergrund doch Missbrauch gegeben. Jemand müsse die Aufnahmen ja gemacht haben. „Die Kinder werden nicht nur virtuell, sondern tatsächlich missbraucht“, schärft ihm der Richter ein. In seinem Schlusswort zeigt sich der Angeklagte noch einmal reuig und betont, „dass es mir leid tut, dass ich das gemacht habe.“

Richter Mitteregger verurteilt den Familienvater zu vier Monaten Haft, die ihm für eine Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehen werden. Außerdem muss er eine Geldstrafe von 1200 Euro (300 Tagsätze zu je vier Euro) bezahlen. Der Mann akzeptiert die Strafe bereitwillig und verzichtet auf Rechtsmittel. Auch die Staatsanwaltschaft ist mit dem Urteil einverstanden. Da der Verurteilte ohne Anwalt erschienen ist, bleiben ihm dennoch drei Tage Bedenkzeit.

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