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Österreicher versuchen zum Flughafen zu gelangen

20.08.2021 • 16:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Internationale Repatriierungsflüge am Flughafen in Kabul
Internationale Repatriierungsflüge am Flughafen in Kabul AP

“Einige Dutzend” Österreicher warten noch auf ihre Ausreise.

Die USA, Deutschland und andere Staaten forcieren derzeit die Evakuierungen aus Afghanistan. Auch die „einigen Dutzend“ österreichischen Staatsbürger, die sich derzeit noch in Afghanistan aufhalten, sollen auf den deutschen Evakuierungsflügen untergebracht werden. „Wir haben die Plätze“, sagt Gabriele Juen, Pressesprecherin des Außenministeriums zur Redaktion. Auch die Menschen befänden sich schon in und um Kabul, die Schwierigkeit derzeit sei, dass die sie zum sogenannten Nordtor am Flughafen in Kabul kommen. Aufgrund der chaotischen Situation mit tausenden Wartenden sei es äußerst kompliziert, Zugang zum Flughafen zu erlangen. Bisher gelang es, vier Personen außer Landes zu bringen. Juen: „Das Ziel ist es, so schnell wie möglich in nahe gelegene, sichere Drittländer zu evakuieren.“ Bei den Staatsbürgern handle es sich nicht um klassische Auslandsösterreicher, sondern um Reisende, die auf Familienbesuch in Afghanistan waren.

Die Zahlen würden sich “laufend ändern”, hieß es weiter. Am Donnerstag war noch von 50 Personen die Rede. Ein aus Mitarbeitern des Außenministeriums und Bundesheerangehörigen bestehendes Krisenteam, das die noch in Afghanistan befindlichen Österreicher bei der Ausreise unterstützen soll, werde unterdessen mit der “ersten für heute geplanten Maschine der deutschen Bundeswehr” von Taskent nach Kabul reisen.

Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums seien in engem Kontakt mit den militant-islamistischen Taliban außerhalb des Flughafens, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby. “Wir wollen nicht, dass jemand belästigt oder verletzt wird.” Kirby betonte, dass man keinen kompletten Überblick darüber habe, was außerhalb des Flughafens passiere und ob auch Menschen mit US-Pässen oder Visa von den Taliban schikaniert würden. Man habe am Flughafen zusätzliche Gates geöffnet, um die Evakuierung zu beschleunigen. Die NATO will unterdessen ihre Bemühungen bei den Evakuierungen aus Afghanistan verdoppeln.

Briten wollen Evakuierungsflüge in fünf Tagen abschließen

Auch Großbritannien will den Zeitplan für den Abzug beschleunigen. Der letzte britische Evakuierungsflug soll nach Plänen der britischen Regierung Kabul schon in fünf Tagen verlassen, wie die Zeitung “The Times” berichtete. Laut der Zeitung soll den Ministern Anfang der Woche mitgeteilt worden sein, dass der letzte Evakuierungsflug am Dienstag vor dem geplanten Abzug der amerikanischen Streitkräfte am 31. August starten müsse. Die in Spanien gelegene Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge aus Afghanistan soll für 1.000 Menschen ausgelegt werden. Das sagt Spaniens Außenminister Jose Manuel Albares im staatlichen Rundfunk. Von dort würden die aufgenommenen Afghanen und ihre Familienmitglieder in weitere EU-Länder verteilt.

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