Allgemein

Trotz Corona ein Drittel mehr Neugründungen

20.08.2021 • 19:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
WKV-Präsident Hans Peter Metzler zeigt sich mit der Entwicklung zufrieden.<span class="copyright">ALEXANDRA SERRA</span>
WKV-Präsident Hans Peter Metzler zeigt sich mit der Entwicklung zufrieden.ALEXANDRA SERRA

Der Krise zum trotz entschieden sich viele Vorarlberger für Selbstständigkeit.

Die Corona-Krise hat wirtschaftliche Spuren hinterlassen. Zahlreiche Betriebe kämpfen seit Beginn der Pandemie nicht zuletzt aufgrund verschiedener Lockdowns ums Überleben. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass der Drang der Menschen, sich selbstständig zu machen und Unternehmer zu werden, trotz Krise noch gestärkt wurde.

Wie die Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV) berichtet, wurden im ersten Halbjahr 2021 756 Unternehmen neu gegründet. Das Corona-Jahr 2020 dient nicht als Vergleichswert, weswegen die Wirtschaftskammer die Zahlen aus 2019 mit den heutigen vergleicht. Damals gab es in Vorarlberg gerade einmal 579 Neugründungen und somit um knapp ein Drittel (30 Prozent) weniger als 2021. „Die Neugründungen dokumentieren den starken Unternehmergeist der Vorarlbergerinnen und Vorarl­berger. Sie zeigen aber auch, dass sich die Gründerinnen und Gründer von der Krise nicht ausbremsen lassen haben“, sagt WKV-Präsident Hans Peter Metzler.

Boom bei Digitalunternehmen

Die Annahme liegt nahe, dass viele Neugründungen darauf zurückzuführen sind, dass Menschen in der Krise ihre Arbeitsstelle verloren und sich somit aus der Not heraus selbstständig gemacht hätten. Dem widerspricht Chris­toph Mathis, Leiter des Gründerservice in der WKV: „Hier handelt es sich aber durchaus um länger geplante Vorhaben“, betont Mathis und kommentiert die im Rahmen der aktuellen Erhebung eigens für Vorarlberg abgefragten Gründungsmotive: „Der Wunsch, flexibler in der Zeit- und Lebensgestaltung zu sein, ist mit 74 Prozent klar in den Vordergrund gerückt, im Vorjahreszeitraum gaben dies noch 63 Prozent an. Sein eigener Chef zu sein und die Verantwortung als Angestellter lieber im eigenen Unternehmen einbringen zu wollen, bleibt mit 69 Prozent ein zentraler Grund für Unternehmensgründungen“, sagt Mathis. 65 Prozent wollten ohnehin „immer schon selbstständig sein“.

„Es handelt sich durchaus um länger geplante Vorhaben.“

Christoph Mathis (WKV) über die Firmengründungen

Es zeigt sich außerdem deutlich, dass besonders im Bereich der digitalen Geschäftsmodelle bzw. in der IT-Branche ein regelrechter Boom entstanden ist. „Genau hier müssen wir dranbleiben, vor allem, weil die meisten Gründungen als Klein­unternehmen beziehungsweise EPU erfolgen“, fordert WKV-Direktor Christoph Jenny und sieht Fördermaßnahmen zur Digitalisierung als wichtiges Element. „Die Übernahme von Risiko und unternehmerischer Verantwortung muss mit aller Kraft entsprechend gewürdigt und unterstützt werden.“