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Das war’s mit dem Sommer im Ländle

23.08.2021 • 22:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Eine Nord-West-Nord-Strömung fegt außerdem feuchte Atlantik-Luft über das Land, hieß es von Seiten der ZAMG. <span class="copyright">Stiplovsek Dietmar</span>
Eine Nord-West-Nord-Strömung fegt außerdem feuchte Atlantik-Luft über das Land, hieß es von Seiten der ZAMG. Stiplovsek Dietmar

Klagen über einen „kalten Sommer“ sind Kritik auf hohem Niveau ist, erklärt die ZAMG.

“Das war’s mit dem Sommer“, klingt es derzeit von allen Seiten. Und auch die Experten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) können kein positiveres Bild in Hinblick auf ein letztes Sommererwachen zeichnen. „Eine weitere Hitzewelle ist wohl nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil“, heißt es von Seiten der Meteorologen. Normalerweise lägen die Höchsttemperaturen Ende August immer noch über der 20-Grad-Marke. Diese soll jedoch in der kommenden Woche – wenn überhaupt – gerade so erreicht werden. Nachts soll es sogar bis auf zehn Grad abkühlen. Mit zehn Prozent mehr Niederschlägen, die außerdem einen Rückgang der Sonnenscheindauer um ebenfalls zehn Prozent zur Folge haben.

Von Sonnenschein über Wolken und Regen: Das Wetter wird wechselhaft. <span class="copyright">Riethbaum</span>
Von Sonnenschein über Wolken und Regen: Das Wetter wird wechselhaft. Riethbaum

„Im Vergleich mit den August-Temperaturen der vergangenen 30 Jahre befinden wir uns im untereren Bereich der Durchschnittswerte.“ Zu schulden sei dies unter anderem den derzeit sehr wechselhaften Wetterverhältnissen, wie es von Seiten der ZAMG weiter heißt: „Von Sonnenschein über Wolken bis hin zu Regenschauern ist alles dabei. Eine Nord-West-Nord-Strömung fegt außerdem feuchte Atlantik-Luft über das Land.“ Mit ausschließlich warmen und trockenen Wetterverhältnissen sei daher bis einschließlich kommendem Wochenende nicht zu rechnen, alles darüber hinaus stünde noch in den Sternen.

Klimaerwärmung

Um zu veranschaulichen, wie sehr sich die Wetterverhältnisse jedoch tatsächlich wandeln, braucht es den Experten zufolge die Berücksichtigung eines weit größeren Zeitraums. „Denn in den vergangenen 30 Jahren hat der Klimawandel erst so richtig Fahrt aufgenommen.“ So kommt es auch, dass die Temperaturen des heurigen Sommers im Vergleich mit jenen im Zeitraum von 1991 bis 2020 ziemlich genau im Mittelbereich liegen. Berücksichtigt man jedoch die Daten von den Jahren 1961 bis 1990, wird eine deutliche Steigerung des Temperaturdurchschnitts um satte 1,8 Grad sichtbar.

2015 gab es in Vorarlberg noch bis zu 36 Hitzetage in einem Jahr. <span class="copyright">Oliver Lerch</span>
2015 gab es in Vorarlberg noch bis zu 36 Hitzetage in einem Jahr. Oliver Lerch

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch im Bereich der Hitze- oder Tropentage jener Tage also, an denen Temperaturen über 30 Grad gemessen wurden. Davon gab es heuer beispielsweise in Bregenz sechs und in Feldkirch sogar neun. Werte, die im Vergleich zu den Zahlen der letzten 30 Jahre genau oder nur eine Spur unter dem Durchschnitt liegen. Unter Berücksichtigung der Temperaturmessungen aus den Jahren 1961 bis 1990 zeigt sich jedoch, dass sich die Zahl der Hitzetage in beiden Städten seit damals verdreifacht hat.

Vergleich Vorjahre

Interessant sei jedoch auch die Betrachtung der vergangenen Jahre, wie es von Seiten der ZAMG weiter heißt: „Da die Niederschlagsmenge von Jahr zu Jahr variiert, betrachten wir hierbei nur die Außentemperaturen. Diese waren sowohl im Vorjahr als auch 2016 relativ ähnlich zu jenen heuer. 2019, 2018 und 2017 war es um diese Zeit eine Spur wärmer. Einen extremen Ausschlag gab es 2015 mit bis zu 36 Hitzetagen in Vorarlberg. 2014 war es hingegen sogar noch kühler als heuer.“ Und auch wenn das Wetter von Jahr zu Jahr ein wenig schwanken kann, sind die Meteorologen sicher: Insgesamt werden die Sommertemperaturen auch weiterhin ansteigen.