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Deutsche Lokführer blockieren auch ÖBB

23.08.2021 • 13:16 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die ÖBB setzen europaweit Nachtzüge ein
Die ÖBB setzen europaweit Nachtzüge ein APA/ÖBB/WEGSCHEIDER

ÖBB-Züge in Deutschland werden von DB-Lokführer bedient.

Die ÖBB sind gerade dabei, das europaweit größte Netz an Nachtzugverbindungen aufzubauen. In diesem Markt sieht das Unternehmen eine wichtige Zukunftsstrategie. Neben Österreich ist Deutschland der größte Markt für die ÖBB, auch weil die heimischen Staatsbahnen 2016 alle Nachtverbindungen des deutschen Gegenüber übernommen hat.

Ganz ohne der Deutschen Bahn (DB) geht es allerdings doch nicht. Denn um in einem Land eine Lokomotive zu bedienen, benötigt man dort “Streckenkenntnis”. Und so sitzen in Deutschland Lokführer der DB in den ÖBB-Zügen. “Wir arbeiten seit Jahren erfolgreich mit der DB zusammen”, erklärt ÖBB-Sprecher Bernhard Rieder. Doch nachdem die GDL-Mitglieder im Streik sind, könne die DB der ÖBB derzeit keine Lokführer überlassen.

“Freilich könnten wir unsere Züge bis zur Grenze führen, nur dann wären die Fahrgäste dort gestrandet. Deshalb lassen wir die ganze Verbindung ausfallen”, sagt Rieder. Die Passagiere bekämen selbstverständlich den Ticket-Preis erstattet. Dennoch versteht Rieder den Ärger mancher Fahrgäste. “Was nützt der Ticketpreis, wenn man nach Deutschland reisen will. Dieser Streik schadet allen.”

Ab Mittwoch regulärer Verkehr

Folgende ÖBB-Nachtzugverbindungen können wegen des Bahnstreiks in Deutschland nicht geführt werden: Wien-Hamburg, Innsbruck-Amsterdam, Hildesheim-Hamburg und Zürich-Berlin. Zusätzlich entfallen ab heute, Montag, die Nachtzüge Salzburg-München und Köln West-Brüssel Midi. Bei der Verbindung Berlin-Wien gibt es nur einen Kurswagenteil aus Warschau. Ab Mittwoch werden die Nachtzüge laut ÖBB wieder regulär unterwegs sein.

Auch Tagverbindungen sind vom dem Streik betroffen. Einzig die Strecke bis nach München sei gesichert. “Hier haben unsere Lokführer die nötige Streckenkenntnis”, erklärt Rieder.