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Geschäftsführer besaß Kinderpornos

23.08.2021 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte hatte sich vor dem Landesgericht wegen pornografischer Darstellung Minderjähriger zu verantworten. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Angeklagte hatte sich vor dem Landesgericht wegen pornografischer Darstellung Minderjähriger zu verantworten. Hartinger

Der bisher unbescholtene Mann zeigte sich mit der Strafe einverstanden.

Bei einem 37-jährigen angestellten Geschäftsführer war kinderpornographisches Material sichergestellt worden. Das Landeskriminalamt wertete das Handy und den Laptop des Angeklagten aus. Um die 50 einschlägige Dateien hätten sich darauf befunden, gab der Mann zu. Im Strafantrag war noch von über 100 die Rede gewesen. Was die Zahl der Bilder betrifft, schien er vor Gericht Glauben zu finden. Der bisher unbescholtene Oberländer zeigte sich in der Verhandlung vor Richter Richard Gschwenter zur Anklage der pornographischen Darstellung Minderjähriger ansonsten umfassend geständig. Dass er diese Dateien besessen habe, sei „ein brutaler Schwachsinn“ gewesen und spiegle seine Persönlichkeit in keiner Weise wider.

Auch wenn er keinen pädophilen Drang verspüre und ansonsten keine Probleme mit seiner Sexualität habe, wolle er sich dennoch Hilfe beim IfS zu suchen, beteuerte der Mann. Er möchte so vorsorgen, dass ihm derselbe Fehler nicht noch einmal passiere. Ihm sei auch klar, dass bei der Produktion des Materials tatsächlicher Missbrauch stattfinde.

Rückgabe des Laptops

Der Konfiskation seines Mobiltelefons stimmt der Angeklagte reumütig zu, dieses sei schließlich das Tatwerkzeug gewesen. Allerdings bat er das Gericht, seinen im Zuge der Ermittlungen ebenfalls beschlagnahmten Laptop zurückzugeben. Auf diesem seien die Bilder nur über die gemeinsame Speicherfunktion mit dem Handy, der sogenannten Cloud, gelandet. Das Gerät sei teuer gewesen und er benötige es außerdem beruflich.

Richter Martin Mitteregger versprach, mit dem Landeskriminalamt in Bregenz abzuklären, ob die inkriminierenden Dateien auf dem Laptop unwiderruflich gelöscht werden könnten. In diesem Fall könne er das Gerät zurückbekommen.
Schließlich wurde der Angeklagte zu vier Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe von 4800 Euro (240 Tagsätze zu je 20 Euro) verurteilt, weil er sich pornographische Darstellungen von Unmündigen und Minderjährigen verschafft und Darstellungen minderjähriger Person anderen zugänglich gemacht hatte. Die Probezeit wurde vom Gericht auf drei Jahre festgelegt. Mit dem 37-Jährigen, der das Urteil annahm, wurde für die Geldstrafe eine Ratenzahlung vereinbart, wobei der Richter ihn darauf hinwies, dass die Tilgungsfrist im Strafregister erst mit der letzten Zahlung beginnt und eine frühere Überweisung somit zur rascheren Streichung der Vorstrafe führt. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf Rechtsmittel, das Urteil ist damit rechtskräftig.

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