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In Einkaufszentren wird bald geimpft

24.08.2021 • 20:00 Uhr / 8 Minuten Lesezeit
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Hartinger

Ab 3. September gibt es „Pop-up-Impfstraßen“ im Messe- und Zimbapark und in Altenstadt.

Die Impfung ist für Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) weiterhin der einzige Weg aus der Pandemie heraus. Das betonte er am Dienstag beim ersten Pressefoyer nach der Sommerpause. Dementsprechend werde weiter darauf hingearbeitet, die Impfquote im Land zu erhöhen. Ermöglicht werden soll dies dadurch, dass das Impfangebot mit verschiedenen Maßnahmen noch niederschwelliger gestaltet wird.

Leicht steigende Zahlen bei Spitalspatienten

Ansteigend ist die Anzahl der Personen, die aktiv positiv auf das Coronavirus getes­tet worden sind. Am Dienstag­nachmittag (16 Uhr) lag der Wert bei 619. Mit der Zahl der Ansteckungen steigt auch die Belegung der Spitalsbetten mit Covid-19-Patienten. Zwölf Personen waren am Dienstag auf der Normalstation in Behandlung. Auf der Intensivstation waren vier Covid-19-Erkrankte – um eine Person mehr als noch am Montag.

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) sagte, dass die leicht steigenden Zahlen kein Grund zur Beunruhigung seien. Schon seit dem Frühjahr habe man den Blick in der Gesamtbetrachtung stark auf die Belegung der Intensivbetten gerichtet. Solange es hier keine Probleme mit der Kapazität gebe, brauche es auch keine echten Verschärfungen bei den Maßnahmen. Neben der Belegung in den Spitälern werde aber auch weiterhin auf die Sieben-Tage-Inzidenz und andere Faktoren geachtet.

Impfung. Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher wies darauf hin, dass zwölf der 16 Spitalspatienten nicht geimpft seien. Umso wichtiger sei es, dass sich mehr Menschen impfen lassen. Grabher sprach in diesem Zusammenhang auch die Reiserückkehrer an. Von den Neuinfektionen am Montag seien 32 Prozent in Zusammenhang mit einer Reise gestanden. Vorarlberg liege dabei im Bundestrend. Denn in den vergangenen fünf Wochen seien zwischen 30 und 50 Prozent der Neuinfektionen mit Urlaubsrückkehrern in Zusammenhang gestanden. Für Grabher heißt das: „Eine Reise zu machen, ohne geimpft zu sein, ist derzeit ein Lotteriespiel mit relativ schlechten Karten.“

Dazu gehören beispielsweise „Pop-up-Impfstraßen“, die ab 3. September in drei gro­ßen Einkaufszentren eingerichtet werden. Jeweils am Freitag und Samstag können sich dann Kurzentschlossene im Messepark in Dornbirn, im Interspar in Feldkirch-Altenstadt und im Zimbapark in Bürs impfen lassen. Dadurch bringe man das Angebot noch ein Stück weit näher an die Bevölkerung, sagte Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP). „Wer einkaufen geht, kann sich im Vorbeigehen impfen lassen“, meinte der Landeshauptmann.

Impfen in Betrieben

Ein weiteres neues Angebot richtet sich an die Unternehmen im Land. Wie bereits berichtet, wird es ein mobiles Impfteam für Betriebe geben. Interessierte Unternehmer können sich mit einer E-Mail an die Adresse impfen@vorarlberg.at und unter dem Betreff „Impfteam für Betriebe“ anmelden. Voraussetzung ist lediglich, dass es in der Firma mindestens zehn impfwillige Personen gibt. Wie Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (ÖVP) ausführte, muss es sich nicht zwangsläufig nur um Beschäftigte handeln. Auch Angehörige oder Freunde können sich auf diese Weise immunisieren lassen. Ebenfalls möglich ist, dass sich benachbarte Betriebe zusammentun. Zusätzlich braucht es am Impftag natürlich Räumlichkeiten für die Impfung und es müssen ein Computer sowie ein Drucker für die Anmeldung zur Verfügung stehen. Tittler zeigte sich zuversichtlich, dass die Aktion gut angenommen wird. Es gebe schon seit Beginn der Pandemie eine gute Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft. Zudem werde die Initiative auch von den Sozialpartnern unterstützt.

Landesrat Marco Tittler, Landeshauptmann Markus Wallner, Landesrätin Martina Rüscher und Landessanitätsrdirektor Wolfgang Grabher beim Pressefoyer. <span class="copyright">VLK</span>
Landesrat Marco Tittler, Landeshauptmann Markus Wallner, Landesrätin Martina Rüscher und Landessanitätsrdirektor Wolfgang Grabher beim Pressefoyer. VLK

Neben den neuen Angeboten zur Impfung werden auch die bereits bestehenden Möglichkeiten beibehalten, erklärte Landesrätin Rüscher. So wird der mobile Impfbus auch im Herbst unterwegs sein. Diese Woche macht das Fahrzeug in Höchst (Dienstag und Mittwoch jeweils 15 bis 18 Uhr) auf dem Kirchplatz Halt. Am Freitag und Samstag wird in Bludenz jeweils von 10 bis 14 Uhr vor der Remise geimpft. Auch die Impfung bei Hausärzten wird weitergeführt. Die Terminbuchung erfolgt online oder über die Impfhotline.

Vorbereitungen für den Herbst laufen

Das Pressefoyer nutzten die Landesverantwortlichen auch, um einen Ausblick auf den Herbst zu geben. So kündigte Landeshauptmann Markus Wallner noch für diese Woche einen Schulgipfel an. Auf diesem werde besprochen, was Schüler sowie Pädagogen erwartet. Ebenso habe man in der Regierungssitzung beschlossen, Vorbereitungen für die Herbst- und Wintersaison im Tourismus zu treffen. Künftig soll auch vermehrt auf PCR-Tests gesetzt werden. Die Übergabe der Teststationen vom Roten Kreuz an den neuen Betreiber Wems sei mittlerweile so gut wie abgeschlossen. Ab 1. September werden die behördlich angeordneten PCR-Tests in allen sieben Teststraßen (Bregenz, Hohenems, Feldkirch, Bludenz, Bezau, Schruns, Hirsch­egg) durchgeführt. Ab 10. September sollen dort auch kostenlose PCR-Tests für alle verfügbar sein.

Auch die Vorbereitungen für die Auffrischungs-Impfungen laufen. Ab Oktober sollen die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie die Spitalsmitarbeiter geimpft werden. Ab November soll das Programm dann auf die gesamte Bevölkerung ausgerollt werden. Geplant ist, dass die dritte Impfung in den Haupt-Impfstraßen in Bregenz und Nenzing verabreicht wird. Auch kleinere Impfstraßen wie in Bezau oder im Kleinwalsertal sollen geöffnet werden. Die Online-Anmeldung soll Ende September starten.

Eine weitere Initiative in Zusammenhang mit der Immunisierung der Bevölkerung betrifft die Jugendlichen. Hier wird in Zusammenarbeit mit dem aha eine „Info-Challenge“ gestartet. Wer daran teilnimmt, erhält 300 Punkte im Rahmen der Initiative „aha plus“. Bei dieser können junge Menschen mit ehrenamtlichem Engagement Punkte sammeln, um diese dann gegen ein kleines Dankeschön – vom Kino-Ticket bis hin zur Möglichkeit, einen Helikopterflug zu gewinnen. Ziel sei es, dass die jungen Menschen sich mit dem Thema auseinandersetzen, sagte Rüscher. Denn vielfach wüssten sie noch nicht über die Chancen und Risiken Bescheid. Auch längst überholte Falschinformationen seien vielfach noch in den Köpfen präsent.

Impfquote zu gering

Gerade bei jungen Menschen sei die Impfquote noch zu gering, berichtete der Landeshauptmann. Dies zeige sich auch an den Infektionszahlen. So liege beispielsweise die Sieben-Tage-Inzidenz bei den 65- bis 74-Jährigen bei 16,3, während der Wert in der Altersgruppe von 15 bis 19 Jahren bei 269,2 liege. Auch bei den Patienten in stationärer Spitalsbetreuung schlage sich die niedrigere Impfquote in der jüngeren Bevölkerungsgruppe nieder, erklärte Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher. Am 11. August sei der Altersschnitt der Covid-19-Patienten im Spital bei 80 Jahren gelegen. Am gestrigen Dienstag sei der Wert bereits auf 55,1 Jahre gesunken. Wallner wies darauf hin, dass Kinder am wenigsten geschützt seien. Schließlich gebe es noch keine Impfung für unter Zwölfjährige. Umso wichtiger sei es, dass sich nun die Älteren solidarisch zeigten und sich impfen ließen.

Auch der Impfbus wird im Herbst weiterhin im Einsatz sein. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Auch der Impfbus wird im Herbst weiterhin im Einsatz sein. Stiplovsek

Als Ziel für die kommenden Wochen und Monate gab Wallner aus, dass ein weiterer Lockdown verhindert werden muss. Er zeigte sich zuversichtlich, dass dies auch gelingen wird, denn die Ausgangslage sei heuer „wesentlich besser“ als noch im Vorjahr.