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Kirche Vorarlberg bereitet sich auf Flüchtlinge vor

26.08.2021 • 15:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
PK ERZDIOeZESE SALZBURG 'ABSCHLUSS DER APOSTOLISCHEN VISITATION IN DER DIOeZESE GURK-KLAGENFURT': ELBS / LAGGER
APA/BARBARA GINDL

Bischof Benno Elbs schrieb wegen Lage in Afghanistan alle Pfarrgemeinden an.

Die Kirche in Vorarlberg trifft Vorkehrungen, um für eine mögliche größere Flüchtlingsbewegung infolge der Lage in Afghanistan gerüstet zu sein. Er habe alle Pfarrgemeinden angeschrieben, um Möglichkeiten für konkrete Hilfe auszuloten, so der Feldkircher Diözesanbischof Benno Elbs am Donnerstag in einem Interview mit den „Vorarlberger Nachrichten“. Er appellierte zudem an politisch Verantwortliche, „alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um den betroffenen Menschen zu helfen“.

Elbs zeigte sich von den Bildern aus Afghanistan erschüttert. Sie erinnerten die internationale Gemeinschaft aber auch an ihre Verantwortung, die man gegenüber den Menschen in Afghanistan habe, so Elbs. Niemand dürfe von Solidarität und Nächstenliebe ausgeschlossen werden. Er sei überzeugt, dass sich die Verantwortlichen auch bei uns ihrer humanitären Verantwortung bewusst seien.

„Scheindebatte über Abschiebungen“

„Die Diskussionen um Abschiebungen halte ich persönlich für eine Scheindebatte, allein schon, weil sich die Frage derzeit gar nicht stellt“, sagte der Bischof. Die Kirche stehe wie in den vergangenen Jahren zur Verfügung, wo Unterstützung benötigt werde. „Wir brauchen jetzt entschiedenes Handeln, um Menschen vor drohender Folter und Hinrichtung zu schützen“, betonte Elbs. Der Westen müsse in dem verbleibenden Zeitfenster „noch retten, was zu retten ist. Alle anderen Fragen stellen sich danach.“

In Vorarlberg habe man bereits früher „einen guten Umgang mit Geflüchteten“ gefunden, daran hätten die Kirche, die Caritas und die Pfarrgemeinden in Zusammenarbeit mit der Landespolitik sehr großen Anteil gehabt. Man könne mit Quartieren, mit Unterstützung und Integration helfen. „Wir bereiten uns so vor, dass wir sagen können, wir können unser Möglichstes tun“, sagte Elbs.

„Es geht nicht ohne den Islam“

Bezüglich der Lage in Afghanistan zeigte sich der Bischof besorgt. „Es geht nicht ohne den Islam. Der Islam ist Teil der Lösung. Die entscheidende Frage wird sein, wer sich in der islamischen Welt durchsetzt“, betonte der Bischof, „wir müssen alle alles tun, damit die aufgeklärten Muslime, die die Trennung von irdischem und göttlichem Gesetz als Bedingung für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte akzeptieren, Unterstützung erhalten.“ Auch da sah Elbs die internationale Gemeinschaft gefordert. Das Problem Afghanistan lasse sich nicht von außen lösen, der Islam spiele dort die Schlüsselrolle. Man müsse mit viel Sensibilität den Dialog mit jenen suchen, die nun an der Macht sind.