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Kaffeekultur aus aller Welt erleben

28.08.2021 • 10:00 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Die beiden Start-up-Gründer Sebastian Hilbe und Rebekka Lorenz.<span class="copyright">Stiplovsek</span>
Die beiden Start-up-Gründer Sebastian Hilbe und Rebekka Lorenz.Stiplovsek

Rebekka Lorenz und Sebastian Hilbe führen das Start-up „Explore the World Coffee“.

Auf einer Reise mit dem Rucksack durch Südost­asien ist 2016 in Rebekka Lorenz und Sebastian Hilbe der Entschluss gereift, sich selbstständig zu machen. „Zwei Tage nachdem wir wieder hier waren, haben wir unser Unternehmen gegründet“, erzählen die beiden. Kaffee aus dessen Ursprungsland zu importieren und diesen dann von Vorarlberg aus zu verkaufen war das Ziel, das sich die beiden Jungunternehmer gesetzt haben.

Explore the World Coffee

Die Kaffees von Rebekka Lorenz und Sebastian Hilbe sind im Onlineshop unter https://explore-the-world.coffee/ erhältlich. Zudem sind die Produkte auch in folgenden Geschäften zu kaufen:

• Herr Degen Eco Concept Store in ­Hohenems

• Spar Moser in Tosters

• Spar Albrecht in Tisis

• Spar Jäger in Feldkirch

• Spar OKV in Schwarzenberg

• Adeg Burtscher in Thüringen

• Adeg Kogler in Rankweil

• Adeg Kaiser in Hohenems

• Adeg Neumann in Klaus

Doch bevor sie dieses umsetzen konnten, haben sie noch einen Zwischenschritt eingelegt, um erste Erfahrungen in Sachen e-Commerce zu sammeln. Statt Kaffee wurde Fahrradzubehör online angeboten und von Vorarl­berg aus verkauft. Die Wahl dieses Produktsegments war naheliegend. Denn Rebekka Lorenz ist begeisterte Alltags­radlerin, während Sebastian Hilbe früher sogar Mountainbike­rennen gefahren ist. So fiel es den beiden leicht, Produkte zu finden, die auf dem Markt gefragt sind und zugleich auch eine gute Qualität haben. Begonnen haben sie mit ihrem Unternehmen in der Garage. Mittlerweile haben sie eine eigene Lagerhalle in Meiningen als zentralen Standort für ihre Firma.

Vier verschiedene Länder

Wie schon immer geplant, wurde das Sortiment nach dem erfolgreichen Start mit dem Radzubehör auf Kaffee ausgeweitet. Insgesamt vier verschiedene Sorten aus vier Ländern (Vietnam, Mexiko, Kolumbien und Ruanda) werden angeboten. Die Start-up-Gründer setzen dabei auf das „Farm to cup“-Prinzip. Das heißt, der Kaffee wird von Partnern vor Ort angebaut und auch von diesen selbst geröstet. Danach kommen die Bohnen nach Vorarlberg, werden im Meininger Lager verpackt und dann an die Kunden verschickt.

Zwei der verschiedenen Kaffeesorten im Angebot von "Explore The World Coffee". <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Zwei der verschiedenen Kaffeesorten im Angebot von "Explore The World Coffee". Stiplovsek

Die beiden Jungunternehmer sehen dabei gleich mehrere Vorteile. Einerseits stehen sie in direktem Kontakt mit den Farmen vor Ort. Die dortigen Partner kennen ihren Kaffee genau und wissen auch, wie sie diesen am besten rösten. Andererseits erhalten die Farmer die Erlöse aus dem Verkauf direkt und nicht über einen Zwischenhändler. Die Kunden profitieren davon, dass sie Kaffee erhalten, so wie dieser auch in den Anbauländern von den Einheimischen getrunken wird. Dieses Geschmackserlebnis liegt auch der Geschäftsidee zugrunde. Wenn Rebekka Lorenz und Sebastian Hilbe hier im Ländle ihren vietnamesischen Kaffee trinken, fühlen sie sich zumindest für einen Moment so wie damals auf ihrer Südostasien-Reise. Die Arbeit teilt sich das Paar gerecht auf, wobei jeder seine Stärken zur Geltung bringen kann. „Sebastian ist eher der Zahlenmensch und ich kümmere mich hauptsächlich um das Marketing und neue Ideen“, erzählt Rebekka Lorenz.

Postgarage

Die aktuelle Bewerbungsphase für die nächsten Postgaragen-Tickets läuft noch bis 15. September. Angesprochen sind dabei Start-up-Gründer in der Anfangsphase. Ein Gremium entscheidet dann darüber, welche Bewerber ausgewählt werden. Der Einzug in die Postgarage in Dornbirn erfolgt dann am 1. Oktober. Die Start-ups können dann die dortige Infrastruktur nutzen und sich mit anderen vernetzen. Ebenso werden die Gründer mit Know-how unterstützt. Weitere Infos gibt es online auf

https://startupland.at/postgarage

Im vergangenen Jahr haben sich die Gründer mit ihrem Start-up „Explore the World Coffee“ erfolgreich für ein Postgaragen-Ticket beworben. Den Unternehmern ging es vor allem um den Austausch mit anderen und um „den Blick von außen“ auf ihr Start-up. Engen Kontakt gibt es vor allem mit Florian und Fabian Braitsch von „Hempions“. Mit diesen treffen sich Rebekka Lorenz und Sebastian Hilbe regelmäßig für Besprechungen. Gegenseitige Hilfe spielt dabei eine wichtige Rolle. So gab es für die „Hempions“ hilfreiche Tipps in Sachen Online-Marketing. Umgekehrt erfuhren die Gründer von „Explore the World Coffee“ wie es gelingen kann, mit ihren Kaffees auch im stationären Handel vertreten zu sein. „Uns war zum Beispiel nicht bewusst, dass die Lebensmittelgeschäfte von selbstständigen Kaufleuten geführt werden“, erzählt der Jungunternehmer.

Persönlicher Kontakt

So kommt es, dass es den Kaffee der Start-ups mittlerweile auch in mehreren Ladengeschäften zu kaufen gibt. Auch hier hat es sich für die Gründer gelohnt, den persönlichen Kontakt mit den Kaufleuten zu suchen: „Sie wissen am besten, was ihre Kunden möchten.“ Im „Herr Degen Eco Concept Store“ in Hohenems kann man den Kaffee nicht nur erwerben, sondern Inhaberin Eva Katharina Heerdegen bietet den Kunden auch die Möglichkeit, diesen zu probieren. Nicht zuletzt werden Rebekka Lorenz und Sebastian Hilbe mit ihrem Start-up vom 15. bis 17. Oktober auf der Genussmesse „Gustav“ in Dornbirn vertreten sein.

In einer Lagerhalle in Meiningen werden die Bestellungen zusammengestellt und verschickt. <span class="copyright">Stiplovsek (2)</span>
In einer Lagerhalle in Meiningen werden die Bestellungen zusammengestellt und verschickt. Stiplovsek (2)

Den Schritt in die Selbstständigkeit haben die jungen Leute nicht bereut, auch wenn sie als Unternehmer ein deutlich höheres Arbeitspensum haben als in früheren Berufen. Denn sie haben Freude daran, den Menschen ihre Kaffeesorten und damit auch die Herkunftsländer näher zu bringen. Die beiden Gründer haben es sich zum Ziel gesetzt, mit ihrem Betrieb noch weiter zu wachsen. Den ersten Schritt dazu haben sie erst kürzlich gesetzt: sie haben ihre erste Mitarbeiterin eingestellt.