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Fitnesstudios fürchten mögliche 1G-Regelungen

31.08.2021 • 19:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Manfred Scheel spricht von einer möglichen Kündigungswelle. <span class="copyright">Hartinger</span>
Manfred Scheel spricht von einer möglichen Kündigungswelle. Hartinger

Es würde Kündigungswelle drohen, sagen die Branchenvertreter.

Die Gastronomen haben ihrem Unmut bereits kundgetan, nun ziehen die Betreiber der Fitnessstudios nach. Grund für die Unzufriedenheit der Branche liegt in den Plänen der Regierung, in Zukunft möglicherweise die 3G-Regel durch 1G zu ersetzen. Sprich, dass nur noch geimpfte Personen Zutritt zu Restaurants, Veranstaltungen und eben auch Fitnessstudios haben. Da ein großer Teil des Klientels der Center-Betreiber junge Menschen sind, droht den Studios eine Kündigungswelle.

Putzen und Reinigen gehören im Fitnessstudio ohenhin zum Standard. <span class="copyright">Hartinger</span>
Putzen und Reinigen gehören im Fitnessstudio ohenhin zum Standard. Hartinger

„Für die Vorarlberger Fitnessbetriebe wären erneute Verschärfungen katastrophal. Das Durchschnittsalter unserer Kunden liegt zwischen 30 und 45 Jahren, in dieser Altersgruppe ist der Anteil der Geimpften statis­tisch gesehen verhältnismäßig gering“, sagt Manfred Scheel, Sprecher der Fitnessbetriebe in der Wirtschaftskammer Vorarl­berg.
Der Branchenvertreter gibt an, dass es sich um rund 20–30 Prozent der Mitglieder handelt. Würden sie nicht mehr kommen und ihre Mitgliedschaften kündigen, hätte dies fatale Folgen für die Betreiber. „Kommt die 1G-Regelung, müssen viele ihre Studios schließen, da das Betreiben der Anlagen wirtschaftlich nicht mehr rentabel wäre.“

Derzeit darf trainiert werden. <span class="copyright">Hartinger</span>
Derzeit darf trainiert werden. Hartinger

Umsatzeinbußen

Mit dem ersten Lockdown waren die Fitnessstudios geschlossen und diese Schließung sollte sich über sieben Monate hinziehen. Der Schaden war groß, langsam zieht das Geschäft aber wieder an.
„Wir beginnen langsam den Schaden, der durch die Lockdowns und die damit verbundenen Kündigungen entstanden ist, aufzufangen und uns wieder davon zu erholen. Es war ein starker Sommer und die Menschen sind motiviert, sich fit zu halten und etwas für sich zu tun“, sagt Mark Liebl, Geschäftsführer von Good Life Sports mit Standorten in Dornbirn und Hohenems.

Die Hygienekonzepte gepaart mit der 3G-Regel würden funktionieren. <span class="copyright">Hartinger</span>
Die Hygienekonzepte gepaart mit der 3G-Regel würden funktionieren. Hartinger

Scheel betont nochmals die Wichtigkeit von körperlicher Ertüchtigung, besonders in Zeiten einer globalen Pandemie. Außerdem sind ihm keine Clusterbildungen aus Fitnessbetrieben bekannt. Die Abstände, die 3G-Regel sowie die Hygienekonzepte funktionieren, sagt der Branchensprecher.
„Wer bei uns trainieren möchte und nicht geimpft ist, muss sich testen lassen. Das bringt Sicherheit für die Gesellschaft. Wir sind daher Teil der Lösung und nicht des Problems“, sagt Scheel abschließend.
Seit Wochen wird in Öster­reich eine mögliche Einführung der 1G-Regel diskutiert. Möglicher Zeitpunkt wäre der 1. Oktober. Noch gibt es aber keine Entscheidung der Bundesregierung.