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Kulturverein reagiert auf Reichart-Zahlungen

02.09.2021 • 20:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Judith Reichart leitet das Kulturservice Bregenz.<span class="copyright"> Petra Rainer</span>
Judith Reichart leitet das Kulturservice Bregenz. Petra Rainer

Bregenzer Kulturservice-Leiterin bekam Geld für nie erschienenes Buch.

Wirbel in der Landeshauptstadt Bregenz um die neue Kulturservice-Leiterin Judith Reichart. Wie die „VN“ berichten, habe die 51-Jährige in ihrer Funktion als ehrenamtliche Präsidentin des Vereins „Magazin4 Bregenzer Kunstverein“ von Oktober 2017 bis Mai 2020 ein Honorar für Recherchen und Konzept eines Buches erhalten. Bis dato ist dieses Buch mit dem Titel „25 Jahre Magazin4“ allerdings nicht erschienen.

Reaktion des Kulturvereins

Der Verein hat nun in einem Schreiben und in Person des neuen Präsidenten Jürgen Weis­häupl auf den Zeitungsartikel und die darin enthaltenen Anschuldigungen reagiert. „Aus den Unterlagen geht hervor, dass Judith Reichart als Kunsthistorikerin nach einstimmigem Beschluss des Vereinsvorstands (Sitzungsprotokoll liegt vor) im Oktober 2017 mit der Aufarbeitung des Vereinsarchivs als Vorarbeit für die Erstellung eines Buchs mit dem Titel „25 Jahre Magazin4“ beauftragt wurde. Dafür wurde per Kollektivvertrag ein Honorar von 600 Euro netto vereinbart. Das Honorar wurde monatlich offiziell und voll versteuert ausbezahlt. Wir wehren uns gegen den Eindruck, dass hier Vereinsgelder missbräuchlich privat überwiesen wurden. Zudem sind die Angaben zu den Summen im „VN“-Bericht nachweislich nicht richtig“, erklärt Weishäupl in dem Schreiben. Reichart habe dem Verein ein detailliert gesichtetes und gut aufgearbeitetes Archiv mit einer digitalen Erfassung von Projekten aus 25 Jahren übergeben. Auch das Layout und die grafische Konzeption für ein Buch seien erarbeitet und an die Vereinsführung übergeben worden.
Aufgrund der Coronapandemie sei die Umsetzung des Buches zwar verzögert, nicht aber zu den Akten gelegt worden.

Reaktion der Stadt

Die Stadt Bregenz, Arbeitgeber Reicharts in ihrer Funktion als Kulturamtsleiterin, möchte nach Anfrage der NEUE keine Stellung beziehen. In einem schriftlichen Statement lässt die Kommunikationsabteilung der Landeshauptstadt wissen: „Zu den Vorwürfen kann die Stadt keine inhaltliche Stellungnahme abgeben, da die Vorwürfe die Tätigkeit von Judith Reichart als Präsidentin der Kulturvereins – vor ihrer Anstellung bei der Stadt im Herbst 2020 – betreffen. Es ist daher eine externe Angelegenheit, die vereinsintern geprüft werden muss. Allfällige Fragen daraus sind zivilrechtlich zu klären. Auch liegt keine indirekte Betroffenheit der Stadt als Subventionsgeberin des Kulturvereins vor, da die letzte Förderung an den Verein im Jahr 2016 erfolgte.“