Allgemein

Mit der Vespa im Schnee

04.09.2021 • 20:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Sebastian Kirchner restauriert nicht nur, er produziert auch Lichtmaschinen für Vespas mit Baujahren 1947 bis 1977 und Kabelbäume für Vespas bis aus den 1990er. <span class="copyright">Hartinger</span>
Sebastian Kirchner restauriert nicht nur, er produziert auch Lichtmaschinen für Vespas mit Baujahren 1947 bis 1977 und Kabelbäume für Vespas bis aus den 1990er. Hartinger

Sebastian Kirchner (50) restauriert schon das halbe Leben lang alte Vespas.

Träumen Sie nachts von Vespas?
Sebastian Kirchner:
Vom Restaurieren der Vespas nicht. Es kommt vor, dass ich von schönen Ausfahrten träume. Wie vom Vespatreffen in Slowenien im Oktober vor vier Jahren. Es hatte auf dem Heimweg am Katschberg in Kärnten plötzlich zehn Zentimeter Neuschnee und ich habe einem Harley-Fahrer Handschuhe geschenkt, weil seine Finger blau waren.

Was war das Beste, das heuer passiert ist?
Kirchner:
Das Beste war das Gefühl, dass ich mich wieder frei bewegen kann. Das verspürte ich im Moment, als ich die Fähre im Juni zu einer Insel im Mittelmeer betrat. Ich habe dorthin die schönste Autoroute durch viele Staaten gewählt.

Luxushotel oder Wildcampen?
Kirchner: Luxushotel mit vier, fünf Sternen. Dort lasse ich es mir gut gehen. Ich bin Dienstleister und bediene das ganze Jahr Kunden und genieße im Urlaub, bedient zu werden.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Kirchner:
Gute Freunde und einen Haufen Humor. Das ist das Wichtigste. Zudem würde ich Werkzeug mitnehmen für den Bau einer Hütte oder eines Bootes. Denn ich weiß nicht, wie lange mir die Insel gefällt und brauche die Option, dort wieder wegzukommen.

Welchen Rat würden Sie Ihrem Kind geben?
Kirchner:
Jeder muss die Erfahrungen selbst machen und soll diese reflektieren und dabei bei der Wahrheit bleiben. Wenn jemand zu dir sagt, Tomaten schmecken lecker, muss das nicht deiner Wahrheit entsprechen. Du musst sie selbst probieren und herausfinden, ob sie dir schmecken.

Wozu haben Sie mal Ihre Meinung verändert?
Kirchner:
Ich bleibe immer derselben Meinung, weil ich diese lange entwickelt habe und diese gereift ist. Zu manchen Dingen habe ich keine Meinung, weil sie mich nicht interessieren oder betreffen und das ist auch gut so.

Bei welcher Tätigkeit sind Sie im Flow?
Kirchner:
Wenn ich Lichtmaschinen baue, kommt es regelmäßig vor, dass ich um zwei Uhr nachts auf die Uhr schaue und überrascht bin, dass es schon so spät ist. Beim Schrauben vergesse ich einfach alles um mich herum.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.