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Pandemie verdirbt Feierlaune nicht

04.09.2021 • 20:14 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der Platz für das „Moscht-Fäscht“ muss heuer abgesperrt werden.<span class="copyright">Bürgermusik Lauterach</span>
Der Platz für das „Moscht-Fäscht“ muss heuer abgesperrt werden.Bürgermusik Lauterach

Großveranstaltungen werden abgesagt, aber kleinere trotzen der Pandemie.

Nach wie vor nicht einfach ist die Lage, wenn es darum geht, Veranstaltungen zu planen oder zu organisieren. Alleine in der vergangenen Woche wurden drei große Events abgesagt, die in den kommenden Wochen über die Bühne gehen hätten sollen. In Hohenems wird es kein „Marktstraßenfest“ geben, in Lustenau keine Kilbi, und in Dornbirn wird es wie schon im Vorjahr statt des traditionellen Martinimarktes eine Martiniwoche geben. In allen drei Fällen wurden die gültigen Coronaregelungen als Grund für die Absage angeführt. So sei es beispielsweise nicht möglich, das Ortszentrum für die Kilbi abzuriegeln und auch eine Besucher-Registrierung sowie 3G-Kontrollen durchzuführen, hieß es aus Lustenau. Immerhin strömen jährlich bis zu 20.000 Gäste aus dem ganzen Land auf die Kilbi.

“Moscht-Fäscht” in Lauterach

Großveranstaltungen sind also nur mit großem Aufwand möglich. Kleinere Veranstaltungen wurden und werden aber wieder allerorts durchgeführt. So auch in Lauterach, wo die Bürgermusik am 19. September (Ausweichtermin bei schlechter Witterung: 26. September) das traditionelle „Moscht-Fäscht“ auf die Beine stellt. Für den Verein ist dies von großer Bedeutung, wie Schriftführerin Dagmar Konzilia berichtet. Durch die gemeinsame Organisation und Durchführung der Veranstaltung wird einerseits der interne Zusammenhalt gestärkt. Andererseits wird auch im Ort ein sichtbares Zeichen gesetzt, dass die Bürgermusik weiterhin aktiv ist. Denn öffentliche Auftritte hat es in den vergangenen eineinhalb Jahren coronabedingt keine gegeben. Umso wichtiger ist es, anderweitig Präsenz zu zeigen. Denn aufgrund der Pandemie habe es so gut wie keine Neuaufnahmen gegeben. Kürzlich konnte immerhin ein Tag der offenen Tür für junge Nachwuchsmusikanten und -musikantinnen durchgeführt werden. Allerdings gab es auch dabei einen Wermutstropfen: die Kinder konnten nicht wie früher die Blasinstrumente selbst ausprobieren.

Persönlicher Kontakt hat gefehlt

Doch auch vereinsintern waren die vergangenen eineinhalb Jahre herausfordernd. Schließlich verhinderten die Corona-Maßnahmen über einen langen Zeit Proben und andere Zusammenkünfte. „Wir haben zwar Online-Sitzungen durchgeführt, aber es hat schon gefehlt, sich zu treffen und sich von Angesicht zu Angesicht zu sehen“, erzählt die Schriftführerin. Wie sehr den Vereinsmitgliedern der persönliche Kontakt zu anderen gefehlt hat, zeigt sich jetzt auch bei der Rekrutierung von Helfern für das „Moscht-Fäscht“. Dagmar Konzilia ist dabei für die Personaleinteilung zuständig, und die Motivation mitzuhelfen ist groß: „Vor allem die jungen Leute sind heiß darauf.“

Auch für die Mitglieder der Bürgermusik waren die letzten eineinhalb Jahre herausfordernd. <span class="copyright">Bürgermusik Lauterach</span>
Auch für die Mitglieder der Bürgermusik waren die letzten eineinhalb Jahre herausfordernd. Bürgermusik Lauterach

Durch die Coronapandemie und damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen entsteht bei der Organisation und Durchführung des Fests ein Mehraufwand. Allerdings hält sich dieser nach Angaben der Schriftführerin in Grenzen. So muss beispielsweise bei der Bezirkshauptmannschaft ein Präventionskonzept vorgelegt werden. Ebenso müssen die 3G-Kontrollen vorbereitet werden. Zu diesem Zweck wird der Festplatz erstmals eingezäunt. An zwei Eingängen wird dann kontrolliert, ob die Besucher der Veranstaltung geimpft, genesen oder getestet sind. Die Absperrung des Festplatzes ist nach Angaben von Konzilia auch die aufwendigste Zusatzmaßnahme wegen der Pandemie.

“Jeder weiß, was zu tun ist”

Ansonsten ist das „Moscht-Fäscht“ für die 90 Mitglieder der Bürgermusik aber fast schon ein „Selbstläufer“, wie die Schriftführerin erklärt. Schließlich gibt es die Veranstaltung schon seit 20 Jahren. „Jeder weiß, was zu tun ist“, meint Konzilia. Von daher sei es auch möglich, das Fest recht kurzfristig auf die Beine zu stellen. Vor rund zehn Tagen haben die Lauteracher die Entscheidung getroffen, die Traditionsveranstaltung heuer wieder durchzuführen.

180-Jahr-Jubiläum

Anders sieht dies leider beim Bezirksmusikfest im nächsten Jahr aus. Dieses hätte eigentlich anlässlich des 180-Jahr-Jubiläums der Bürgermusik in Lauterach über die Bühne gehen sollen. Aufgrund der nach wie vor unsicheren Lage und der notwendigen langen Vorlaufzeit für die Planung wurde jedoch frühzeitig entschieden, das Event abzusagen. Möglicherweise gibt es zum 185-jährigen Jubiläum ein Bezirksmusikfest in Lauterach. Vorerst steht jedoch in zwei Wochen das „Moscht-Fäscht“ auf dem Programm.