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Haft für Missbrauch per Internet

06.09.2021 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Hartinger

37-jähriger ließ sich von 13-jähriger Onanie-Videos und -Fotos schicken.

Am 4. Februar 2018 hat der geständige Angeklagte eine ihm unbekannte 13-Jährige aus Deutschland im Internet mit Erfolg vor allem dazu aufgefordert, ihm Videos und Fotos zu schicken, die sie beim Onanieren zeigen. Dafür wurde der 37-Jährige aus dem Bezirk Dornbirn im Mai in erster Instanz am Landesgericht Feldkirch wegen der Verbrechen des versuchten schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und der Vergehen der pornografischen Darstellung Minderjähriger schuldig gesprochen. Deswegen wurde der Angeklagte zu elf Monaten Gefängnis verurteilt. Davon betrug der unbedingte, zu verbüßende Teil drei Monate Haft.

Das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) hat nun die Feldkircher Strafe bestätigt. Das Urteil wurde damit rechtskräftig. Der Strafberufung des Angeklagten wurde in der Berufungsverhandlung keine Folge gegeben. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch hat auf eine Strafberufung verzichtet. Der Feldkircher Schuldspruch wurde nicht bekämpft, der Angeklagte erhob keine Nichtigkeitsbeschwerde an den Obersten Gerichtshof (OGH) in Wien.

Der Strafrahmen betrug ein bis zehn Jahre Gefängnis. Bei der verhängten Sanktion handelt es sich um eine Zusatzstrafe. Die Richter hatten bei der Strafbemessung die Verurteilung des Arbeitslosen vom 20. Juli 2020 am Landesgericht zu berücksichtigen. Denn damals hätte theoretisch auch schon über die nunmehrigen Vorwürfe verhandelt werden können. Im Vorjahr wurde über den ledigen und kinderlosen Mann wegen des Besitzes von Kinderpornografie eine unbedingte Geldstrafe und eine bedingte Haftstrafe von sieben Monaten verhängt.

Urteil falsch verstanden

Mildernd war etwa der Umstand, dass es zu keinem persönlichen Kontakt zwischen dem Angeklagten und der unmündigen Minderjährigen gekommen ist. Deshalb sei der schwere Missbrauch eher im unteren Bereich des Tatbildes anzusiedeln, sagte Richter Thomas Wallnöfer als Vorsitzender des Feldkircher Schöffensenats in seiner Urteilsbegründung. Weil die 13-Jährige über die angeforderten Sexvideos bereits verfügte, wurde nur versuchter schwerer Missbrauch angenommen.

Allerdings war dem Verurteilten nicht gleich klar, was diese für ihn zu bedeuten hat. Der von Dieter Klien verteidigte Angeklagte hat das Feldkircher Urteil zunächst falsch verstanden. „Also, ich bin in Freiheit?“, fragte der 37-Jährige.

Nein, antwortete der Vorsitzende des Schöffensenats und erklärte, er müsse drei Monate absitzen.

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