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„Peter und der Wolf“ – eine Fragestunde

06.09.2021 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein kongeniales Duo: Armin Wolf (l.) und Peter Filzmaier.  <span class="copyright">Daniel Furxer</span>
Ein kongeniales Duo: Armin Wolf (l.) und Peter Filzmaier. Daniel Furxer

ORF-Anchorman Armin Wolf befragte ORF-Chefanalytiker Peter Filzmaier.

Was passiert, wenn zwei sehr eloquente Menschen aufeinander treffen? Genau, ein sehr unterhaltsames, wortwitziges und spannendes Gespräch – zu erleben am Sonntag in der Produktionshalle von Kaufmann Zimmerei und Tischlerei in Reuthe. Armin Wolf war – wie man ihn aus seinen ZIB-2-Interviews kennt – penibel vorbereitet und überließ in der Interviewführung nichts dem Zufall. Peter Filzmaier, natürlich nicht in Kenntnis der Fragen gesetzt, parierte diese – die fast ausschließlich seiner Biografie galten – sehr wortgewandt.

Wolf spannte mit seinen Fragen Bögen auf und kam geschickt auf Themen zu sprechen, die unerwartet und ausgefallen waren. Wer eine Analyse der aktuellen österreichischen politischen Lage erwartete, wurde enttäuscht. Dies war aber von vornherein nicht die Intention dieses Gesprächs.

“Magnum”-Fan

Armin Wolf versuchte, noch unbekannte, biografische Seiten des Politikwissenschaftlers aus ihm herauszukitzeln. Zum Beispiel, warum er bei seinem ersten Fernsehinterview 1998 einen Schnauzer trug. Filzmeier outete sich daraufhin als Fan der Fernsehserie „Magnum“. Armin Wolf holte ihn damals ins Studio, da er nach einem Amerika-Experten suchte, der das Amtsenthebungsverfahren gegen Bill Clinton analysieren konnte. Der geflügelte Satz, dass Filzmaier mittlerweile unter dem Studiotisch schlafe, ist zum Running Gag geworden.

Seit seiner Buchveröffentlichung „Atemlos: Meine schönsten Sportgeschichten und was sie mit Politik zu tun haben“ kennt man auch eine andere Seite des Politikwissenschaftlers. Ausgiebig wurde er von Wolf zu seinen Lieblingssportarten befragt, wie er FC-Barcelona-Fan wurde und warum er mit großer Leidenschaft Langstreckenläufer ist.

Immer neutral geht nicht

Natürlich kam die Politik nicht zu kurz und man erfuhr, dass Filzmaier durch Hainburg und die Waldheim-Affäre politisiert wurde. „Immer und überall neutral bleiben, das geht nicht. Auch im Fernsehen gibt es Meinungssegmente, wo ich mich positionieren kann und dies auch tue“, sagte der Politikwissenschaftler. Sehr viel öfter beziehe er sich aber auf einen großen Datenfundus, auf den er sich bei seinen Analysen stütze.

Ob seine „Wuchteln“, also seine sehr pointierte Art zu analysieren, vorbereitet seien, verneinte Filzmaier. Jedoch gab er zu, wisse er schon ungefähr, was dieser oder jener Politiker sage und könne sich schon ein bisschen etwas zurechtlegen. Trotzdem ärgere er sich oft nach seinen Analysen, da ihm eine halbe Stunde später noch bessere Antworten eingefallen wären. Einen Hang zum Perfektionismus konnte man ihm nicht absprechen.

Peter Filzmaier feierte am Tag der Veranstaltung seinen 54. Geburtstag.   <span class="copyright"> Furxer</span>
Peter Filzmaier feierte am Tag der Veranstaltung seinen 54. Geburtstag. Furxer

Seine Herzkrankheit im Jahr 2018 – und damit wurde auch ein ernstes Thema angesprochen – habe ihn gelassener werden und die Dinge bewusster genießen lassen, sagte Filzmaier. Jetzt sei er aber wieder topfit und habe auch schon eine schönen Lauf im Bregenzerwald hingelegt.

Für die Zuschauer überraschend, offenbarte Armin Wolf, dass Filzmaier Geburtstag habe und lud zum spontanen Geburtstagsständchen ein. Ein sichtlich gerührter Peter Filzmaier nahm dann auch ein Geschenk entgegen: ein T-Shirt mit dem schon erwähnten Schnauzer von damals und einem aktuellen Foto.

Celloklänge zum Abschluss

Nach einer halben Stunde Pause spielte der Grammy-nominierte Argentinier Sebastian Plano auf seinem Cello. Sein Spiel war durchsetzt von sphärischen, Loop-durchtränkten Klängen, die er mit Keyboard-Elementen ergänzte. Das adaptierte Cello ermöglichte es ihm auch, Drumklänge zu integrieren und so befand man sich in einem beruhigenden Sound wieder, der sich in die Landschaft des Bregenzerwaldes einbettete.

„Pink Floyd meets Cello“ war das Motto und er selbst bekannte, dass er ein großer Fan des Bregenzerwaldes sei. Das FAQ fand somit zum Abschluss des Festivals einen berührenden und diskussionstechnisch spannenden Höhepunkt.

Daniel Furxer