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Standing Ovations beim Quarta-Konzertauftakt

08.09.2021 • 19:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Christoph Eberle und die Quarta in Bregenz. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Christoph Eberle und die Quarta in Bregenz. Klaus Hartinger

Beim Auftakt begeisterte die Quarta Jugendphilharmonie.

Kleiner besetzt mit 32 jungen Musikerinnen und Musikern, mit anderem Programm und neuen Herausforderungen laden Dirigent Christoph Eberle und seine Quarta 4 Länder Jugendphilharmonie zu ihrem diesjährigen Projekt „Zwischen Astor und Igor“. Zusammen mit dem „Kollektiv“, zwei hervorragenden Solisten, animierten sie das Publikum am ersten Abend im wunderschönen Gössersaal zu Standing Ovations.

Eigentlich hatte Eberle mit seinen hochbegabten Musizierenden schon im vergangenen Jahr Mahlers vierte Sinfonie einstudieren wollen – Corona machte das wie so vieles andere nicht möglich. Dass nach diesem Jahr ein solches Projekt überhaupt durchgezogen werden konnte, ist erstaunlich und ermutigend. Im Orchester hat zudem ein Generationenwechsel stattgefunden, Ältere sind bereits zum Studium aufgebrochen, Jüngere sind hineingewachsen und profitieren von Eberles langjähriger Erfahrung als Orchestererzieher und Vater musizierender Kinder – die natürlich auch im Orchester spielen.

Zwischen zwei Meistern

Zwischen Astor und Igor“, zwei Meistern des 20. Jahrhunderts, spannte sich also der Programmbogen, den Das Kollektiv, das sind der kolumbianische, in Feldkirch ausgebildete Flötist Juan Carlos Diaz Bueno und der Akkordeonist Raphael Brunner aus Lustenau, mit eigenen Werken aufgriff: dem russischen Komponisten Igor Strawinsky gebührte der Vortritt mit der Suite aus dem Ballett „Pulcinella“.

Strawinsky verbeugt sich hier vor dem jung verstorbenen Barockkomponisten Pergolesi, komponiert Tänze im alten Stil und lässt eine Commedia-dell’arte-Truppe vorüberwirbeln. Hier konnte Eberle bereits kammermusikalisch durchsichtig einzelne Stimmen mit anspruchsvollen Soli hervortreten lassen. Frischer Theatergeist mit frechen Figuren und archaisch wehmütigen Zwischensätzen blitzte immer wieder auf.

Dem Konzert im Gössersaal folgen noch weitere.   <span class="copyright">Hartinger</span>
Dem Konzert im Gössersaal folgen noch weitere. Hartinger

Hatte Strawinsky die Barockzeit zitiert, so erwiesen die beiden jungen Solisten vom Kollektiv dem argentinischen Tangomeister Astor Piazzolla ihre Reverenz. Symbiotisch und höchst inspiriert ist ihr Zusammenspiel, die Farben der jazzigen Querflöte und des Akkordeons, das raue Akzente setzen oder mit großem Volumen imponieren kann, mischten sich in eigenen Werken mit dem so spielfreudigen jungen Orchester.

Das fröhliche musikantische Tango-Treiben mit unheimlichen Zwischenepisoden kontrastierte Eberle mit der feinen Streicherkultur in Sibelius’ „Valse triste“ – auch das ein Tanz am Rande des Abgrunds! – und in Edvard Elgars „Sospiri“. Mit tollen Soli und Teamgeist brachte Eberle seine Jugendphilharmonie zum Tanzen und das Publikum zum Jubeln! Katharina von Glasenapp
Termine: www.quarta4.org

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