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Trotz Corona Wachstum bei Rhomberg

08.09.2021 • 19:57 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die beiden Rhomberg-Geschäftsführer Ernst Thurnher (links) und Hubert Rhomberg. <span class="copyright">Rhomberg Gruppe</span>
Die beiden Rhomberg-Geschäftsführer Ernst Thurnher (links) und Hubert Rhomberg. Rhomberg Gruppe

Umsatz im Geschäftsjahr 2020/21 wurde im Bau- und Bahnbereich gesteigert.

Auch an der Rhomberg Gruppe ist die Coronapandemie nicht ohne Auswirkungen vorbeigegangen. Das haben die Geschäftsführer Hubert Rhomberg und Ernst Thurnher am Mittwoch bei der alljährlichen Bilanzpressekonferenz bekannt gegeben. Dennoch ist es gelungen, den Umsatz erneut zu steigern. 811 Millionen Euro wurden im Geschäftsjahr 2020/21 (Bilanzstichtag: 31. März 2021) erwirtschaftet. Im Vorjahr waren es 782 Millionen Euro gewesen. Ein Plus hat es sowohl im Bau- als auch im Bahnbereich gegeben. Die Eigenkapitalquote lag mit 45 Prozent um drei Prozent höher als im Vorjahr. Etwa 40 Millionen Euro wurden für Sachinvestitionen ausgegeben. Nähere Angaben zur Ertragssituation werden vom Unternehmen traditionell nicht gemacht.

Rund 3400 Beschäftigte

Das Jahr sei von den Corona-Shutdowns geprägt gewesen, sagte Thurnher. Allerdings habe sich bereits im Frühherbst 2020 gezeigt, dass sich sowohl die Bau- als auch die Bahnbrache weiterhin stabil entwickeln, jedoch nicht so stark wie erwartet, fügte Hubert Rhomberg hinzu. Die beiden Geschäftsführer werteten dies als Beleg dafür, dass die Bereiche die stabilsten und wachstumsstärksten innerhalb der Industrie sind. So legte der Baubereich bei Rhomberg um rund neun Millionen Euro auf insgesamt 345 Millionen Euro Umsatz zu. Die Bahnsparte in Form der Rhomberg Sersa Rail Group, an der Rhomberg mit 50 Prozent beteiligt ist, wuchs um 17 Millionen auf 466 Millionen Euro. Der Mitarbeiterstand in der Gruppe stieg um gut zwölf Prozent auf rund 3400 Beschäftigte, wobei in Vorarlberg etwa 850 Personen tätig sind.

Im Bahnbereich ist Rhomberg weltweit tätig. Die Pandemie habe die Branche stärker getroffen als den Bau. Projekte könnten hier nicht kurzfristig um ein paar Monate verschoben werden, da die Arbeiten weit im Voraus geplant werden müssten, weil es nur gewisse Zeitslots zum Bau gebe. Dennoch freute sich Hubert Rhomberg über ein leichtes Wachstum und neue Aufträge, die eingefahren worden sind. So sicherten sich beim Koralmtunnel in der Steiermark die Arge-Partner Porr und Rhomberg Bahntechnik einen Folgeauftrag. Um rund 110 Millionen Euro wird die bahntechnische Ausrüstung installiert. Im deutschen Stuttgart ist Rhomberg beim neuen Bahnknoten für die Errichtung von 41 Kilometern fester Fahrbahn, 72 Weichen und zwei Kreuzungen verantwortlich. Dieser Auftrag hat ein Volumen von 142 Millionen Euro.

Digitalisierung

Geschäftsführer Hubert Rhomberg sieht das Bau- und Bahnunternehmen auf dem Weg zum Technologie­unternehmen. Zuletzt wurde beispielsweise in den Bereich „Data Intelligence“ investiert. Durch die fortschreitende Digitalisierung werde die Baubranche massiv profitieren, ist Rhomberg überzeugt. Denn die Jobs würden für Fachkräfte wieder attraktiver.

In der Sparte Bau erwartet Thurnher für das heurige Jahr eine Steigerung des Umsatzes in Richtung 400 Millionen Euro. Denn aufgrund der Pandemie könne es den einen oder anderen Nachholeffekt geben. Größter Wachstumsmarkt ist aus Sicht der Unternehmensverantwortlichen Wien. Man habe es sich zum Ziel gesetzt, in der Bundeshauptstadt einen nachhaltigen Umsatz von 100 Millionen Euro zu erzielen. Geschehen soll dies vor allem über neue und innovative Produkte. Thurnher nannte hier als Beispiel den Holz-Systembau „WoodRocks“. Auch in der Wiederbelebung denkmalgeschützter Gebäude sehen die Rhomberg-Verantwortlichen Wachstums­potenzial in Wien.

Am Bregenzer Firmensitz wurde die Bilanz über das Geschäftsjahr 2020/21 präsentiert. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Am Bregenzer Firmensitz wurde die Bilanz über das Geschäftsjahr 2020/21 präsentiert. Stiplovsek

Ein wichtiges Thema in der Baubranche sind auch immer wieder die Rohstoffe. Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen sei Teil der „Rhomberg-DNA“, betonte Geschäftsführer Hubert Rhomberg. So wird im Hohenemser „Ressourcen Center Rheintal“ in eine neue Nassaufbereitungsanlage investiert. Über zwölf Millionen Euro werden dafür locker gemacht. Diese soll im Herbst 2022 in Betrieb gehen und jährlich 200.000 Tonnen Bodenaushub aufbereiten. Es sei wohl die größte Anlage ihrer Art in Österreich. Ziel sei es, möglichst dem gesamten Aushub wieder einer Benutzung zuzuführen und Material „nur im äußerten Notfall“ zu deponieren. Ebenso wird derzeit ein neues Containerterminal errichtet, um Kies, Sand und andere Materialien verstärkt über die Schiene zu transportieren. Künftig sollen jährlich 250.000 Tonnen statt 100.000 Tonnen über die Bahn angeliefert werden. Zugleich soll der Lkw-Anteil von bislang 150.000 Tonnen auf 20.000 Tonnen gesenkt werden.

Keine rasche Entscheidung

Zur geplanten Erweiterung des Steinbruchs Unterklien hatte Hubert Rhomberg keine Neuigkeiten zu berichten. Derzeit laufe immer noch die juristische Prüfung, wie das konkrete Vorgehen im UVP-Verfahren aussehen soll. Man habe sich im Unternehmen jedoch von Beginn an darauf eingestellt, dass es keine rasche Entscheidung über die Erweiterung geben werde.

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