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Stronach plant neues E-Auto-Werk

11.09.2021 • 17:29 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Präsentation in Graz: Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Frank Stronach, TU-Vizerektor Horst Bischo, Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl
Präsentation in Graz: Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Frank Stronach, TU-Vizerektor Horst Bischo, Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl Didi Hubmann

Frank Stronach will neue Elektro-Fahrzeugproduktion aufbauen.

Das Stronach-Projekt für die Steiermark wurde bis zuletzt unter Verschluss gehalten, die Einladungen zur offiziellen Präsentation an der TU Graz erst knapp vor der Pressekonferenz verschickt. Frank Stronach – er feierte in dieser Woche seinen 89. Geburtstag – steigt wieder ins Autogeschäft ein und will in der Steiermark eine Produktionsstätte für führerscheinfreie Elektrofahrzeuge (maximale Geschwindigkeit 25 km/h) etablieren.

Vor zwei Jahren hatte Stronach erstmals von dem Konzept für ein Mikromobilitätsauto gesprochen. Sarit hieß das Konzeptfahrzeug, aber keiner nahm ihn damals richtig ernst. Im Frühjahr 2021 verdichteten sich wieder die Gerüchte, Stronach wandte sich auch in Kanada an die Öffentlichkeit. Er wolle im Großraum Toronto eine Produktion aufziehen, hieß es. Hier soll es im März 2022 losgehen, danach soll der Startschuss in der Steiermark erfolgen, einen genauen Zeitplan gibt es noch nicht.

Laßnitzthal als Standort

Das rund zwei Meter lange und ein Meter breite Fahrzeug, das auch in der Steiermark gebaut werden soll, gleicht einem schnittigen Golfcart. Es verfügt über drei Räder und ist ein Einsitzer. Eine Ladung soll via normaler Steckdose möglich sein, das Fahrzeug soll eine Reichweite von bis zu 80 Kilometer erzielen.

In Kanada wären für ein Zweijahresleasing rund 1100 kanadische Dollar fällig, der Neupreis heute bei einem Kauf soll bei rund 4000 Euro liegen. Ein Führerschein ist eben nicht notwendig, das Gefährt verfügt über eine Spitzengeschwindigkeit von 25 km/h.

Als Standort in der Steiermark sind die Stronach-Grundstücke in Laßnitzthal, in der Nähe von Graz, vorgesehen, dort soll auch das Headquarter von Stronach International entstehen sowie die Fabrik, in der bis zu 120.000 Autos pro Jahr gefertigt werden könnten. Auch ein Forschungszentrum ist geplant, so Stronach. In Summe sollen so einige Hundert neue Arbeitsplätze entstehen. In Laßnitzthal wollte er vor Jahren übrigens eine Klinik aufbauen, das Projekt wurde aber nie realisiert.

Stronach, dessen Konflikt mit seiner Tochter um Vermögen und Betriebe beendet ist, hat dem Vernehmen nach mehrere 100 Millionen Dollar “Spielgeld”, um eine Produktion von E-Fahrzeugen aufzubauen. Für das Abtreten seiner speziellen Stimmrechte bei Magna, mit denen er de facto den Konzern kontrollierte, bekam er 2011 über eine Milliarde Dollar.

Mit dem elektrischen Micromobility-Projekt schlägt Stronach in eine Kerbe, die mehrere große Autokonzerne bearbeiten. Darunter Renault, Seat oder Start-ups wie M-Cro, die eine Art elektrische Isetta des 21. Jahrhunderts im kommenden Jahr auf die Straße bringen.

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Mikromobilität: Der elektrische Einsitzer Microlinosoll ab 2022 auf unsere Straßen rollenAPA

Die Mikromobilität erlebt derzeit einen Boom. Offen bleibt, ob es dazu auch Geschäftsmodelle gibt, die funktionieren. Möglich sind Sharing-Konzepte, also das Teilen von Fahrzeugen.

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