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Junger Gewalttäter kam mit Diversion davon

13.09.2021 • 18:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
18-jähriger Gymnasiast vor Gericht. <span class="copyright">Symbolbild hartinger</span>
18-jähriger Gymnasiast vor Gericht. Symbolbild hartinger

18-Jähriger Gymnasiast muss 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Mit einem Faustschlag hat der Gymnasiast bei einer Party in Bregenz einem Kontrahenten das Jochbein und das Nasenbein gebrochen. Bei den Verletzungen handelte es sich um verschobene Knochenbrüche. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch klagte den 18-Jährigen wegen des Verbrechens der schweren Körperverletzung an, mit einer Strafdrohung von bis zu fünf Jahre Gefängnis.
In der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch wurde der Angeklagte aber formell gar nicht verurteilt. Dem Schüler blieb damit eine Vorstrafe erspart. Richterin Sabrina Tagwercher nahm den Vorschlag von Verteidiger Sascha Lumper auf und gewährte dem jungen Erwachsenen eine Diversion. Wenn er 50 Stunden gemeinnützige Gratisarbeit leistet, wird das Strafverfahren gegen ihn eingestellt werden.

Keine schwere Schuld

Die Strafrichterin begründete die diversionelle Erledigung so: Der Angeklagte sei unbescholten und geständig und habe bereits teilweise Wiedergutmachung geleistet. Seine Schuld sei nicht als schwer anzusehen. Und bei jungen Erwachsenen dürfe die Sanktion nicht für die Allgemeinheit abschreckend sein. Verteidiger Lumper hat im Namen seines Mandanten im Gerichtssaal dem Anwalt des Verletzten als Anzahlung 1000 Euro überreicht. Ein Gutachten soll nun noch klären, ob weitere Schmerzengeldzahlungen notwendig sind.

Die Sitzungsvertreterin der Staatsanwaltschaft hatte sich in der Gerichtsverhandlung mit dem Hinweis auf die schwere Schuld des Angeklagten zunächst gegen eine Diversion ausgesprochen. Sie holte dann aber telefonisch die ausnahmsweise erfolgte Zustimmung des Leiters der Staatsanwaltschaft ein.

Der Angeklagte sagte zum Tathergang, er sei bei der Party von einem Gast beleidigt worden. Daraufhin habe er den ihm namentlich nicht bekannten jungen Mann aufgefordert, die Angelegenheit vor dem Haus zu klären. Dort habe er dem Widersacher einen Faustschlag ins Gesicht verpasst.