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Schon mit 15 Jahren Drogen verkauft

13.09.2021 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
3,1 Kilo Marihuana verkauft, ein Kilo habe er selbst konsumiert. <span class="copyright">Symbolbild Shutterstock</span>
3,1 Kilo Marihuana verkauft, ein Kilo habe er selbst konsumiert. Symbolbild Shutterstock

Er verkaufte 3,1 Kilogramm Marihuana im Wert von 31.000 Euro.

Der mittlerweile 16-jährige Angeklagte ist nicht nur arbeitslos, sondern auch obdachlos. Der Jugendliche sagte vor Gericht, er sei abhängig von Marihuana. Bereits als Unmündiger habe er Marihuana geraucht. Mit 15 Jahren habe er Ende Dezember 2019 damit begonnen, Rauschgift zu verkaufen. um sich so seinen Drogenkonsum finanzieren zu können. Geschätzte 3,1 Kilogramm Marihuana im Wert von 31.000 Euro hat er nach eigenen Angaben verkauft. Ein Kilo habe er selbst konsumiert.

Teilbedingte Geldstrafe

Für Suchtgifthandel und unerlaubten Umgang mit Suchtgiften kam der unbescholtene und von Lisa Ramsauer-Mitteregger verteidigte Angeklagte am Landesgericht Feldkirch mit einer Geldstrafe von 1200 Euro (300 Tagessätze zu je 4 Euro) davon. Der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil beträgt 800 Euro. 400 Euro wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung nachgesehen. Das milde Urteil ist nicht rechtskräftig. Dem Angeklagten kam bei der Strafbemessung das sogenannte Gewöhnungsprivileg zugute. Demnach hat der Drogenabhängige das Suchtgift zur Finanzierung seines Eigenkonsums verkauft. So wurde aus dem angeklagten Verbrechen des Suchtgifthandels nur noch ein Vergehen. Die Strafdrohung für den Jugendlichen verringerte sich auf bis zu eineinhalb Jahre Gefängnis. Die verhängte teilbedingte Geldstrafe entspricht fünf Monaten Haft. Eine Haftstrafe für den unbescholtenen und geständigen Angeklagten wäre viel zu streng gewesen, sagte Richterin Sabrina Tagwercher. Zumal bei Jugendlichen die Abschreckung für die Allgemeinheit nicht berücksichtigt werden dürfe. Die Geldstrafe sei ein Warnschuss für den jungen Straftäter. Die Staatsanwältin sagte, der Strafprozess sei für den 16-Jährigen eine Gelegenheit, sein Leben neu zu regeln. Denn er habe nur das eine Leben.

Anklage korrigiert

Die Richterin merkte an, der Strafantrag der Staatsanwaltschaft sei in einem Punkt zu korrigieren. Dort werde dem Angeklagten nämlich zu Unrecht vorgeworfen, dass er schon ab Ende 2017 Marihuana konsumiert habe. Damals sei er aber erst 13 Jahre alt und damit noch nicht strafmündig gewesen. Daraufhin wurde im Strafantrag der Beginn des Drogenkonsums auf Ende 2018 abgeändert.
Geändert zugunsten des Angeklagten wurde auch der Wirkstoffgehalt des Rauschgifts, angenommen wurde nur noch ein durchschnittlicher THC-Gehalt. Der junge Türke hatte vor der Polizei geprahlt und zu seinem Nachteil die „bombige Qualität“ mit 28 Prozent angegeben.