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Verhaltener Neustart für Herbstmesse

13.09.2021 • 21:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Herbstmesse sah heuer mehr Besucher als im letzten Jahr, aber weniger als vor der Pandemie.<br><span class="copyright">Messe/Mittelberger</span>
Die Herbstmesse sah heuer mehr Besucher als im letzten Jahr, aber weniger als vor der Pandemie.
Messe/Mittelberger

Im Vergleich zum Vorjahr verdreifachten sich die Besucherzahlen.

Spendabler als im Vorjahr zeigten sich die Messebesucher im heurigen Herbst. Im schnitt gaben sie 320 Euro aus, zehn Prozent mehr als im langjährigen Durchschnitt. 2019 hatten die Prokopfausgaben sogar bei nur 130 Euro gelegen. „Diese Zahlen zeigen die wirtschaftliche Bedeutung der Herbstmesse“, so Sabine Tichy-Treimel, Geschäftsführerin der Messe Dornbirn. Die Messe sei ein großer Wirtschaftsfaktor für das Land. Der heuer insgesamt erzielte Umsatz war allerdings noch nicht bekannt.

Die Besucherzahl konnte man laut Messe auf etwa 35.000 steigern. „Wir durften zur 73. Herbstmesse in etwa drei Mal so viele Besucher wie 2020 bei uns begrüßen und das sein, was wir so gerne sind – Gastgeber und ein gesellschaftlicher Treffpunkt“, erklärte Projektleiterin Marion Schneider. Im Coronajahr 2020 waren nur etwa 11.900 Menschen zur Messe gekommen. Ansonsten blieben die Zahlen jedoch hinter der Vorkrisenzeit zurück. Im Jahr 2019 hatte man trotz Schlechtwetter noch 70.000 Besucher gezählt, so damals die offizielle Messehochrechnung.

Auch ohne Pandemie war das Interesse an der Messe seit Jahren im Sinken begriffen. So waren 2014 noch 77.800 Besucher gekommen, damals hatte man mit der „1. Artenreich“ eine eigene Zusatzmesse für Jäger, Förster und Fischer gestartet – zu einer zweiten Auflage kam es jedoch entgegen ursprünglicher Ankündigungen nie.

Muster grafik neu
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Neues Mohrenbier

Die Dornbirner Mohrenbrauerei hatte zum Auftakt der Messe ein neues Helles Lagerbier präsentiert. Von diesem wurden 1633 Liter allein im Wirtschaftszelt getrunken. Die Brauerei war außerdem im Außenbereich mit einem eigenen Stand präsent. Abseits der Verkostung von Bierspezialitäten verspeisten die Gäste 4266 Messehennele und 1112 Kalbsbratwürste.

Trotz der höheren Besucherzahlen konnte die Herbstmesse heuer mit 20 Ausstellern weniger aufwarten als noch im Vorjahr. Insgesamt präsentierten 60 Unternehmen ihre Waren und Dienstleistungen.

Die Aussteller seien jedoch „sichtlich zufrieden“ gewesen, erklärt die Messeleitung und lässt stellvertretend Thomas Klocker, Aussteller im Kunst.hand.werk, zu Wort kommen: „Ich bin seit sieben Jahren auf der Herbstmesse Dornbirn und nach dem schwachen letzten Jahr vom heurigen Besucherinteresse total überrascht und mit dem Ergebnis sehr zufrieden.“
Jasmin Bussolon von den Illwerken vkw erklärte: „Wir hatten eine super Messe mit perfektem Sicherheitskonzept. Ein kaufkräftiges Publikum und eine tolle Atmosphäre in den Hallen.“

Voraussetzung für den Eintritt waren „ein 3G-Nachweis in Kombination mit einem Lichtbildausweis und die Registrierung mittels QR-Code oder Formular“, so die Messeleitung. Außerdem habe man für alle Besucher und Aussteller vor Ort kostenlose Tests angeboten. Laut Stefan Rippl, dem Covid-Beauftragten der Messe, hat sich dieses Konzept bewährt. Zudem seien bereits 20 Prozent der Karten im Online-Vorverkauf erstanden worden.

Volle Auftragsbücher

Beim Themenbereich Haus und Handwerk war die Divergenz zwischen Ausstellungsfläche und Ausstellern deutlich spürbar. Sie vermochte auch von den dort ausgiebig präsentierenden Landesunternehmen nicht aufgehoben zu werden.

Die ohnehin vollen Auftragsbücher machten für viele die zusätzliche Bewerbung auf der Messe überflüssig. Etliche Unternehmen aus dem Bau- und Handwerkssegment könnten derzeit keine zusätzlichen Aufträge stemmen, heißt es dazu von der Messe. Darauf sei auch der Rückgang bei den Ausstellern zurückzuführen.