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Zehnten Mord an Frauen angedroht

16.09.2021 • 19:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/Shutterstock

Diversion mit Geldbuße für Vater wegen gefährlicher Drohung gegen Tochter.

Bis dahin gab es in Österreich in diesem Jahr neun mutmaßliche Morde an Frauen. Anfang Mai hat der geständige 59-jährige Angeklagte am Telefon zur Sozialarbeiterin seines volljährigen Kindes gesagt, seine 20-jährige Tochter werde die Nummer zehn sein. Dazu wurde der Familienvater aus dem Unterland von der Staatsanwaltschaft Feldkirch wegen gefährlicher Drohung angeklagt.

Diversion gewährt

Dafür gewährte Richter Thomas Wallnöfer dem unbescholtenen Angeklagten am Donnerstag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch eine Diversion. Wenn der Unternehmer dem Gericht innerhalb von sechs Monaten als Geldbuße 1600 Euro bezahlt, wird das Strafverfahren gegen ihn ohne Eintrag ins Strafregister eingestellt werden. Der von Dieter Klien verteidigte Angeklagte und Staatsanwalt Markus Fußenegger waren mit der diversionellen Erledigung einverstanden.

Tochter sagte nicht als Zeugin aus

Freigesprochen wurde der diese Vorwürfe bestreitende Angeklagte von den Anklagepunkten Nötigung und Körperverletzung. Denn seine 20-jährige Tochter machte von ihrem Recht als Familienangehörige Gebrauch, als Zeugin nicht mehr auszusagen. Sie war vor der Polizei die einzige Belas­tungszeugin gewesen. Dabei hatte sie angegeben, ihr Vater habe seit 2009 immer wieder damit gedroht, die ganze Familie zu erschießen, wenn seinen Anordnungen keine Folge geleistet werde. Und er habe beim Arbeiten seinen Sohn bei zwei Vorfällen geschlagen und dabei leicht verletzt.

Der Angeklagte stand nicht zum ersten Mal in Feldkirch vor dem Richter. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Der Angeklagte stand nicht zum ersten Mal in Feldkirch vor dem Richter. Symbolbild/Hartinger

Schon 2017 wurde der Angeklagte am Landesgericht von ähnlichen Vorwürfen freigesprochen, nachdem seine 2001 geborene Tochter in der Hauptverhandlung nicht mehr ausgesagt hatte.

Erneut angezeigt

Vor Kurzem hat nun auch die andere, 18-jährige Tochter ihren Vater bei der Polizei angezeigt. An den Vorwürfen sei nichts dran, sagte Verteidiger Klien. Die Staatsanwaltschaft hat im aktuellen Strafverfahren noch nicht entschieden, ob das Verfahren eingestellt oder Anklage erhoben wird.

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