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Demenz: Vorsorge und Anzeichen

18.09.2021 • 17:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Unter Demenz werden 50 Krankheiten zusammengefasst
Unter Demenz werden 50 Krankheiten zusammengefasst (c) Mary Long – stock.adobe.com

Demenzerkrankungen beanspruchen Betroffenen und Angehörigen.

1 Wo liegen die Unterschiede zwischen Alzheimer und Demenz? Oder sind das zwei Begriffe für dieselbe Erkrankung?
Es ist richtig, dass im alltäglichen Sprachgebrauch Demenz und Alzheimer häufig gleichbedeutend verwendet werden. Dennoch, es handelt sich nicht um ein und dieselbe Erkrankung. Denn die Alzheimerkrankheit ist eine Form einer Demenzerkrankung. Unter dem Dach der Demenz werden über 50 Krankheiten zusammengefasst. Morbus Alzheimer ist darunter jene, die am häufigsten vorkommt. Weitere sind etwa die vaskuläre Demenz, die Lewy-Körperchen-Demenz sowie etwa auch die frontotemporale Demenz.

2 Wie gestaltet sich der Verlauf einer Demenzerkrankung?
Da es, wie oben erwähnt, nicht die eine Demenzerkrankung gibt, unterscheiden sich auch die Verläufe bzw. die Symptome der verschiedenen Formen. Aber ganz generell kann gesagt werden, dass im Verlauf einer Demenzerkrankung die geistigen Fähigkeiten abnehmen und der Bedarf an Unterstützung der Patientinnen und Patienten steigt. Grundsätzlich werden die Demenzstadien in drei Schweregrade eingeteilt. Diese orientieren sich an dem Verlust der Selbstständigkeit im täglichen Leben sowie der Kommunikationsfähigkeit: leichte, mittelschwere sowie schwere Demenz. Zur Einschätzung des Schweregrads dient neben der klinischen Symptomatik auch der erreichte Wert in der sogenannten Mini-Mental State Examination (MMSE). Die MMSE ist das weltweit häufigste Verfahren der klinischen Diagnostik von Demenz.

3 Welche Symptome sind zu erwarten?
Grundsätzlich unterscheiden sich die Symptome der unterschiedlichen Demenzerkrankungen. Bei einer leichten Demenzerkrankung können etwa kognitive Einschränkungen vorliegen, ein selbstbestimmtes Leben kann dennoch möglich sein. Depressionen, Reizbarkeit oder auch Stimmungsschwankungen können vorkommen. Dies zeigt, dass schon im vermeintlichen leichten Stadion eine Demenzerkrankung auch für Angehörige zur Herausforderung werden kann. Im fortgeschrittenen Stadium der schweren Demenz können Gedankengänge nicht mehr nachvollziehbar kommuniziert werden, es kann auch zu psychotischen Störungen kommen.

4 Auf welche Anzeichen ist im Sinne der Früherkennung zu achten?
In Bezug auf die Gedächtnisleistung können etwa das Verlegen persönlicher Gegenstände, das Vergessen von Ereignissen oder Terminen oder das Verlorengehen auf bekannten Wegen erste Indizien sein. Zu achten ist ebenso auf eine Einschränkung des logischen Urteilsvermögens, etwa wenn plötzlich die Unfähigkeit auftritt, die persönlichen Finanzen zu managen. Weiters können Schwierigkeiten bei der Wortfindung, die Beeinträchtigung des Sprachflusses oder aber Persönlichkeits- sowie Verhaltensauffälligkeiten erste Anzeichen für ein frühes Stadium einer Demenzerkrankung sein.

5 Gibt es Medikamente, mit welchen Demenzerkrankungen behandelt werden können?
Für die Alzheimerkrankheit gibt es zugelassene Medikamente, welche in den Stoffwechsel von Überträgersubstanzen des Gehirns eingreifen und bei etwa zwei Drittel der Erkrankten zu einer Verzögerung der Erkrankung führen können. Im Durchschnitt verlangsamt man den Abbau der kognitiven Funktionen damit um etwa ein bis zwei Jahre. Die derzeit erhältlichen Medikamente wirken rein symptomatisch. Das bedeutet, sie beeinflussen die Symptome der Krankheit, aber nicht den Krankheitsprozess an sich.

6 Kann man Demenz vorbeugen?
Einerseits spielt der persönliche Lebensstil eine entscheidende Rolle: Neben einer Ernährung mit wenig Fleisch, viel Fisch, Nüssen und ungesättigten Ölen, bietet vor allem regelmässiges, moderates Ausdauertraining eine optimale Vorsorge. Andererseits scheint es so zu sein, dass es klassische Risikofaktoren wie zum Beispiel Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes gibt, die auch eine Alzheimer-Demenz wahrscheinlicher machen.