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So wie Deutschland war, kann es nicht bleiben

19.09.2021 • 17:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
So wie Deutschland war, kann es nicht bleiben

Es geht um das Tempo der anstehenden Reformen.

Auch das letzte Triell ist bald vorüber. Und es bleibt weiter spannend. Deutschland wählt. Dabei geht es nicht allein um die Nachfolge der scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel. Schon jetzt ist der Wahlkampf voller Überraschungen. Olaf Scholz hat die SPD aus dem Umfragedown nach oben gezogen, Armin Laschet die Union in unfassbaren Tiefen versenkt. Annalena Baerbocks Grüne dürfen nach der Wahl auf eine Regierungsbeteiligung hoffen.

Angriffe der Union verpuffen

Die Spannung steigt. Das liegt nicht nur an den Umfragen, sondern auch an den Meinungsforschern. Das ein oder andere Mal haben sie sich in den Vorhersagen in der Vergangenheit getäuscht, nicht nur bei der rechten AfD, deren Anhänger sich gern in Social-Media-Blasen tummeln. Auch Briefwähler bereiten Sorgen. Ihr Anteil steigt heuer auf Rekordniveau – das verändert die Wahlkampfstrategie. „Früher haben die Parteien alles auf die letzten zehn Tage vor der Abstimmung gelegt, das ist heute anders“, so der frühere CDU-Grande Roland Koch. Im Klartext: Die Angriffe, mit denen die Union versuchte, Scholz’ Glaubwürdigkeit zu untergraben, könnten verpuffen. Viele Wähler haben längst entschieden.

Tempo der anstehenden Reformen

Jamaika, Ampel, Rot-(Rot)-Grün – die eigentliche Richtungsentscheidung dieser Wahl ist eine andere. Es geht um Merkels Nachfolge – mehr aber noch über das Tempo der anstehenden Reformen. Wie beim Abgang Helmut Kohls steht das Land nach 16 Jahren Merkel vor einschneidenden Reformen. Digitalisierung, Klimawende, E-Mobilität. So wie es war, so kann es nicht bleiben.

Noch verweigert sich Deutschland dieser Einsicht in die Realität. Auch deshalb ist der Wahlkampf so müde. Auch deshalb punktet das beste Merkel-Double Scholz. Wer immer in der Nachfolge Merkels ins Kanzleramt einzieht. Mit Verwerfungen über den Modernisierungskurs ist zu rechnen…