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Ungewissheit überschattet närrische Zeit

19.09.2021 • 11:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
VVF-Präsidentin Barbara Lässer hat das Amt dieses Jahr von ihrem Vorgänger Michèl Stocklasa übernommen. <span class="copyright">VVF</span>
VVF-Präsidentin Barbara Lässer hat das Amt dieses Jahr von ihrem Vorgänger Michèl Stocklasa übernommen. VVF

Landesnarrentag wird auch dieses Mal nicht wie gewohnt über die Bühne gehen.

In etwas weniger als zwei Monaten fällt am 11.11. der Startschuss für die fünfte Jahreszeit im Ländle. Nachdem die Coronapandemie jedoch immer noch nicht ausgestanden ist, steht den Zünften, Gilden und Vereinen eine von Ungewissheit geprägte närrische Zeit bevor. Vieles wird vom Infektionsgeschehen und dem weiteren Impffortschritt abhängen. Denn diese Faktoren werden auch beeinflussen, ob es vielleicht wieder zu Verschärfungen bei den Regeln für Veranstaltungen kommt.

Alternativen gesucht

Fest steht bereits, dass es am ersten Sonntag nach Dreikönig keinen herkömmlichen Landesnarrentag geben wird. Das berichtet Barbara Lässer, Präsidentin des Verbands der Vorarl­berger Fasznatzünfte und -gilden (VVF). Die Veranstaltung ist normalerweise der offizielle Auftakt in die Faschingssaison im Land. Teilnehmer aus ganz Vorarlberg kommen dabei zusammen, und auch der erste Umzug der Saison geht über die Bühne. Angesichts der unsicheren Lage sei es nicht angebracht gewesen, einen Verein mit der Organisation des Events zu betrauen. Im VVF liefen jedoch bereits Überlegungen, wie man den Landesnarrentag auf andere Weise begehen könnte.

Dornbirner Fasnatzunft

Ein dichtes Programm hat alljährlich auch die Dornbirner Fasnatzunft. Die Planungen für die kommende Saison laufen auf vollen Touren, berichtet Zunftmeisterin Dagmar Fenkart-Kaufmann. Sie ist zuversichtlich, dass zumindest die im Dornbirner Kulturhaus geplanten Veranstaltungen auch tatsächlich durchgeführt werden können. Denn dort seien Eingangskontrollen möglich. Derzeit laufen gerade die Vorbereitungen für den Fasnatsauftakt am 11.11. im Kulturhaus.

Dazu sind auch die weithin bekannten und immer gut besuchten Narrenabende Anfang des kommenden Jahres fest eingeplant. Sechs Termine sind Ende Jänner beziehungsweise Anfang Februar festgelegt. Diesbezüglich werde es bald auch ein erstes Treffen mit den Mitwirkenden geben, sagte Fenkart-Kaufmann.

Weniger zuversichtlich ist die Zunftmeisterin, was den Dornbirner Faschingsumzug betrifft. Eine derartige Veranstaltung werde wohl nur schwer durchzuführen sein. Eine Entscheidung, ob der Umzug abgesagt wird, sei aber noch nicht gefallen.

Auch in den Vereinen laufen vielfach bereits die Planungen für Veranstaltungen, weiß die VVF-Präsidentin. Manche Verantwortliche hätten diesbezüglich auch schon beim Verband um Rat nachgefragt. Allerdings sei die Situation derzeit „ganz schwierig“, meint Lässer: „Man kann nicht genau sagen, was schlussendlich machbar sein wird.“ Der Verband stehe den Mitgliedern zwar mit Rat und Tat zur Seite. Schluss­endlich sei man aber auch von den gesetzlichen Reglungen abhängig und davon, wie sich die Coronalage weiter entwickelt.

Der Landesnarrentag ist traditionell der Auftakt zur Vorarlberger Fasnatssaison. <span class="copyright">VVF</span>
Der Landesnarrentag ist traditionell der Auftakt zur Vorarlberger Fasnatssaison. VVF

Umso erfreulicher ist es aus Sicht der Präsidentin, dass zumindest in den Sommermonaten das Vereinsleben vielerorts wieder aufgelebt ist – sei es in Form von kleinen Festen oder sei es in Form von Jahreshauptversammlungen oder anderen Zusammenkünften. Der persönliche Kontakt sei wichtig für den Vereinszusammenhalt. Glücklicherweise gebe es keinen großen Mitgliederschwund in den Vereinen, Gilden und Zünften. Mancherorts habe es sogar Zuwächse gegeben, freut sich Lässer.

Ore-Ore Bregenzer Kinderfasching

Noch alles offen ist beim Verein Ore-Ore Bregenzer Kinderfasching. Zahlreiche unterschiedliche Veranstaltungen – vom Altprinzenball über das „Fest der 1000 Krapfen“ bis hin zum Umzug – werden alljährlich in der närrischen Zeit organisiert. Wie Mandy Strasser, Altprinz und ehemaliger Vereinspräsident, berichtet, gibt es derzeit auch in allen Bereichen Überlegungen, welche und wie Veranstaltungen durchgeführt werden können. Dies werde man auch in der kommenden Woche anstehenden Jahreshauptversammlung besprechen.

Nachdem im vergangenen Jahr erstmals in der über 60-jährigen Geschichte kein neuer Prinz gewählt worden ist, soll heuer am 11.11. aber auf jeden Fall wieder ein neues Prinzenpaar gekürt werden. Die Beobachtung der Kandidaten sei bereits im Gange, erzählt Strasser.

Nach zweijähriger Regentschaft werden dann zum Faschingsauftakt Kornmesser-Wirt Thomas Zwerger alias Prinz Ore LXIV Thomas III. und ihre Lieblichkeit Prinzessin Theresia I. ihr Zepter an die Nachfolger übergeben.

Auch für sie selbst ist die Situation nicht einfach. Schließlich hat sie das Präsidentenamt im VVF erst im April von ihrem Vorgänger Michèl Stocklasa übernommen. Die Lustenauerin legt großen Wert auf persönlichen Kontakt und den Austausch mit den Verbandsmitgliedern. In Corona­zeiten ist dies nicht immer einfach. Lässer blickt dennoch positiv in die Zukunft und hofft auf eine Faschingszeit möglichst ohne Kontaktbeschränkungen. „Denn Fasnat auf Abstand funktioniert auf Dauer nicht“, ist sie überzeugt.