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Ein Jahr Haft wegen Kinderpornografie

20.09.2021 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Landesgericht Feldkirch<span class="copyright">Hartinger</span>
Landesgericht FeldkirchHartinger

Der 47-Jähriger leitete Bilder und Videos weiter.

Zwischen März 2020 und Juni 2021 hat der geständige Angeklagte eine unbekannte Anzahl an Videos und Bildern von Pornografie mit Kindern und Jugendlichen besessen und davon einen Teil im Internet weiterverschickt. Dafür wurde der vorbestrafte 47-Jährige am Montag am Landesgericht Feldkirch zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Denn der Angeklagte und Staatsanwältin Julia Müller nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Der Schuldspruch erfolgte wegen der Vergehen der pornografischen Darstellung Minderjähriger. Dafür wäre die mögliche Höchststrafe drei Jahre Haft gewesen.

Die Strafe fiel streng aus, weil eine von mehreren Vorstrafen des Angeklagten eine einschlägige ist. In Kroatien ist der Kroate wegen Vergewaltigung, sexueller Ausbeutung eines Minderjährigen und sexueller Nötigung zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Davon hat der 47-Jährige nach eigenen Angaben in Kroatien zwischen 2004 und 2011 sieben Jahre im Gefängnis verbüßt.

Unumgänglich

Wegen der massiven einschlägigen Vorstrafe führe kein Weg an einer unbedingten Haftstrafe vorbei, sagte Richter Martin Mitteregger in seiner Urteilsbegründung. Eine teilbedingte Haftstrafe sei deshalb nicht mehr möglich.
Verteidiger German Bertsch hatte um ein mildes Urteil mit einer kombinierten Strafe ersucht. Eine kombinierte Strafe setzt sich aus einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe und einer unbedingten, zu bezahlenden Geldstrafe zusammen.

Derartige Strafenkombinationen sind am Landesgericht Feldkirch die üblichen Sanktionen fürs Verschicken von Kinderpornografie, wenn die Täter mit keiner einschlägigen Vorstrafe belastet sind.

Aufgeflogen ist der wieder in Vorarlberg lebende Hilfsarbeiter, weil er im August 2020 drei pornografische Bilder von drei unmündigen Mädchen auf Facebook weiterverbreitet hat. Der Beschuldigte gab dann mehr zu, als ihm bei der Hausdurchsuchung nachzuweisen war. Inzwischen nimmt der im Unterland lebende ledige Mann therapeutische Hilfe in Anspruch.

Mitverantwortlich für Missbrauch

Mit dem Konsum und der Weiterverbreitung von Pornografie mit Minderjährigen sei der Angeklagte mitverantwortlich dafür, dass Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht werden, sagte der Strafrichter Michael Mitteregger. Denn die Nachfrage bestimme das Angebot. Außerdem sei der Angeklagte einst selbst als unmittelbarer Missbrauchstäter verurteilt worden.

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