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Mehr Selbstbestimmung für Demenzkranke

20.09.2021 • 19:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Demenz soll die Teilhabe an der Gesellschaft nicht beenden. <span class="copyright">Shutterstock</span>
Demenz soll die Teilhabe an der Gesellschaft nicht beenden. Shutterstock

Land will zum Welt-Demenztag mehr Bewusstsein in Bevölkerung schaffen.

Der Welt-Alzheimertag am 21. September steht heuer unter dem Motto „Demenz – genau hinsehen!“ Die Fähigkeit, genau hinzusehen, benötige Rahmenbedingungen, um auf das, was man gesehen hat, reagieren zu können. Dazu gehöre es auch, die gesellschaftliche Teilhabe demenzkranker Menschen zu ermöglichen, erklärte Landesrätin Katharina Wiesflecker am Montag, im künftigen ersten Demenzcafé Vorarlbergs, das die Aktion Demenz im Oktober in Lustenau eröffnen wird.

Die demografische Entwicklung mit einer älter werdenden Gesellschaft und dementsprechender Zunahme demenzkranker Menschen rückt das Thema nicht nur in Vorarlberg in den Fokus. Wiesflecker zeigte sich über das Engagement von immer mehr Gemeinden im Rahmen der Aktion Demenz erfreut. Heuer kämen wieder zwei neue Demenz-Modellregionen mit insgesamt sieben Gemeinden dazu.

Zahlen steigen

Prognosen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Demenzkranken österreichweit bis 2050 verdreifachen wird. Das gilt auch für Vorarlberg, wo derzeit etwa 6000 Menschen mit einer demenziellen Entwicklung diagnostiziert sind. Die meisten von ihnen werden zu Hause von Angehörigen betreut und gepflegt. „Deren Arbeit ist alles andere als selbstverständlich und die Wertschätzung für die Bereitschaft, soviel Zeit und Hingabe zu investieren, kann gar nicht hoch genug sein“, betonte Landesrätin Wiesflecker. Eine wertvolle Unterstützung sind dabei die kostenlosen, persönlichen Orientierungsgespräche für Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen, die die Aktion Demenz mit finanzieller Unterstützung des Landes Vorarlberg anbietet.

Über Demenz aufklären

Die für den Umgang mit Demenz nötige Sensibilisierung müsse über das engere Umfeld der Betroffenen hinausgehen, so Wiesflecker: „Wir brauchen ein breites Verständnis für die unterschiedlichen Verläufe und Stadien der Erkrankung, die noch vorhandenen Ressourcen und vor allem die Bedeutung des sozialen Zusammenhalts.“ Ziel müsse es sein, dass sich Menschen vor und vor allem nach der Demenz-Diagnose weiterhin akzeptiert und aufgehoben fühlen.

Digitaler Treffpunkt

Pandemiebedingt startete im Herbst 2020 mit dem Café 96 zunächst ein digitaler Treffpunkt. Dieses „Fernseh-Café“ findet wöchentlich statt und startet nach der Sommerpause Anfang Oktober 2021 wieder mit dem Online-Angebot. Das ermögliche die Teilnahme für Menschen mit Demenz aus ganz Vorarlberg, heißt es vom Land.

Ebenfalls im Oktober eröffnet in der Lustenauer Pontenstraße einmal wöchentlich der Treffpunkt im erwähnten Demenzcafé. Das Angebot solle keine Selbsthilfegruppe werden, betont die Projektkoordinatorin Daniela Egger. Es unterscheide sich auch von der Tagesbetreuung dadurch, dass die Gäste selbst bestimmen, was besprochen oder unternommen wird.