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Bregenzer Innenstadt soll autofrei werden

26.09.2021 • 20:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Bregenzer Innenstadt könnte zu einer großen Fußgängerzone werden. <span class="copyright">VOGIS</span>
Die Bregenzer Innenstadt könnte zu einer großen Fußgängerzone werden. VOGIS

Die Fußgängerzone in Bregenz soll ausgeweitet werden.

In Bregenz bleibt derzeit kein Stein auf dem anderen. Während die Quartierentwicklung Leutbühel weiter voranschreitet und ein weiterer Bauabschnitt eingeläutet wurde, ist bekanntlich auch das Rathaus derzeit eine Baustelle. Nicht nur die Fassade, sondern auch das komplette Erdgeschoss wird runderneuert, um Meldeamt, Sozialservice, Wohnungsservice und Bürgerservice eine neue Heimat zu geben.

Doch dem nicht genug, gehen die Stadtverantwortlichen um Bürgermeister Michael Ritsch derzeit mit einer neuen Idee schwanger. Die Fußgängerzone soll eine beachtliche Erweiterung erfahren. Die Idee ist, sowohl die Rathausstraße als auch die Römerstraße, die Kirchstraße bis zum Geschäft fesch livin sowie die Anton-Schneider-Straße bis zum Bezirksgericht autofrei zu machen. Auch der Stadtbus, der normalerweise durch die Anton-Schneider-Straße und Rathausstraße fährt, müsste weichen. Ebenso der Anrainerverkehr, lediglich Zulieferung wie es auch in der Kaiserstraße geregelt wird, wäre zulässig.

Begleitmaßnahmen

Der Rathausparkplatz würde in seiner ursprünglichen Funktion bestehen bleiben, aber über die Einfahrt beim Bezirksgericht bedient werden. Wer nun glaubt, das wäre Zukunftsmusik, der irrt. Gespräche hat es bereits gegeben, der politische Konsens ist da. Antreiber dieser Idee ist auch die Wigem, die sich eine deutliche Aufwertung der Geschäftsflächen in einer erweiterten Fußgängerzone erwartet.

„Es braucht natürlich Begleitmaßnahmen und die schreiben wir gerade aus. Es muss von externen Verkehrsplanern eruiert werden, was dies für die Montfortstraße, aber auch den HTL-Kreisverkehr bedeutet und wie das gestaltet werden kann. Auch der Übergang von der Rathausstraße zum See muss eine spezielle Kennzeichnung erfahren, um diese Achse zumindest optisch zu verlängern“, erklärt Bürgermeister Ritsch.

Bür­ger­meis­ter Michael Ritsch hofft auf brei­te Zu­stim­mung. <span class="copyright">Hartinger</span>
Bür­ger­meis­ter Michael Ritsch hofft auf brei­te Zu­stim­mung. Hartinger

Da es sich dabei um Landesstraßen handelt, muss auch das Land ins Boot geholt und begleitende Untersuchungen angestellt werden. Die Umsetzung soll dennoch schnell passieren, braucht aber natürlich zuerst noch die entsprechenden Beschlüsse im Stadtrat und in der Stadtvertretung.

Im Zuge der dritten und abschließenden Bauetappe am Leutbühel, wo ohnehin Rathausstraße und Anton-Schneider-Straße saniert und somit gesperrt werden müssen, soll eine entsprechende Platzgestaltung für die Fußgängerzone bereits mitgedacht werden. Erste Gespräche mit den Architekten Wimmer&Armelinei gab es bereits. Dadurch würden auch kaum Mehrkosten entstehen. „Die dritte Bauetappe Leutbühel ist budgetiert und die kostenintensiven Bauarbeiten betreffen ohnehin die Kanalarbeiten unter der Erde. Die Oberflächengestaltung im Sinne einer Fußgängerzone macht da nur einen Bruchteil aus“, sagt Ritsch.

Schnelle Umsetzung

Der Bürgermeister könnte sich vorstellen, dass die autofreie Innenstadt im Sommer 2022 bereits Realität wird. Dann zwar noch nicht mit den baulichen Adaptierungen der Fußgängerzone, aber mit den entsprechenden Straßensperren, um den Fußgängern den öffentlichen Raum zurückzugeben.
Durch die Erweiterung der Fußgängerzone würden aber natürlich Parkflächen in der Innenstadt wegfallen. Problematisch sieht das der Bürgermeister nicht. „Wir haben zahlreiche Parkgaragen, die bis auf die Monate Juli und August immer freie Stellplätze haben. Das ist sicher nicht das Problem“, erklärt Ritsch. Und sollte es in der Praxis dann doch eine Parkplatznot geben, könnte er sich auch den Bau einer Hochgarage neben der Bezirkshauptmannschaft vorstellen. Eine Idee, die bereits sein Vorgänger Markus Linhart in Bezug auf den Bahnhofsneubau hatte. Damals wurde diese Möglichkeit aber noch von der Opposition, unter anderem auch Ritsch selbst, stark kritisiert.

„Die Grundidee ist eine komplett andere. Wir würden keine Hochgarage bauen, um privaten Investoren zusätzlich Parkplätze zu ermöglichen, sondern um die Innenstadt autofrei zu machen. Da ist der Zugang ein komplett anderer“, erklärt sich Ritsch. Außerdem wäre es mittlerweile möglich, Hochgaragen so zu konstruieren, dass diese nicht mehr als solche wahrgenommen werden würden und später einer anderen Nutzung zugeführt werden könnten, wenn sie nicht mehr als Hochgaragen benötigt werden würden.