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Über 1700 Denkmäler zu bewundern

26.09.2021 • 15:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Feldkirchs Altstadt wurde 1995 als Ensemble unter Denkmalschutz gestellt.  <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Feldkirchs Altstadt wurde 1995 als Ensemble unter Denkmalschutz gestellt. Klaus Hartinger

Das Spektrum der denkmalgeschützen Objekte in Vorarlberg ist groß.

Mehr als 1700 Objekte, 1670 davon sind Bauwerke, stehen in Vorarlberg unter Denkmalschutz. Dazu zählen Kirchen und Wohnanlagen ebenso wie Brücken und Fabrikhallen. Auch zeitlich zeigt sich eine große Bandbreite. Neben mehrere hundert Jahre alten Bauwerken gibt es auch Denkmäler, die deutlich jüngeren Datums sind. Beispielsweise die Hauptschule in Warth. Der Bildungsbau wurde 1992 nach den Plänen des Vorarlberger Architekten Roland Gnaiger fertiggestellt.

Noch viel zu tun

350 potenzielle Denkmäler stehen noch auf der To-do-Liste der heimischen Denkmalschützer. Für die Aufnahme muss von den Experten im Amt ein fundiertes Gutachten erstellt werden. In diesem sind die Gründe für eine Unterschutzstellung festgehalten. Eine solche kann übrigens nicht aktiv beantragt werden. Lediglich der Landeshauptmann hat das Recht, eine Überprüfung einzufordern, ob der Erhalt eines Denkmals im öffentlichen Interesse liegt.
Die NEUE am Sonntag zeigt eine kleine Auswahl an Denkmälern, unter anderem das älteste und jüngste unter Schutz gestellte Bauwerk sowie das älteste Bodendenkmal.

Feldkirch: Größtes Ensemble

Feldkirch hat eine überdurchschnittlich hohe Dichte an Baudenkmälern. Es gibt knapp 290 geschützte Objekte. Die meisten davon befinden sich in der Altstadt, die seit 1995 das größte geschützte Ensemble in Vorarlberg darstellt. Beim Ensembleschutz handelt es sich um eine besondere Form des Denkmalschutzes. Die Regelungen sind dieselben wie bei einem einzelnen Bauwerk, allerdings stehen bei einem Ensemble Gebäude oder auch bauliche Anlagen in einem geschichtlichen, künstlerischen oder kulturellen Zusammenhang. Der Ensembleschutz soll dem Erhalt dieser Einheit dienen.

Die wohl älteste Kirche des Landes steht in Bludesch.<span class="copyright">Boehringer Friedrich/WIKIPEDIA </span>
Die wohl älteste Kirche des Landes steht in Bludesch.Boehringer Friedrich/WIKIPEDIA

Kirche in Bludesch: Jahrhundert lässt grüßen

Die Nikolauskirche in Bludesch-Zitz gehört zu den ältesten Kirchenbauwerken in ganz Vorarlberg, ist jedoch der Allgemeinheit wenig bekannt. Die Bezeichnung Zitz geht auf die erste überlieferte urkundliche Nennung im Jahr 843 als „cise villa“ zurück. Tatsächlich befand sich in diesem Ortsteil ein so genannter „Königshof“, zu dem vermutlich die Nikolauskirche gehörte. Eine archäologische Grabung im Jahr 1966 bestätigt einen Vorgängerbau des 9./10. Jahrhunderts, der Turm wurde im 13. Jahrhundert angefügt. Im 19. Jahrhundert geriet die Kirche in Vergessenheit und verfiel zusehends. Umfassende Restaurierung ab 2002.

<span class="copyright">Helmut Tiefenthaler, Vorarlberger Landesbibliothek</span>
Helmut Tiefenthaler, Vorarlberger Landesbibliothek

Rheinbalme in Koblach: Hier lebten die ältesten „Vorarlberger“

Der urgeschichtliche Siedlungs- und Bestattungsplatz unter der sogenannten Rheinbalme, einer Halbhöhle am Fuße des Kummenbergs in Koblach wurde im Jahr 2020 unter Denkmalschutz gestellt. „Die archäologischen Überreste am Fuße des Felsüberhangs sind Zeugnis für Leben, Wirtschaften und Sterben von Menschen von der Mittelsteinzeit bis in die späte Bronzezeit“, heißt es in dem Gutachten des Bundesdenkmalamts.
Die Entdeckung gelang dem Archäologen und einstigen Direktor des Landesmuseums Elmar Vonbank im Jahr 1952. Bei Grabungen wurden Keramik, Steingeräte und Knochen gefunden. In den Jahren 2004 bis 2006 untersuchte man die Funde im Rahmen einer Diplomarbeit nach neuesten Methoden. Dabei stellte sich heraus, dass einer der Knochen, ein Halswirbelfragment eines etwa sechsjährigen Kindes, aus der Zeit zwischen 7550–7320 v. Chr. stammt und somit der zweitälteste steinzeitliche Skelettteil Österreichs ist.

Das Kunsthaus Bregenz wurde 1997 fertiggestellt.<span class="copyright"> Klaus Hartinger</span>
Das Kunsthaus Bregenz wurde 1997 fertiggestellt. Klaus Hartinger

Kunsthaus Bregenz: Das jüngste Baudenkmal

Das Kunsthaus Bregenz ist das jüngste Baudenkmal Vorarlbergs. Es wurde vom renommierten Schweizer Architekten Peter Zumthor im Auftrag des Landes Vorarlberg geplant und in den Jahren 1990 bis 1997 errichtet. Das Kunsthaus, das zu den bedeutendsten Ausstellungshäusern für Gegenwartskunst in Europa zählt, wurde per Verordnung unter Denkmalschutz gestellt.
Bis 2010 wurde jedes Gebäude, das dem Bund, dem Land, einer Kommune oder der Kirche gehörte, automatisch zum vorläufigen Denkmal. Diesen Paragrafen gibt es seit 2010 nicht mehr. Die Unterschutzstellung muss nun immer mit einem Gutachten des Bundesdenkmalamts begründet werden.