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56-jähriger Wiener verweigert Einvernahme

27.09.2021 • 16:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die kroatische Polizei konnte den Mann noch nicht einvernehmen
Die kroatische Polizei konnte den Mann noch nicht einvernehmen AFP (DENIS LOVROVIC)

Wiener, der Kinder in Zagreb getötet haben soll, liegt weiterhin im Krankenhaus.

Im Fall der drei in Zagreb getöteten Kinder wurde die Obduktion beendet, das Ergebnis liegt aber noch nicht vor. Unter Verdacht steht der Vater der Kinder. Wie kroatische Medien berichten, muss geklärt werden, ob die Kinder an Erstickung bzw. durch eine Medikamentenvergiftung gestorben sind. Laut Ermittlern seien Würgemale am Hals der Kinder gefunden worden, jedoch nicht bei allen drei.

Was den Vater der Kinder betrifft, wird er nicht wie gehabt am Montag aus dem Zagreber Krankenhaus Vinogradska entlassen werden, sondern erst am Dienstag, bestätigte Davor Vagić, ärtzlicher Leiter des Spitals, gegenüber Journalisten von 24sata. So müssen bei dem 56-Jährigen noch weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Wie berichtet dürfte der Mann versucht haben, sich nach der Tat das Leben zu nehmen, wurde aber zuvor von Beamten entdeckt und verhaftet.

Keine Kommunikation mit Polizei

Bis zuletzt hat er jegliche Kommunikation sowohl mit den Polizisten als auch mit dem Krankenhauspersonal verweigert, berichten kroatische Medien. Jetzt soll der Wiener zumindest begonnen haben, mit den Ärzten zu sprechen.

Von der Polizei wurde er bisher nicht befragt. Das soll erst nach seiner Entlassung passieren. Danach soll er dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden, wobei davon auszugehen ist, dass die Staatsanwaltschaft für ihn die Untersuchungshaft verlangen wird.

Neben der Frage, was die unmittelbare Todesursache der Kinder war, werden die Ermittler in den kommenden Tagen nach Antworten auf Fragen suchen, die den Täter zu einem solchen Verbrechen veranlasst haben, ob er alles geplant hat oder aber unter Medikament bzw. Drogeneinfluss stand.

Öffentliches Abschiedsposting auf Facebook

In einer Art Abschiedsbrief hatte der von der Mutter der Kinder geschiedene Mann auf Facebook und Instagram Vorwürfe sowohl gegen Teile seines Umfeldes als auch seine “Brüder” bei den Freimaurern erhoben und über Geldsorgen geklagt. Außerdem beklagte er die Trennung seiner Ex-Freundin. Ob seine Kinder da bereits tot waren, ist nicht geklärt. Die drei Kinder erwähnt er in dem Posting nicht. Das Posting auf Facebook wurde inzwischen entfernt, von wem, ist nicht klar.

Die Polizei hatte zunächst erklärt, die Familie sei bisher unauffällig gewesen. Doch kroatische Medien berichten, es habe sehr wohl Vermerke wegen häuslicher Gewalt gegeben. Das Elternpaar ist seit Jahren geschieden.

Seinen Profilen auf sozialen Medien zufolge dürfte der Wiener diverse Probleme gehabt haben, er beschreibt einen noch nicht allzu lange zurückliegenden längeren Krankenhausaufenthalt nach einem Aortariss. Zudem dürfte sein Geschäftsleben nicht mehr gut gelaufen sein: Der Mann war mehrere Jahre in namhaften Unternehmen tätig und hatte dann eine Finanzberatungsfirma gegründet. Deren Webseite ist jedoch nicht mehr aufrufbar. In seinem Abschiedsposting klagte er darüber, kein Geld mehr zu haben.

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