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Wigem spricht sich für Fußgängerzone aus

27.09.2021 • 12:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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Stiplovsek

Drei Fragen an Clemens Sagmeister, Wigem-Obmann Bregenz.

Wie steht die Wigem zur Idee der autofreien Innenstadt?
Clemens Sagmeister: Dies ist schon lange eine unserer Forderungen und die Testläufe der temporären Fußgängerzone in der Römerstraße haben gezeigt, dass es bestens angenommen wird. Wir sind uns bewusst, dass es für Anrainer Nachteile bringen kann, weil diese nicht mehr bis zur Wohnung mit dem Auto vorfahren können, aber die Vorteile für die Stadt, die Bevölkerung, die Wirtschaft und den Tourismus überwiegen.

Die Skepsis bei solchen Projekten ist bekanntlich immer groß. Ist diese berechtigt?
Sagmeister: Nein, zeigen Sie mir ein Projekt einer autofreien Innenstadt, wo der Beschluss nach zwei Jahren wieder rückgängig gemacht und der öffentliche Raum wieder den Autos zurückgegeben wurde. Das passiert nicht, weil sich die Konzepte bewähren. Im Vorfeld wird immer der Teufel an die Wand gemalt, nur um festzustellen, das sich die Aufenthaltsqualität für alle Menschen verbessert. Denken wir an die Kaiserstraße oder Feldkirch Neustadt. Auch in Wien bei der Mariahilferstraße war der Aufschrei groß. Jetzt will es aber sicher niemand mehr anders haben.

Besteht die Befürchtung, die Ausweitung könnte zu groß sein und somit die Fußgängerzone teilweise leer bleiben?
Sagmeister: Nein. Wir verbannen ja nicht die Menschen, sondern die Autos. Die Menschen werden sich den freien Raum umso mehr zurückholen, wenn er nicht von Autos zugeparkt ist. Die Aufenthaltsdauer im öffentlichen Raum wird erhöht und man schafft neue Plätze für konsumfreies Verweilen. Das bietet neue Möglichkeiten.

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